Earl of Abergavenny (Schiff)
| Die Earl of Abergavenny, Ostindienfahrer vor Southsea, 1801
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Die Earl of Abergavenny war ein britisches Handelsschiff, das zu der besonderen Klasse der East Indiaman gehörte, von denen nur 36 gebaut wurden. Das Schiff wurde von der East India Company betrieben und transportierte nicht nur Fracht, sondern auch Passagiere. Es war es mit einem Kaperbrief ausgestattet und bewaffnet.
Geschichte
Die Earl of Abergavenny wurde 1796 in Northfleet, Kent im Dock von Thomas Pitcher gebaut und nach Henry Nevill, 2. Earl of Abergavenny benannt.
Ihre erste Fahrt führte sie zwischen dem 18. März 1797 und dem 18. Oktober 1798 von Portsmouth über Bombay und Malacca nach Whampoa und zurück nach England.
Zwischen dem 13. Juni 1799 und dem 23. September 1800 führte sie ihre zweite Fahrt von Portsmouth über Penang nach Whampoa und zurück. Auf beiden Fahrten stand sie unter dem Kommando von John Wordsworth senior, dem Onkel von William Wordsworth.
Ihre dritte Fahrt machte die Earl of Abergavenny unter dem Kommando von John Wordsworth junior, dem Bruder William Wordsworths, ab dem 19. Mai 1801, erneut über Penang, Malacca nach Whampoa und zurück nach England, wo sie am 5. September 1802 eintraf.
Auf ihrer vierten Fahrt, zu der sie am 6. Mai 1803 England erneut unter dem Kommando von John Wordsworth jr. verließ, war sie am 14. Februar 1804 bei der Seeschlacht von Pulo Aura anwesend, nahm aber nicht an der Schlacht teil. Sie kehrte am 8. August 1804 nach England zurück.
Schiffbruch
Die Earl of Abergavenny verließ den Hafen von Portsmouth am 1. Februar 1805 mit vier anderen Schiffen für ihre fünfte Fahrt über Indien nach China. Der für die Fahrt durch den Ärmelkanal notwendige Lotse verspätete sich und die Ebbe setzte ein. Bei stürmischen Wind und ablaufendem Wasser wurde das Schiff daraufhin am 5. Februar 1805 auf die Untiefe der Shambles am Portland Bill gedrückt. Sie sank in der Weymouth Bay in Sicht vom Festland. Von den 402 Menschen an Bord starben 263, vor allem, weil die Rettungsboote nicht zu Wasser gelassen werden konnten. Auch John Wordsworth junior ertrank, es gab Gerüchte über einen Selbstmord[1]. Er schien die Kontrolle über sein Schiff verloren zu haben. An Bord waren auch 62 Truhen mit Silberthalern mit einem Wert von damals 70.000 Pfund (heute ca. 7,5 Millionen Pfund)[2]. Insgesamt wird der Wert der Waren an Bord auf 90.000 Pfund geschätzt.
Das Wrack
Das Wrack liegt in 16 Meter Tiefe drei Kilometer vor dem Strand von Weymouth[3]. Es sind Teile des Rumpfs erhalten, die ca. 50 × 10 m messen. Das Wrack wird durch den Chelmsford Underwater Archaeological Unit, die Weymouth LUNAR Society und das Portland Museum untersucht. Funde aus Ausgrabungen in den 1980er Jahren sind im Portland Museum in Portland ausgestellt, darunter Manschettenknöpfe mit den Initialen JW und Plomben von Stoffballen.
Das Wrack wurde im Jahr 2024 durch das Department for Culture, Media and Sport unter Schutz gestellt.[4][5]
Rezeption
William Wordsworth schrieb ein kurzes Gedicht in Erinnerung an das letzte Treffen mit seinem Bruder am 29. September 1800 und den Abschied am Grisedale Tarn. Pastor Hardwick Rawsley, einer der Gründer des National Trust, ließ dieses Gedicht auf einem Stein, der den Abschiedsort markiert, anbringen. Der Stein ist als Brothers' Parting Stone bekannt.
Das Schiff wurde 1801 von Thomas Luny vor Southsea gemalt (British Library Collection).
Siehe auch
- HMS Abergavenny als Early of Abergavenny das Vorgängerschiff bei der East India Company.
Weblinks
- Register of Letters of marquee against France 1793 - 1815 im National Archive (hier online in einem Transkript)
- Informationen über die Dokumente der Earl of Abergavenny im National Archive und der British Library
- London Gazette Issue 15726 S. 955 - 966 Bericht über die Seeschlacht von Pulo Aura
- The Earl of Abergavenny disaster auf Dove Cottage and Wordsworth Museum
- The Earl of Abergavenny, Portland Museum
- Grisedale Tarn auf Lakes, Meres, Tarns and Waters
- Digitales Archiv, Portland Museum
- Ed Cumming, John Wordsworth and the wreck of the Earl of Abergavenny. ISBN 978-09542104-9-6, [1]
- P. Petts, 2003 Review of The Earl of Abergavenny, Historical Record and Wreck Excavation CD-Rom, Internet Archaeology 14. https://doi.org/10.11141/ia.14.8
Einzelnachweise
- ↑ vgl. Ed Cumming, John Wordsworth and the wreck of the Earl of Abergavenny 2016
- ↑ Duncan Wilson, Shipwreck linked to Wordsworth Family granted Protection, August 2024
- ↑ Historic England, Shipwreck linked to Wordsworth Family granted Protection, August 2024
- ↑ https://historicengland.org.uk/whats-new/news/earl-of-abergavenny-protected/
- ↑ Duncan Kennedy, Sofia Ferreira Santos: Tragic shipwreck off Dorset granted special status. In: BBC news. 14. August 2024, abgerufen am 14. August 2024.