Dorfkirche Meineweh
Die evangelische Dorfkirche Meineweh ist eine spätgotische Saalkirche in der Gemeinde Meineweh im Burgenlandkreis in Sachsen-Anhalt. Sie gehört zum Pfarrbereich Droyßig im Kirchenkreis Naumburg-Zeitz der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland.
Geschichte und Architektur
Die Kirche ist ein kleiner spätgotischer Rechteckbau mit verschiefertem, westlichem Dachturm und eingezogenem, dreiseitig geschlossenem Chor. Das Schiff wird durch eine getäfelte Holzdecke abgeschlossen, der Chor durch ein Muldengewölbe. Die zweigeschossige Hufeisenempore stammt vom Ende des 17. Jahrhunderts und ist im Westen als Orgelempore vorschwingend ausgebildet. Gleichzeitig wurde eine Loge an die Nordseite des Chores angebaut, die mit einer in die Chormauer eingebauten Doppelarkade auf toskanischen Säulen zum Schiff geöffnet ist und später überarbeitet wurde. Die Ausmalung der Kirche erfolgte im Jahr 1914.
Die Kirche steht unter Denkmalschutz und ist als Baudenkmal mit der Erfassungsnummer 094 85351 im Denkmalverzeichnis von Sachsen-Anhalt registriert.[1]
Ausstattung
Das Hauptstück der für eine kleine Dorfkirche bemerkenswert umfangreichen Ausstattung ist ein vierflügeliger Schnitzaltar aus der Zeit um das Jahr 1510; er zeigt im Schrein Anna Selbdritt zwischen den heiligen Jungfrauen Barbara und Katharina sowie in den Flügeln die Heiligen Maria Magdalena und Elisabeth von Thüringen. Die Gemälde der ersten Wandlung zeigen vier Szenen aus dem Marienleben, auf den Rückseiten der Außenflügel eine gemalte Verkündigung. Die Predella zeigt ein Abendmahlsgemälde und der Aufsatz eine Freifigur des auferstandenen Christus aus der Zeit um 1680.
Die hölzerne Kanzel aus dem frühen 17. Jahrhundert zeigt auf dem geschnitzten Schalldeckel Christus mit der Siegesfahne und Engel mit den Marterwerkzeugen. Die große spätgotische Sandsteintaufe in gedrungener Kelchform ist mit einem Maßwerkfries geschmückt. Ein lebensgroßer Holzkruzifixus stammt aus der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts.
An der südlichen Chorwand erinnert ein künstlerisch wertvolles Alabastergrabmal an Günther von Bünau auf Meineweh († 1706), auf dem der gerüstete Oberst zu Pferde im Hochrelief dargestellt ist; am Piedestal aus schwarzem Marmor befinden sich eine Inschriftplatte und Wappen, das Ganze wird Paul Heermann zugeschrieben. Daneben steht ein Kindergrabstein aus dem Jahr 1689. An der Nordseite befindet sich das Grabmal für Hans Heinrich Freiherr von Bodenhausen-Degener († 1912).
Die Orgel ist ein Werk von Oskar Ladegast aus dem Jahr 1904 mit 13 Registern auf zwei Manualen und Pedal.[2]
Auf dem von einer hohen Mauer umgebenen Kirchhof und an der Mauer des Logenanbaus der Kirche sind mehrere Grabsteine des 16.–18. Jahrhunderts angebracht.
Literatur
- Ute Bednarz, Folkhard Cremer, Hans-Joachim Krause (Bearb.): Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Sachsen-Anhalt II. Regierungsbezirke Dessau und Halle. Deutscher Kunstverlag, München/Berlin 1999, ISBN 3-422-03065-4, S. 524–525 (dehio.org).
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage zur schriftlichen Beantwortung. (PDF) 19. März 2015, abgerufen am 5. Januar 2026 (9,9 MB; Anfrage der Abgeordneten Olaf Meister und Claudia Dalbert (Bündnis 90/Die Grünen) – Kleine Anfrage 6/8670; Drucksache 6/3905 – Antwort durch das Kultusministerium – betrifft: Denkmalverzeichnis des Landes Sachsen-Anhalt – siehe PDF-Seite 795).
- ↑ Informationen zur Orgel auf orgbase.nl. Abgerufen am 20. November 2025.
Koordinaten: 51° 4′ 36,6″ N, 11° 59′ 15,4″ O