Dorfkirche Gieseritz
Die evangelische Dorfkirche Gieseritz ist eine spätgotische Saalkirche im Ortsteil Gieseritz von Wallstawe im Altmarkkreis Salzwedel in Sachsen-Anhalt. Sie gehört zum Pfarrbereich Gieseritz-Umfelde im Kirchenkreis Salzwedel der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland.
Geschichte und Architektur
Die Kirche liegt im Mittelpunkt des von einem ausgedehnten Straßengeviert umgebenen Rundplatzdorfs. Das Bauwerk ist ein spätgotischer Rechtecksaal aus unregelmäßigem Mauerwerk in Feldstein; es trägt über dem Westgiebel einen hölzernen Dachturm mit Spitzhelm; eine Restaurierung erfolgte im Jahr 1997. An der Ostseite sind zwei kleine ursprüngliche Fenster erhalten; die Fenster an der Nord- und Südseite wurden zur Zeit des Barock eingebracht. Das Südportal ist stichbogig aus Backstein in einer Spitzbogennische ausgeführt. Im Innern ist das Bauwerk flachgedeckt; an den Wänden sind Weihekreuze sichtbar. Das Bauwerk wurde auf die Zeit um 1500 datiert.[1]
Die Kirche steht unter Denkmalschutz und ist als Baudenkmal mit der Erfassungsnummer 094 05988 im Denkmalverzeichnis von Sachsen-Anhalt registriert.[2]
Ausstattung
Die hölzerne Ausstattung stammt vom Anfang des 17. Jahrhunderts. Der Altaraufsatz mit einem kleinen Gemälde der Auferstehung stammt vermutlich aus dem Jahr 1609 und wurde 1953 restauriert. Die auf das Jahr 1608 datierte Kanzel zeigt am Korb Gemälde der Evangelisten. Das Gestühl ist auf das Jahr 1612 (?) datiert; die Rückenlehnen sind zumeist in Form von Gitterbrüstungen gestaltet, auf den Wangen befinden sich kreisförmige Aufsätze mit geometrischen Mustern. Zwei kleine spätgotische Schnitzfiguren sind deponiert. Eine beschädigte weibliche Heiligenfigur mit Haube stellt möglicherweise Maria Magdalena dar; ein ebenfalls lädierter bärtiger Heiliger hält in der Rechten ein Buch und könnte Jakobus den Älteren darstellen; die beiden Figuren werden auf die Zeit um 1520 datiert.
Im Jahr 1917 hatte die Kirche noch zwei Glocken, von denen eine aus dem Jahr 1898 noch vorhanden ist; eine mittelalterliche Glocke von 1520 ging bei der Ablieferung verloren.[1]
Literatur
- Georg Dehio: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Sachsen-Anhalt I. Regierungsbezirk Magdeburg. Deutscher Kunstverlag, München/Berlin 2002, ISBN 3-422-03069-7, S. 268 (dehio.org).
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ a b Matthias Friske: Die mittelalterlichen Kirchen in der nordwestlichen Altmark (= Bernd Janowski, Dirk Schumann [Hrsg.]: Kirchen im ländlichen Raum. Band 9). Lukas, Berlin 2021, ISBN 978-3-86732-379-6, S. 185–188.
- ↑ Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage zur schriftlichen Beantwortung. (PDF) 19. März 2015, abgerufen am 17. Dezember 2025 (9,9 MB; Anfrage der Abgeordneten Olaf Meister und Claudia Dalbert (Bündnis 90/Die Grünen) – Kleine Anfrage 6/8670; Drucksache 6/3905 – Antwort durch das Kultusministerium – betrifft: Denkmalverzeichnis des Landes Sachsen-Anhalt – siehe PDF-Seite 4034).
Koordinaten: 52° 46′ 30″ N, 11° 0′ 30,8″ O