Draupadi Verlag

Der Draupadi Verlag wurde im Oktober 2003 von Christian Weiß in Heidelberg gegründet. Schwerpunkt war von Anfang an die Übersetzung wichtiger Werke der indischen (bzw. südasiatischen) Literatur ins Deutsche. Dabei wurden Werke nicht nur aus dem Englischen, sondern auch aus südasiatischen Sprachen übersetzt. Bis Oktober 2025 gab es 28 Direktübersetzungen aus dem Hindi, 7 aus dem Tamilischen, 7 aus dem Bengalischen, 5 aus dem Urdu, 3 aus Malayalam und 23 aus dem Englischen. In anderen deutschen Verlagen erschienen in diesem Zeitraum – soweit es die südasiatische Literatur betrifft – fast nur Übersetzungen aus dem Englischen.

Indische Autoren wie Uday Prakash, Alka Saraogi, K. Satchidanandan, Alokeranjan Dasgupta, Annie Zaidi, Krishna Baldev Vaid, Anees Salim und Sara Rai wurden durch den Draupadi Verlag im deutschsprachigen Raum bekannt gemacht. Hervorzuheben ist dabei die Hindi-Schriftstellerin Geetanjali Shree. Zwischen 2010 und 2013 erschienen von dieser Autorin drei Romane in deutscher Übersetzung im Draupadi Verlag. Damals war Geetanjali Shree in Europa weitgehend unbekannt. Dies änderte sich im Jahre 2022, als sie den International Booker Prize erhielt. Heute ist diese Autorin weltweit bekannt.

Etwas Besonderes ist auch das zweibändige Werk „Poets Translating Poets“ (2016). Unterstützt vom Goethe-Institut trafen sich 51 Lyrikerinnen und Lyriker (die ihre Gedichte in 20 verschiedenen Sprache verfassen) aus Südasien und Deutschland und übersetzten gegenseitig ihre Gedichte.

Der Draupadi Verlag erweiterte im Laufe der Zeit sein Programm. Seit 2016 veröffentlicht er auch Werke deutscher Autorinnen und Autoren, u. a. von Frank Barsch, Heide-Marie Lauterer, Bernd Leibowitz, Gertrud Edelmann, Gerhard Drokur und Willi Zurbrüggen.

Auch Sachbücher gehören zum Programm. Besonders erfolgreich war dabei „Mumbai – Delhi – Kolkata“ (hg. von Ravi Ahuja und Christiane Brosius, 2006) und „Wege zum Paradies. Utopisches Denken und radikales Handeln in der Heidelberger Revolte (1968-1978)“ von Volker von Offenberg (2025).

Von 2003 bis 2025 sind im Draupadi Verlag mehr als 200 Buchtitel erschienen.

Auszeichnungen

Der Verlag hat mehrere Auszeichnungen erhalten, darunter den Deutschen Verlagspreis in den Jahren 2020 und 2024. Außerdem wurde der Verleger Christian Weiß 2016 mit dem Bundesverdienstkreuz und 2007 mit dem Gisela-Bonn-Preis der Deutsch-Indischen Gesellschaft geehrt.

Deutscher Verlagspreis:

  • 2020: Der Preis wurde für die Förderung unabhängiger Verlage verliehen.
  • 2024: Der Verlag erhielt die Auszeichnung erneut als Preisträger.

Bundesverdienstkreuz

  • 2016: Verleger Christian Weiß erhielt diese Auszeichnung für sein Engagement für Demokratie und Menschenrechte.

Gisela-Bonn-Preis::