Dorfkirche Zwethau
Die evangelische Dorfkirche Zwethau ist eine im Kern romanische Saalkirche im Ortsteil Zwethau von Beilrode im Landkreis Nordsachsen in Sachsen. Sie gehört zum Pfarrbereich Beilrode-Arzberg im Kirchenkreis Torgau-Delitzsch der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland und kann in der Regel nicht besichtigt werden.[1]
Geschichte und Architektur
Die auf einer Anhöhe malerisch gelegene Saalkirche ist mit einem freistehenden Turm aus der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts versehen. Umbauten erfolgten zum Ende des 16. Jahrhunderts. Die Bauwerke sind in verputztem Bruchsteinmauerwerk ausgeführt. An den Saal ist auf der Südseite ein großer Anbau für die Sakristei und die Patronatsloge in verputztem Backsteinmauerwerk mit einem architektonisch gegliederten Schornsteinaufsatz vom Ende des 16. Jahrhunderts angefügt. Das Renaissance-Portal aus der Zeit um 1600 an der Südseite ist mit Eierstab und Zahnschnittfries im Rundbogen gegliedert. Der querrechteckige, spätromanische Turm ist mit gekuppelten rundbogigen Schallöffnungen versehen, die wohl erneuert wurden. Er zeigt einen vermauerten rundbogigen Westeingang und einen vermauerten Spitzbogen im Osten; der hölzerne Aufgang stammt von 1830, das Erdgeschoss ist kreuzgratgewölbt.
Der Saal ist mit Holzbalkendecke geschlossen, die wohl im Jahr 1693 marmoriert wurde. Eine schlichte Empore ist an drei Seiten eingebaut, die Westseite ist konvex gebildet. Die Sakristei ist kreuzgratgewölbt, im Obergeschoss ist eine große Loge mit Kamin, marmorierter Holzbalkendecke und Keramikofen eingebaut, die mit der Jahreszahl 1695 bezeichnet ist.
Ausstattung
Das Hauptstück der Ausstattung ist ein hölzerner, überwiegend weiß gefasster Altar; er zeigt in einem Ädikularahmen eine skulptierte Kreuzigungsgruppe vor einem gemalten Hintergrund. Auf dem gesprengten Giebel befinden sich Putten und eine Gloriole mit der Jahreszahl 1667. Ein gedrungener Taufstein mit Wappenschmuck ist mit der Jahreszahl 1576 bezeichnet.
Drei große bemalte Gedenktafeln erinnern an Mitglieder der Familie von Leipzig: Hans von Leipzig mit Familie sind unter der Taufe Christi und Georg von Leipzig mit Familie unter dem Jüngsten Gericht dargestellt; beide stammen vom Ende des 16. Jahrhunderts.
Eine Kreuzigungsszene ist mit Christoph von Leipzig und Familie dargestellt und mit der Jahreszahl 1667 bezeichnet. Ein kleines künstlerisch wertvolles Kreuzigungsgemälde in geflammtem Rahmen stammt vom Anfang des 18. Jahrhunderts.
Zwei Trauerfahnen sind bezeichnet mit der Jahreszahl 1664, eine davon ist mit einer Inschrift und einer Wappendarstellung versehen. Das Kastengestühl ist ein Werk des 17. Jahrhunderts. Unter den zahlreichen Grabmälern innen und außen sind vier figürliche Grabsteine der Familie von Leipzig aus der Zeit vom Ende des 16. bis Anfang des 17. Jahrhunderts erhalten.
Literatur
- Georg Dehio: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Sachsen II. Die Regierungsbezirke Leipzig und Chemnitz. Deutscher Kunstverlag, München/Berlin 1998, ISBN 3-422-03048-4, S. 168–169 (dehio.org).
Weblinks
Einzelnachweise
Koordinaten: 51° 34′ 49,5″ N, 13° 2′ 22,9″ O