Dschyldys Maldybajewa

Dschyldys Abdylassowna Maldybajewa (kirgisisch Жылдыз Абдыласовна Малдыбаева; russisch Жылдыз Абдыласовна Малдыбаева, Transkription Schyldys Abdylassowna Maldybajewa, wiss. Transliteration Žyldyz Abdylasovna Maldybaeva, angloamerikanisch auch Maldybayeva; geboren am 6. Juli 1946 in Frunse, heute Bischkek, Kirgisische SSR; gestorben am 8. Februar 2022) war eine kirgisische bzw. sowjetische Komponistin und Hochschullehrerin. Sie wird im Bereich der klassischen Musik als erste[1] oder als eine der ersten Komponistinnen des Landes[2] bezeichnet.

Leben

Dschyldys Maldybajewa wuchs als Tochter des Komponisten Abdylas Maldybajew, der als Begründer der professionellen kirgisischen Musik gilt, und der Künstlerin sowie Sängerin Batipa Maldybajewa auf.[3] Im elterlichen Haus verkehrten bekannte Komponisten wie Nikolai Mjaskowski, Wano Iljitsch Muradeli, Wladimir Georgijewitsch Fere, Wladimir Alexandrowitsch Wlassow und Muqan Tölebajew. Ab 1953 nahm sie Klavierunterricht bei Marija Lwowna Kandel, die zu Zeiten des Zweiten Weltkriegs als Evakuierte aus der Ukraine nach Kirgisistan gekommen war. Bereits mit 11 Jahren begann Dschyldys Maldybajewa, selbst eigene Musikstücke zu schreiben.[4] Nach Abschluss des Staatlichen Muratali-Kurenkejew-Musikkollegs ging sie 1966 nach Aserbaidschan, studierte an der Musikakademie Baku Komposition bei Qara Qarayev und trat mit weiteren eigenen Werken hervor.[2] Sie setzte 1968 in Frunse ihre Studien am Staatlichen Kirgisischen Institut für Künste, benannt nach Bübüsara Beischenalijewa, fort und machte dort 1972 bei Boris Grigorjewitsch Gluchow (* 1941) ihren Abschluss.[4] 1973 wurde sie in den Komponistenverband der UdSSR aufgenommen, dem sie bis 1992 angehörte.[5]

Bereits ab 1969 war Dschyldys Maldybajew im Lehrberuf tätig. Sie wirkte am Kirgisischen Pädagogischen Institut für Frauen, benannt nach Wladimir Majakowski, der heutigen Arabajew-Universität, wo sie Musiktheorie und Klavier unterrichtete. Dort gründete sie 1972 das Frauen-Vokalensemble Muras. Mit den Liedern und Chorarrangements von Volksliedern, die sie hierfür schrieb, und mit Auftritten des Ensembles bei Bergleuten in Tasch-Kumyr, Wasserkraft-Arbeitern in Toktogul und Kolchosbauern der Region Osch wurde sie als Komponistin weiter bekannt. In dieser Zeit arbeitete sie auch als Assistentin von Qarayev (1973–1974) und als Kompositionslehrerin am Republikanischen Abdrajew-Musikinternat (1972–1974).[4] In den Jahren 1995 bis 2011 lehrte sie am Staatlichen Muratali-Kurenkejew-Musikkolleg die Fächer Komposition und Instrumentation.[5]

Sie starb Anfang Februar 2022 an den Folgen einer Covid-Infektion im Alter von 75 Jahren.[6] Ihr Grab befindet sich auf dem Ala-Artscha-Friedhof in Bischkek.[7]

Schaffen

Dschyldys Maldybajew wird als eine der ersten professionellen Komponistinnen klassischer Musik ihres Landes bezeichnet,[6] häufig auch als die erste Frau ihres Landes in diesem Beruf.[8] Sie schrieb ein Ballett («Али-Баба и сорок разбойников», 1975) und Orchesterwerke, darunter drei Sinfonien (1970, 1971, 2010),[4] Suiten und sinfonische Dichtungen, ferner vokalsinfonische Werke, instrumentale und vokale Kammer- und Chormusik, außerdem Klavierwerke, u. a. 24 Präludien, und Filmmusik. In ihren Vokalwerken vertonte sie Texte von Dichtern wie Aaly Tokombajew und Rassul Gamsatow.[9] Einem größeren Publikum ihres Landes wurde sie mit Liedern wie Биздин мезгил, Арноо, Манас келди, Рахмат турмуш, Бишкек und Ысык-Көл bekannt.[2]

Auszeichnungen

Maldybajewa wurde mit dem Lenin-Komsomol-Preis (1975) ausgezeichnet. In postsowjetischer Zeit erhielt sie die Ehrentitel Verdiente Künstlerin (1995) und Volkskünstlerin der Kirgisischen Republik (2020).[5]

Literatur

Einzelnachweise

  1. Малдыбаева, Жылдыз. In: Музыкальная энциклопедия. 1982, abgerufen am 10. November 2025 (russisch).
  2. a b c Белгилүү композитор Жылдыз Малдыбаева дүйнө салды. In: Kloop. Abgerufen am 10. November 2025 (kirgisisch).
  3. Baktygul Mombekova: Белгилүү композитор Абдылас Малдыбаевдин кызы Жылдыз Малдыбаева дүйнөдөн кайтты. In: super.kg. 8. Februar 2022, abgerufen am 10. November 2025 (kirgisisch).
  4. a b c d Баялиева-Уметалиева Чынар: Жылдыз Малдыбаева. In: Союз Композиторов Кыргызской Республики. 2019, abgerufen am 10. November 2025 (russisch).
  5. a b c Скончалась первая женщина-композитор Кыргызстана Жылдыз Малдыбаева – дочь Абдыласа Малдыбаева. In: kabar. 8. Februar 2022, abgerufen am 10. November 2025 (russisch).
  6. a b Белгилүү композитор Жылдыз Малдыбаева дүйнөдөн кайтты. In: Azattyk. 8. Februar 2022, abgerufen am 10. November 2025 (kirgisisch).
  7. Эл артисти Жылдыз Малдыбаеванын сөөгү "Ала-Арча" көрүстөнүнө коюлду. In: Azattyk. 9. Februar 2022, abgerufen am 10. November 2025 (kirgisisch).
  8. Жылдыз Малдыбаева. In: kino-teatr. 18. November 2022, abgerufen am 10. November 2025 (russisch).
  9. Малдыбаева, Жылдыз Абдыласовна. In: Большая биографическая энциклопедия. 2009, abgerufen am 10. November 2025 (russisch).