Drogentotengedenktag
Der nationale Drogentotengedenktag wird jeweils am 21. Juli mit Gedenkveranstaltungen in mehreren deutschen Städten zur Erinnerung an die Menschen begangen, die an den Folgen ihres Drogenkonsums, insbesondere ihres Drogenmissbrauchs verstorben sind.
Geschichte
Der Drogentotengedenktag – der von den teilnehmenden Organisationen und Initiativen weitestgehend als „Gedenktag für verstorbene Drogengebrauchende“ bezeichnet wird – geht auf eine Initiative von Angehörigen eines Drogentoten zurück und wurde zum ersten Mal 1998 in Gladbeck begangen. Auslöser war der Tod des jungen Drogengebrauchenden Ingo Marten am 21. Juli 1994. Seine Mutter organisierte gemeinsam mit der Stadt eine Gedenkstätte. Die Idee wurde deutschlandweit von vielen Organisationen im Bereich der Drogenhilfe aufgegriffen und die Bewegung weitete sich aus. 2010 fanden bereits in mehr als 60 deutschen Städten Gedenkveranstaltungen an diesem Tag statt und auch international gibt es mittlerweile entsprechende Aktionen.[1] Mittlerweile hat sich der Gedenktag zu einem der größten bundesweiten Aktions-, Trauer- und Präventionstage im Bereich illegalisierter Drogen entwickelt. Auch international finden zahlreiche Aktionen am 21. Juli statt z. B. in Spanien, Dänemark, den Niederlanden, Großbritannien, Kanada, Australien oder Schweden.[2]
Aktionen
In vielen Städten war lange Zeit ein symbolischer Sarg das Zentrum der Gedenkveranstaltungen.[3] Neben reinen Gedenkveranstaltungen und Gottesdiensten finden am Drogentotengedenktag in vielen Städten mittlerweile auch politische Aktionen statt. So wurde beispielsweise im Jahr 2013 in Stuttgart zu einer drogenpolitischen Gesprächsrunde mit Vertretern der Landespolitik, der Stadt Stuttgart, der Drogenhilfe sowie mit Substitutionsärzten und Betroffenen geladen.[4] Auch kulturelle Veranstaltungen, wie z. B. Konzerte, finden statt.[5]
Rezeption
Anlässlich des Drogentotengedenktages wird in den Medien deutschlandweit über Schicksale Drogen konsumierender Menschen berichtet, um so über die lokalen Aktionen hinaus eine Sensibilisierung der Öffentlichkeit zu erreichen.[6][7][8]
Siehe auch
Einzelnachweise
- ↑ Nationaler Drogentotengedenktag auch in München. (PDF) Münchner Aidshilfe, Prop e.V., Getaway, Condrobs, archiviert vom (nicht mehr online verfügbar) am 20. Mai 2014; abgerufen am 21. Juli 2022.
- ↑ Warum der 21. Juli? | 21. Juli - Gedenktag. 6. März 2018, abgerufen am 2. Oktober 2025.
- ↑ Luise Wagner: Weiße Rosen mit Namenszug zum Gedenken an die Drogentoten. Berliner Morgenpost, 22. Juli 2004, abgerufen am 9. Mai 2014.
- ↑ Drogentotengedenktag 2013 "Leben akzeptieren – Sterben verhindern". Aidshilfe Stuttgart e.V., abgerufen am 9. Mai 2014.
- ↑ Benefizkonzert zum Drogentotengedenktag. (PDF) Abgerufen am 9. Mai 2014.
- ↑ Gesichter hinter der Statistik. taz, 21. Juli 2004, abgerufen am 9. Mai 2014.
- ↑ Ulrike Gerards: Schweigeminute für Drogentote. NWZonline, 22. Juli 2009, abgerufen am 9. Mai 2014.
- ↑ Felicitas Kock: Prostitution ist ein Tabuthema. Süddeutsche Zeitung, 12. Januar 2012, abgerufen am 27. April 2015.