Dorfkirche Mehrin
Die evangelische Dorfkirche Mehrin ist eine kleine, im Kern romanische Saalkirche im Ortsteil Mehrin von Kalbe (Milde) im Altmarkkreis Salzwedel in Sachsen-Anhalt. Sie gehört zum Pfarrbereich Fleetmark-Jeetze im Kirchenkreis Salzwedel der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland.
Geschichte und Architektur
Die kleine, im Kern romanische Saalkirche mit Apsis in unregelmäßigem Feldsteinmauerwerk aus der Mitte des 13. Jahrhunderts erhielt vermutlich im Jahr 1774 einen kleinen Fachwerk-Dachturm mit Zeltdach und Laterne. Im Jahr 1809 wurden die Mauern des Schiffs in verputztem Backsteinmauerwerk erhöht, die Fenster vergrößert und ein Westportal eingebrochen. Eine Restaurierung erfolgte in den Jahren 1994/1995. Von den rundbogigen Öffnungen des ursprünglichen Bauwerks sind zwei Nordportale und zwei Apsisfenster erkennbar. Im Innern ist das Schiff flachgedeckt; die Apsis ist von einer Halbkuppel überwölbt.[1]
An der Mitte der Nordseite befinden sich ein vermauertes rundbogiges Portal und ein ebenfalls vermauerter rundbogiger Eingang sowie drei neuzeitliche Fenster. Auf der Südseite sind drei jüngere Fenster eingebaut; an der Westseite ist eine neuzeitliche, stichbogige Pforte eingelassen. An der Nordseite der Apsis sitzt eine kleine stichbogige Nische mit alter Holztür, an der Südseite eine rechteckige Wandnische ohne Tür.
Die Kirche steht unter Denkmalschutz und ist als Baudenkmal mit der Erfassungsnummer 094 61245 im Denkmalverzeichnis von Sachsen-Anhalt registriert.[2]
Ausstattung
Der Altarstipes ist vermutlich noch mittelalterlich. Von der vorreformatorischen Ausstattung ist nur ein ehemals silbervergoldeter, spätgotischer Kelch erhalten, der auf dem Fuß einen aufgelegten Kruzifixus zeigt und seine Vergoldung nahezu völlig verloren hat.
Von zwei im Jahr 1886 bei der Glockengießerei in Apolda gegossenen Glocken ist nach Abgabe der größeren im Ersten Weltkrieg 1917 nur noch die kleinere erhalten. Diese wird nach einer Instandsetzung im Jahr 2020 jeden Sonnabend um 18:00 Uhr geläutet. Die Kirche hat eine variable Bestuhlung und wird durch einen Förderverein unterstützt.
Literatur
- Matthias Friske: Die mittelalterlichen Kirchen in der nordwestlichen Altmark (= Bernd Janowski, Dirk Schumann [Hrsg.]: Kirchen im ländlichen Raum. Band 9). Lukas, Berlin 2021, ISBN 978-3-86732-379-6, S. 326–327.
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Georg Dehio: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler. Sachsen-Anhalt I. Regierungsbezirk Magdeburg. Deutscher Kunstverlag, München/Berlin 2002, ISBN 3-422-03069-7, S. 633, online.
- ↑ Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage zur schriftlichen Beantwortung. (PDF) 19. März 2015, abgerufen am 17. Dezember 2025 (9,9 MB; Anfrage der Abgeordneten Olaf Meister und Claudia Dalbert (Bündnis 90/Die Grünen) – Kleine Anfrage 6/8670; Drucksache 6/3905 – Antwort durch das Kultusministerium – betrifft: Denkmalverzeichnis des Landes Sachsen-Anhalt – siehe PDF-Seite 4010).
Koordinaten: 52° 43′ 19,7″ N, 11° 30′ 11″ O