E-politik.de
E-politik.de e. V. – Netzkommunikator für Politik, Gesellschaft und Politikwissenschaft[1] (Eigenschreibweise: /e-politik.de/ e. V.) war ein gemeinnütziger Verein, eingetragen beim Registergericht München. Der Verein betrieb die Internetseite www.e-politik.de sowie ein Weblog. Ziel von E-politik.de e. V. war die Förderung der politischen und journalistischen Bildung sowie die journalistische Aus- und Weiterbildung junger Journalisten, Politiker und Wissenschaftler. Der Verein war unabhängig und gehörte keiner politischen Partei an. Er finanzierte sich über Mitgliedsbeiträge und Spenden. Im Dezember 2020 löste sich der Verein auf und stellte den Betrieb seiner Online-Angebote ein.[2]
Geschichte
Im Sommer 1999 gründen die drei Studenten Gunnar Herrmann, Nikolaus Röttger und Florian Wachter (†) die Münchner Redaktion von E-politik.de. Ihre ersten Artikel stellen sie am 10. Januar 2000 unter der Domain www.e-politik.de online. Schon vier Monate später erfolgt im Mai 2000 der erste Relaunch der Seite. Im Dezember kommt die zweite E-politik.de-Redaktion in Berlin hinzu, die ab diesem Zeitpunkt ebenfalls Artikel für die Internetseite liefert. Im Februar 2002 wurde der Verein E-politik.de e. V. gegründet und vom Finanzamt München als gemeinnützig anerkannt. Im November 2003 erfolgte der zweite Relaunch von www.e-politik.de, das um eine Online-Community-Funktion erweitert wurde. Als dritte Redaktion nach München und Berlin folgt im Juli 2004 die Gründung einer Leipziger Redaktion. Im März 2005 wurde die Seite um ein Weblog erweitert, das politische und gesellschaftliche Ereignisse beschrieb und kommentierte sowie die Hauptseite durch Kolumnen ergänzte. Im Januar 2006 kam die vierte Redaktion in Greifswald in Mecklenburg-Vorpommern dazu. Ende 2006 gründete sich nach dem dritten Relaunch der Website eine weitere Redaktion in Heidelberg.
Der Verein
Der Verein E-Politik.de e. V. bestand ab Februar 2002 und wurde vom Finanzamt München als gemeinnützig anerkannt. Die Ziele des Vereins waren die (online-)journalistische Nachwuchsförderung und Ausbildung, die Entwicklung innovativer und multimedialer journalistischer Formen im Internet, die allgemeine politische und überparteiliche Bildungsarbeit in Form von Seminaren, Konferenzen und Diskussionsrunden sowie die Beteiligung am öffentlichen und wissenschaftlichen Dialog über Politik, Gesellschaft und Politikwissenschaft.
Der Verein finanzierte sich ausschließlich durch Mitgliedsbeiträge und Spenden.
Die Redaktionen
In den insgesamt fünf Redaktionen in München, Berlin, Leipzig, Greifswald und Heidelberg arbeiteten rund 80 freie Mitarbeiter regelmäßig und ehrenamtlich für www.e-politik.de. Hinzu kamen Gastautoren.
Die Redaktionsmitarbeiter waren meist Studenten verschiedener Studiengänge, darunter Politikwissenschaften, Betriebswirtschaftslehre und Journalistik, Volontäre sowie ausgebildete Redakteure und Wissenschaftler. Alle arbeiteten ehrenamtlich für www.e-politik.de.
Die Kommunikation zwischen den Redaktionen erfolgte meist per E-Mail, Telefon und über Protokolle, die bei den in der Regel wöchentlichen Redaktionssitzungen geschrieben und anschließend an die anderen Redaktionen geschickt wurden. Mindestens einmal pro Jahr lud darüber hinaus eine Redaktion die anderen zu einem Gesamttreffen ein, bei dem Grundsätzliches besprochen, Ideen ausgetauscht und Änderungen beschlossen werden.
Ziele
Die Redaktion von www.e-politik.de sah sich als politisch neutral und versuchte zu zeigen, dass Politik aus mehr besteht als nur aus Wahlkampf, Reden, Parteiprogrammen und Abgeordneten. Die Redaktionen wollten politische Meinungen, Stimmungen und Trends in allen Bereichen des öffentlichen Lebens finden, egal ob in Literatur, Film, Musik, Umgangsformen, Modetrends oder Parteiprogrammen. Dabei lag der Schwerpunkt der Berichterstattung nicht ausschließlich auf dem tagesaktuellen Geschehen, sondern darüber hinaus auch in langfristigen Trends und Themen abseits der vorherrschenden Nachrichtenlage. Die Autoren waren dabei stets bemüht, eine besondere Sichtweise oder einen neuen Blickwinkel aufzuzeigen. So wurden neue, von anderen Massenmedien unbeachtete Perspektiven und Ansichten zu einem Thema mit Hintergrundinformationen verbunden, um mit einem neuen Ansatz zur politischen Meinungsbildung beizutragen. Wichtige Themen wurden in Dossiers zusammengefasst und stetig ergänzt.
Mit dem Angebot von www.e-politik.de sollten die Mitarbeiter eine Möglichkeit erhalten, (online)journalistisch zu arbeiten und ihre Texte einem breiten Publikum präsentieren zu können. Dabei wurde neben der Recherche, dem Schreiben der Texte und der Suche geeigneter Bilder auch Wert auf die Möglichkeiten des Internets gelegt, so zum Beispiel auf weiterführende Links und Multimedia-Elemente, die weitere Informationen zu den Themen lieferten.
Projekt WissensWerte
Ab Anfang 2010 betrieb der Verein das Projekt WissensWerte – Animationsclips zur politischen Bildung. Im Rahmen des Projektes entstand eine Serie von animierten Kurzfilmen zu politischen Themen, die als Creative Commons lizenziert wurden.
Preise und Auszeichnungen
Im April 2001 gewann www.e-politik.de den Alternativen Medienpreis der Nürnberger Medienakademie e. V. Das Weblog wurde im Juli 2005 beim Preisbloggen der Zeit unter die besten Zehn im Bereich Politik und Wirtschaft gewählt. Am 1. Januar 2010 wurde www.e-politik.de als ausgewählter Ort im Land der Ideen 2010 ausgezeichnet.
Weblinks
- E-politik.de – offizielle Internetpräsenz
Einzelnachweise
- ↑ Satzung e-politik.de e. V. ( vom 14. März 2013 im Internet Archive)
- ↑ WissensWerte Erklärfilme: /e-politik.de/ e.V. In: mundo.schule. Abgerufen am 30. Dezember 2025.