Dunkelgelber Wasserschlauch

Dunkelgelber Wasserschlauch
Systematik
Asteriden
Euasteriden I
Ordnung: Lippenblütlerartige (Lamiales)
Familie: Wasserschlauchgewächse (Lentibulariaceae)
Gattung: Wasserschläuche (Utricularia)
Art: Dunkelgelber Wasserschlauch
Wissenschaftlicher Name
Utricularia stygia
G.Thor

Der Dunkelgelbe Wasserschlauch (Utricularia stygia) oder Dunkle Wasserschlauch ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Wasserschläuche (Utricularia) innerhalb der Familie der Wasserschlauchgewächse (Lentibulariaceae).

Merkmale

Der Dunkelgelbe Wasserschlauch ist eine sommergrüne, wurzellose, untergetauchte Wasserpflanze, die Wuchshöhen von 5 bis 15 Zentimeter erreicht. Die Endzipfel der Wasserblätter weisen am Rand je (2) 3 bis 6 (7) Wimperzähnchen auf. Die gelbe Krone ist leicht rötlich überlaufen. Die Unterlippe misst 9 bis 11 × 13 bis 15 Millimeter. Der Sporn hat eine Länge von 4 bis 5 Millimeter.

Die Blütezeit reicht von Juli bis August.

Vorkommen

Der Dunkelgelbe Wasserschlauch kommt nur in Europa vor.[1] Nach P. Uotila (2013) kommt die Art in Norwegen, Schweden, Finnland, Russland, Großbritannien, Dänemark, Deutschland, Italien, Österreich und Tschechien vor.[1] Der Dunkelgelbe Wasserschlauch wächst in Deutschland in oligo- bis mesotrophen Gewässern wie Gräben, Tümpeln, Schlenken und flachen Uferbereichen von Seen. Die Art kommt selten in Bayern, Baden-Württemberg (Schwarzwald, Alpenvorland), Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und Nordost-Sachsen vor. In Schleswig-Holstein gilt sie als ausgestorben.[2] Das Verbreitungsgebiet dieser Art ist nur ungenügend bekannt. In Mitteleuropa kommt sie außer in Deutschland auch in Tirol und in Südtirol vor.[2] Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 5u (unter Wasser), Lichtzahl L = 4 (hell), Reaktionszahl R = 2 (sauer), Temperaturzahl T = 3+ (unter-montan und ober-kollin), Nährstoffzahl N = 1 (sehr nährstoffarm), Kontinentalitätszahl K = 2 (subozeanisch).[3]

Taxonomie

Der Dunkelgelbe Wasserschlauch wurde 1988 von Göran Thor in Nordic Journal of Botany Band 8 Teil 3 Seite 219 erstbeschrieben.

Literatur

  • Eckehart J. Jäger, Klaus Werner (Hrsg.): Exkursionsflora von Deutschland. Begründet von Werner Rothmaler. 10., bearbeitete Auflage. Band 4: Gefäßpflanzen: Kritischer Band. Elsevier, Spektrum Akademischer Verlag, München/Heidelberg 2005, ISBN 3-8274-1496-2.

Einzelnachweise

  1. a b P. Uotila, 2013: Lentibulariaceae. Datenblatt Utricularia stygia In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity.
  2. a b Andreas Fleischmann: Utricularia. In: Schmeil-Fitschen: Die Flora Deutschlands und angrenzender Länder. 98. Auflage. Verlag Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2024. ISBN 978-3-494-01943-7. S. 712.
  3. Utricularia ochroleuca R. W. Hartm. In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am 17. November 2025.