Doris Hertrampf
Doris Hertrampf (* 20. März 1948 in Schötmar) ist eine deutsche Diplomatin und war Botschafterin in Nordkorea und Tadschikistan.
Leben
Nach dem Schulbesuch absolvierte Doris Hertrampf zunächst von 1962 bis 1965 eine Berufsausbildung zur Industriekauffrau und war anschließend auch als Industriekauffrau tätig, ehe sie 1971 ihr Abitur nachholte. Im Anschluss absolvierte sie ein Studium der Volkswirtschaft und schloss dieses im Jahr 1977 als Diplom-Volkswirtin ab. Danach war sie Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Westfälischen Wilhelms-Universität, ehe sie 1981 in den Auswärtigen Dienst eintrat.[1]
Laufbahn
Nach dem Abschluss der Attachéausbildung war sie von 1983 bis 1984 in verschiedenen Fachgebieten im Auswärtigen Amt tätig, unter anderem im Referat Abrüstung Vereinte Nationen. Daraufhin wurde Hertrampf erst Mitarbeiterin am Generalkonsulat Bombay, danach 1986 an der Botschaft in Südkorea als Presse- und Wirtschaftsreferentin, wo sie 1987/88 das Ende der Militärdiktatur nach Unruhen in Seoul miterlebte. Bei den hier folgenden Olympischen Sommerspielen vertrat sie die BRD.[2] Der Einsatz endete im Jahr 1989.[1]
Von 1989 bis 1992 war Hertrampf wieder im Auswärtigen Amt in Berlin eingesetzt. Nach einer anschließenden Tätigkeit an der Botschaft in Russland war sie zwischen 1996 und 2002 stellvertretende Referatsleiterin im Auswärtigen Amt und als solche zuletzt auch von 2000 bis 2001 Leiterin der Außenvertretung der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) in Tallinn.
Nachdem die Bundesrepublik Deutschland Anfang 2001 nach einer zehnjährigen Pause durch einen Austausch von diplomatischen Noten wieder offizielle diplomatische Beziehungen mit Nordkorea aufgenommen hatte, wurde Hertrampf als erste neue Botschafterin nach Pjöngjang geschickt. Zuvor hatte am 4. Oktober 2001 der für Nordkorea neu berufene Koreaner Pak Hyon Bo sein Beglaubigungsschreiben dem deutschen Bundespräsidenten überreicht. Doris Hertrampfs Akkreditierung in Nordkorea erfolgte am 15. Januar 2002[3], und sie bekleidete dieses Amt bis 2005. Ihren Sitz nahm die Botschafterin mit einem kleinen Team im Gebäude der 1990 geschlossenen DDR-Botschaft: Munsudong District, Pjöngjang. In ihrer Amtszeit fanden wechselseitige hochrangige Delegationsbesuche statt, der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) und die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) führten Gespräche und vereinbarten den Austausch von Wissenschaftlern und Akademikern; das Goethe-Institut und Wirtschaftsverbände hatten Kontakte hergestellt. Zu offenen Problemen wie erhebliche Altschulden der KVDR gegenüber der alten Bundesrepublik und der akuten Mangelwirtschaft in Nordkorea gab es Lösungsansätze. Zu einer deutlichen Verschlechterung der Beziehungen zwischen BRD und KDVR führte schließlich die Nuklearkrise, also die verstärkte Atomenergienutzung für militärische Zwecke durch die nordkoreanische Regierung.[3] Nach Ablauf ihrer Botschaftertätigkeit in Ostasien arbeitete Doris Hertrampf als Referatsleiterin im Auswärtigen Amt. Von 2008 bis 2013 war sie Botschafterin in Tadschikistans Hauptstadt Duschanbe.[2]
Hertrampf ist Vizepräsidentin der Deutsch-Koreanischen Gesellschaft e.V. (DKG) und seit Januar 2016 Vorsitzende des Regionalverbandes Berlin-Brandenburg der DKG. Seit ihrer Arbeit in Korea lernt sie, auch nach Beginn ihrer Pensionierung in ihrer Freizeit Koreanisch. In ihrer Wahlheimatstadt Berlin ist sie Gasthörerin im Bereich Ostasienstudien und Koreanistik an der Freien Universität Berlin.[1]
Einzelnachweise
- ↑ a b c 75 Jahre geteilt – die Lage auf der koreanischen Halbinsel, abgerufen am 24. November 2025.
- ↑ a b Stefan Backe: Salzuflerin ist Botschafterin in Tadschikistan. Lippische Landes-Zeitung, 1. Januar 2013, abgerufen am 23. November 2025.
- ↑ a b Doris Hertrampf: Die Beziehungen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Demokratischen Volksrepublik Korea seit der Aufnahme diplomatischer Beziehungen. Abgerufen am 23. November 2025.