Dorfkirche Seilershof

Die evangelische Dorfkirche Seilershof ist eine Saalkirche in Seilershof, einem Ortsteil der Stadt Gransee im Landkreis Oberhavel in Brandenburg. Die Kirchengemeinde gehört zum Kirchenkreis Oberes Havelland der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz.

Lage

Seilershof liegt etwa neun Kilometer nördlich von Gransee am Ufer des Kleinen Wentowsees, der über den Wentowkanal zur Havel verbunden ist.

Die Hauptstraße führt von Nordwesten kommend in südöstlicher Richtung durch den Ort. Die Kirche steht im östlichen Teil des Ortes südlich der Hauptstraße auf einem eingezäunten Grundstück.

Geschichte

Seilershof entstand im Jahr 1754, als der königliche Oberförster Johann Georg Seiler aus Lüdersdorf von Friedrich dem Großen ein 200 Morgen (Mg) großes, wüst liegendes Land auf der Feldmark Wentow am sogenannten Pfefferteich erhielt. Im dortigen königlichen Forst befand sich zu dieser Zeit bereits eine Wassermühle, die Pfeffermühle. Zu dieser Zeit gab es noch keine eigene Kirche; die Gemeinde war im Jahr 1800 nach Zabelsdorf eingekircht und kam 1817 nach Großwoltersdorf.[1]

Die Dorfkirche entstand erst 200 Jahre nach der Gründung von Seilershof in den Jahren 1953 bis 1954 nach einem Entwurf des Architekten Karl Streckebach. Die Kirchengemeinde verzichtete auf die Errichtung eines Kirchturms, da kirchliche Neubauten in der Zeit der DDR unerwünscht waren. Die Kirchweihe fand am 2. Mai 1954 im Beisein des Bischofs Otto Dibelius statt.[2] Die Kirche steht wegen ihrer „ortsbildprägenden und künstlerischen Bedeutung“[3] unter Denkmalschutz. Im Jahr 1973 verschwand aus bislang ungeklärten Gründen die Kleinorgel der Firma Sauer.[4] Im Jahr 2025 konnte die Kirchengemeinde ein gebrauchtes Instrument der Firma Ahlborn-Orgel aus Reutlingen anschaffen und im Kirchenraum repariert wieder in Betrieb nehmen.[3]

Baubeschreibung

Das Bauwerk ist nicht geostet und entstand im Wesentlichen aus Mauerstein, der nur grob verputzt wurde. Es hat einen rechteckigen Grundriss und an seiner Ostseite drei rundbogenförmige Fenster, die in ihrem oberen Bogen mit einem Fries aus rötlichem Mauerstein verziert sind. An der südöstlichen Wand des Langhauses ist eine ebenfalls rundbogenförmige Pforte. An der Westseite des Langhauses befinden sich ebenfalls drei rundbogenförmige Fenster. Das Bauwerk kann durch ein gestuftes Portal von Norden her betreten werden. Oberhalb ist im Giebel ein Ochsenauge, darüber ein kleiner Dachreiter, der mit einer Turmkugel und Kreuz abschließt.

Ausstattung

Im Innern befindet sich unter anderem eine Ahlborn-Orgel. Im Vorraum befindet sich eine Dauerausstellung über die Geschichte der Kirche.[5]

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Einzelnachweise

  1. Lieselott Enders: Historisches Ortslexikon für Brandenburg, Teil II, Ruppin. S. 248, Weimar 1972
  2. Evangelische Kirche Seilershof, Webseite des Evangelischen Kirchenkreises Oberhavel, abgerufen am 3. Januar 2026.
  3. a b Orgeleinweihung in der Dorfkirche Seilershof (OHV), veröffentlicht in Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg, Infobrief November 2025, S. 6.
  4. Orgeleinweihung in der Dorfkirche Seilershof, Webseite des Naturparks Stechlin-Ruppiner Land, abgerufen am 3. Januar 2026.
  5. Dorfkirche Seilershof, Webseite des Förderkreises Alte Kirchen Berlin-Brandenburg, abgerufen am 3. Januar 2026.

Koordinaten: 53° 4′ 30,3″ N, 13° 10′ 10,6″ O