Dorfkirche Egsdorf

Die evangelische, denkmalgeschützte Dorfkirche Egsdorf steht in Egsdorf, einem Ortsteil der Stadt Luckau im Landkreis Dahme-Spreewald in Brandenburg. Sie gehört zur Kirchengemeinde Schlabendorf im Kirchenkreis Niederlausitz im Sprengel Görlitz der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz.

Architektur

Das Langhaus der Saalkirche wurde vermutlich im frühen 15. Jahrhundert,[1] nach anderen Angaben auch im späten 14. Jahrhundert,[2] aus unregelmäßigen Bruchsteinen erbaut. Mittels einer dendrochronologischen Untersuchung des Kreuzstrebendachs konnten die dort verwendeten Hölzer auf das Jahr 1408 datiert werden. Die Fertigstellung der Kirche dürfte demnach im Jahr 1408 vollendet worden sein.[3] Das westliche Portal ließ sich von innen mit einem langen hölzernen Balken verriegeln. Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Dorfkirche Egsdorf vermutlich zerstört. Zu Beginn des 18. Jahrhunderts, im Zuge des Wiederaufbaus, wurde die ursprünglich in gotischen Formen errichtete Kirche barockisiert.[4] Das Satteldach erhielt im Westen einen holzverkleideten, mit einer Welschen Haube bedeckten Dachreiter, in dessen Glockenstuhl zwei Kirchenglocken hängen, und größere Fenster. Von den beiden Zugängen im Norden ist der westliche spitzbogig erhalten geblieben. Beide Zugänge weisen außerdem Näpfchen auf. An der Ostwand befand sich eine gotische Dreifenstergruppe, von der die äußeren Fenster rundbogig verändert und das mittlere größtenteils vermauert wurde.[5]

Bei Umbau- und Renovierungsarbeiten in den Jahren 1964 bis 1967 fanden Arbeiter vor dem Altar zwei Grüfte mit je einem Kindergrab und im westlichen Bereich das Grab eines Erwachsenen. Eine Sanierung des Dachs, der Turmverbretterung sowie des Turmaufsatzes erfolgte in den Jahren 1993 bis 1996. In dieser Zeit wurden auch die Türblätter der Nordzugänge erneuert und der südliche Anbau abgerissen. Bei Sanierungsmaßnahmen in den Jahren 2023 bis 2025 konnten Reste eine Kalkputzes sowie eine rote Farblasur gesichert werden. Sie sind ein Indiz für die mittelalterliche Fassadengestaltung. Die stark geschädigten Fußpunkte der Dachkonstruktion mussten erneuert werden. Durch den Einbau eines Hängewerks konnte Ende 2024 der Turm entlastet werden.

Der Innenraum war ursprünglich mit einem Tonnengewölbe überspannt, da der Dachstuhl als Kreuzstrebendach ausgeführt wurde.[3] Nach seiner Zerstörung wurde eine Flachdecke eingezogen, die von drei Balusterstützen getragen wird. Die Emporen im Osten und Westen mit Brüstungen aus Balustern wurden bereits im 16. Jahrhundert eingebaut. Zwischen 1983 und 1986 wurde die Kirche saniert.[1] Dennoch drückt der Dachreiter auf das Gebäude und verursacht Risse in den Außenmauern. Im Jahr 2024 erfolgte eine Stabilisierung vorgesehen; anschließend sollte der Dachreiter saniert werden.[6] Dies konnte im Jahr 2025 durch den Einbau eines Hänge- bzw. Sprengwerks durchgeführt werden.

Ausstattung

In der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts erhielt die Dorfkirche Egsdorf eine neue Ausstattung, zu ihr gehört ein Sakramentshaus. Vom barocken Altar ist nur noch das Altarretabel aus Lindenholz vorhanden, dieses wurde ab 1967 restauriert. Es zeigt im Mittelfeld ein geschnitztes, mit Säulen flankiertes Kruzifix und hat einen segmentbogigen Abschluss. Die Taufschale stammt vermutlich aus dem 17. Jahrhundert. Hinter dem Altaraufsatz steht auf der östlichen Empore aus dem 16. Jahrhundert[3] die 1970 von der W. Sauer Orgelbau Frankfurt (Oder) gebaute Orgel. Diese ersetzte ein altes Instrument aus dem 19. Jahrhundert. Eine der beiden Kirchenglocken wird auf das Jahr 1461 datiert,[7]. Die ins Deutsche übersetzte Inschrift lautet: Maria hilf im Jahre 1461. O Christus, König der Ehren komme in Frieden. Die Kirchengemeinde musste sie im Zweiten Weltkrieg abgeben; allerdings wurde sie in Hamburg gefunden und wieder zurück nach Egsdorf gebracht. Die zweite, kleinere Glocke stammt aus dem Jahr 1521 und trägt die Inschrift: Fromm ergebenen Sinn, Gott die Ehre und des Vaterlandes.[3]

Literatur

Commons: Dorfkirche Egsdorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. a b Georg Dehio: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler: Brandenburg. Deutscher Kunstverlag, München/Berlin 2012, ISBN 978-3-422-03123-4, S. 271.
  2. Dorfkirche Egsdorf. Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg, abgerufen am 24. Januar 2023.
  3. a b c d Annegret Gehrmann: Dem Mittelalter auf der Spur: Entdeckungen in der Dorfkirche Egsdorf, veröffentlicht in Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg (Hrsg.): Offene Kirchen 2025: Kirchen – 80 Jahre nach Kriegsende, S. 70–72.
  4. Brandenburgischer Provinzialverband (Hrsg.): Die Kulturdenkmäler der Provinz Brandenburg. Band 5.1. Kreis Luckau. Kommissionsverlag der Vossischen Buchhandlung, Berlin 1917, S. 126–129.
  5. Annegret Gehrmann: Kirche Egsdorf. Evangelisches Pfarramt Langengrassau, abgerufen am 24. Januar 2023.
  6. Philipp Schauer: Von Förderkreis zu Fördkreis – Zu Besuch in der Luckauer Niederlausitz, veröffentlicht in Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg, Infobrief September 2024, S. 2.
  7. Dorfkirche Egsdorf. Brandenburgische Stiftung Denkmalschutz, abgerufen am 24. Januar 2023.

Koordinaten: 51° 50′ 3,4″ N, 13° 48′ 2,5″ O