Dorfkirche Peertz

Die evangelische Dorfkirche Peertz ist eine spätromanische Saalkirche im Ortsteil Peertz von Beetzendorf im Altmarkkreis Salzwedel in Sachsen-Anhalt. Sie gehört zur Kirchengemeinde Peertz im Pfarrbereich Beetzendorf im Evangelischen Kirchenkreis Salzwedel der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland.

Geschichte und Architektur

Die kleine spätromanische Saalkirche mit Ostapsis wurde vermutlich in der Mitte des 13. Jahrhunderts in unregelmäßigem Feldsteinmauerwerk erbaut und mehrfach erneuert. Sie ist vom Friedhof umgeben und steht etwas nordöstlich des alten Rundplatzdorfes. Über dem romanischen Westteil erhebt sich ein neuzeitlicher querrechteckiger Fachwerkturm mit massiver Westwand. Die einzige original erhaltene Öffnung ist das Apsisfenster, die übrigen Öffnungen wurden später verändert. Insbesondere an der Südseite wurden große Teile der Mauern im 19. Jahrhundert umgestaltet. Eine Renovierung erfolgte um das Jahr 1880. Das Innere ist flach gedeckt. Im Westen und Norden sind hölzerne Emporen eingebaut, die vermutlich aus dem 18. Jahrhundert stammen. Die handwerkliche Deckenmalerei mit tuba-blasenden Engeln entstand vermutlich zu Beginn des 18. Jahrhunderts. In der Apsis ist eine schlichte Sakramentsnische mit Türblatt und originalen Beschlägen erhalten.

Die Kirche steht unter Denkmalschutz und ist als Baudenkmal mit der Erfassungsnummer 094 90291 im Denkmalverzeichnis von Sachsen-Anhalt registriert.[1]

Ausstattung

Das Hauptstück der Ausstattung ist ein kleines spätgotisches Schnitzretabel vom Ende des 15. Jahrhunderts, das vor 1960 dilettantisch gefasst wurde. Es zeigt im Mittelschrein die Anbetung der Heiligen Drei Könige, in den Flügeln die zwölf Apostel in zwei Reihen übereinander. Die schlichte hölzerne Renaissancekanzel auf ornamentierter Stütze stammt wohl vom Ende des 17. Jahrhunderts. Eine spätklassizistische Taufe entstand vermutlich um 1880. Ein zwölfarmiger Messingleuchter ist auf das Jahr 1659 datiert. Zwei mittelalterliche Bronzeglocken stammen vermutlich aus dem 14. und 15. Jahrhundert. Die kleine Glocke ist noch in der Form des 13. Jahrhunderts gestaltet. Die größere Glocke mit weit ausladendem Schlagring wurde ihrer Inschrift („an(n)o d(omi)ni mcccc xciiii iar na gades bort“) zufolge im Jahr 1494 gegossen. Vermutlich entstand auch der Altarstipes aus Backstein zu dieser Zeit. Beachtenswert ist eine kleine Öffnung auf der Rückseite des Stipes, die wohl zur Aufbewahrung der offenbar sehr kleinen Abendmahlsgeräte diente. Damit ist belegt, dass sie aus einer Zeit stammt, zu der nur der Priester den Kelch erhielt.[2]

Literatur

Commons: Dorfkirche Peertz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage zur schriftlichen Beantwortung. (PDF) 19. März 2015, abgerufen am 17. Dezember 2025 (9,9 MB; Anfrage der Abgeordneten Olaf Meister und Claudia Dalbert (Bündnis 90/Die Grünen) – Kleine Anfrage 6/8670; Drucksache 6/3905 – Antwort durch das Kultusministerium – betrifft: Denkmalverzeichnis des Landes Sachsen-Anhalt – siehe PDF-Seite 3874).
  2. Matthias Friske: Die mittelalterlichen Kirchen in der nordwestlichen Altmark (= Bernd Janowski, Dirk Schumann [Hrsg.]: Kirchen im ländlichen Raum. Band 9). Lukas, Berlin 2021, ISBN 978-3-86732-379-6, S. 345–347.

Koordinaten: 52° 39′ 29,9″ N, 11° 6′ 12,1″ O