Dorfkirche Hohendorf (Groitzsch)
Die evangelische Dorfkirche Hohendorf ist eine im Kern romanische Saalkirche im Ortsteil Hohendorf von Groitzsch im Landkreis Leipzig in Sachsen. Sie gehört zur Evangelischen Kirchgemeinde an Pleiße und Schnauder im Kirchenbezirk Leipziger Land der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens und kann in der Regel nicht besichtigt werden.[1]
Geschichte und Architektur
Die romanische Saalkirche in Höhenlage mit markantem Westturm erhielt um das Jahr 1500 einen Chor und den Turm. Barocke Veränderungen wurden nach Jahreszahlen am Triumphbogen und im Chor in den Jahren 1623 und 1707 vorgenommen. Eine Erneuerung erfolgte in den Jahren 1897/98; Restaurierungen wurden in den Jahren 1965–67 und 1995 durchgeführt. Im Jahr 2010 wurde die Restaurierung der Kirche durch Mittel aus der Stiftung KiBa unterstützt.[2]
Das Bauwerk ist ein Putzbau mit dreiseitig geschlossenem Chor. Der mächtige Turm wurde über quadratischem Grundriss mit Walmdach erbaut; an der Nordseite befindet sich ein Treppenturm. Am Saal befinden sich ein rundbogiges Eingangsportal und ein Rundbogenfenster im Norden; an der Südseite wurde ein weiteres nachgewiesen; die übrigen Öffnungen sind wie am Chor spätgotische Maßwerkfenster. Ein spitzbogiges Westportal mit verschränktem Stabwerk erschließt das Bauwerk; an der Südseite des Chores befindet sich die Sakristei mit einem getreppten Ziergiebel in Backstein.
Im Turm befindet sich ein Spiegelgewölbe aus dem Jahr 1897 und die Orgelempore anstelle eines ursprünglich tief herabgezogenen Kreuzrippengewölbes; im Westen sind Wappenkonsolen erhalten geblieben. Ein Rundbogen öffnet sich zum flachgedeckten Saal; ein weiterer Rundbogen führte zum ursprünglich quadratischen Chor, der nach der spätgotischen Erweiterung einheitlich mit einem Parallelrippengewölbe geschlossen ist. An der Südseite befindet sich ein romanisches Rundbogenfenster und ein spätgotisches Sakristeiportal, die Sakristei ist mit einem Kreuzgratgewölbe geschlossen.
Ausstattung
Ein kleiner Flügelaltar, dessen Schrein erneuert wurde, zeigt vier Schnitzfiguren im Weichen Stil aus der Zeit um 1430, die Petrus, Dorothea, Elisabeth und einen Bischof darstellen. Die Flügelgemälde zeigen die Verkündigung des Herrn und die Anbetung der Könige mit großformatigen Figuren in heller Farbigkeit als seltene Beispiele des Weichen Stils in Sachsen. Von einem weiteren Flügelaltar ist der Mittelschrein mit einer künstlerisch wertvollen Schnitzfigur der Anna selbdritt, bezeichnet mit HS 1519, erhalten. Eine große Schnitzfigur einer Schmerzensmutter aus der Zeit um 1515 stammt vermutlich aus einer Altenburger Werkstatt.
Das kelchförmige Taufbecken aus Sandstein im Stil der Spätrenaissance entstand im Jahr 1610 und ist mit Beschlagwerk, Wappen und Engelsköpfen verziert.
Die Orgel ist ein Werk von Conrad Geißler[1] aus dem Jahr 1897 mit zehn Registern auf einem Manual und Pedal. Im Jahr 2012 wurde die Orgel mit Mitteln der Deutschen Stiftung Denkmalschutz restauriert. Im Jahr 2015 wurde eine fehlende dritte Glocke mit Unterstützung der Stiftung neu gegossen.[3]
Literatur
- Georg Dehio: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Sachsen II. Die Regierungsbezirke Leipzig und Chemnitz. Deutscher Kunstverlag, München/Berlin 1998, ISBN 3-422-03048-4, S. 353–354 (dehio.org).
Weblinks
- Beschreibung auf der Website der Kirchgemeinde
Einzelnachweise
- ↑ a b Information auf architektur-blicklicht
- ↑ Website der Stiftung KiBa
- ↑ Information auf der Website der Deutschen Stiftung Denkmalschutz
Koordinaten: 51° 6′ 56,4″ N, 12° 20′ 12,7″ O