Dorfkirche Bornum

Die Dorfkirche Bornum ist eine denkmalgeschützte Kirche im zur Stadt Zerbst gehörenden Dorf Bornum in Sachsen-Anhalt. Sie gehört zum Kirchenkreis Zerbst der Evangelischen Landeskirche Anhalts.

Lage

Die Kirche befindet sich am südlichen Ortsrand, an der Adresse Lange Straße 15. Nördlich steht das gleichfalls denkmalgeschützte Pfarrhaus Bornum.

Sprengel

Mit nach Bornum eingepfarrt ist Herzwinkel. Als Filialkirchen bestehen Trüben, Kleinleitzkau mit Ratsbruch, Bonitz, Pulspforde und Mühlsdorf.

Architektur

Die Kirche wurde 1886 im Stil der Neugotik als Backsteinbau errichtet. Die Gliederung des Baus erfolgt durch Strebepfeiler. Der auf quadratischem Grundriss errichtete Chor ist etwas niedriger als das Schiff und verfügt über einen dreiseitigen Abschluss. Sowohl auf der Nord- als auch auf der Südseite des Chors befinden sich eingeschossige Anbauten. Westlich an das Schiff schließt sich der gleichfalls auf quadratischer Grundfläche errichtete schlanke Turm an. Er wird von einem gemauerten Helm bekrönt.

Das Kircheninnere wird von einem verbretterten, offenen Dachstuhl überspannt. Die seitlichen Anbauten öffnen sich zum Chor hin jeweils durch zwei spitzbogige Arkaden. Beide sind kreuzgratgewölbt und mit historistischen Rankenmalereien versehen.

Auf der Westempore befindet sich die 1886 von Wilhelm Rühlmann senior aus Zörbig geschaffene Orgel. Im Turm hängt eine 1592 von Heinrich Borstelmann aus Magdeburg gegossene Bronzeglocke, die noch aus dem Vorgängerbau stammt. Sie ist neben einer Inschrift auch mit einem Bild des Heiligen Georg geschmückt.

Die Fenster des Chors sind auf der Nord- und Südseite zum Gedenken an die Toten des Ersten Weltkriegs gestaltet.

Im Denkmalverzeichnis des Landes Sachsen-Anhalt ist die Kirche unter der Erfassungsnummer 094 41273 als Baudenkmal eingetragen.[1]

Geschichte

Das heute kirchlich mit zu Bornum gehörende Kleinleitzkau bildete bis etwa 1558 gemeinsam mit Ragösen eine eigenständige Parochie. Ab 1773 war der Theologe Christian Friedrich Sintenis Pfarrer an der Kirche. Die heutige Kirche entstand in den Jahren 1884 bis 1886 an der Stelle eines mittelalterlichen Vorgängerbaus, der aus Feldsteinen errichtet war. Der Neubau wurde am 24. Oktober 1886 eingeweiht.

1928 gelangten auch Bonitz und Pulspforde, 1948 dann Mühlsdorf mit zu Bornum. Seit 1964 wird auch Mühro mit verwaltet.

Literatur

Commons: Dorfkirche Bornum – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Kleine Anfrage und Antwort Olaf Meister (Bündnis 90/Die Grünen), Prof. Dr. Claudia Dalbert (Bündnis 90/Die Grünen), Kultusministerium 19.03.2015 Drucksache 6/3905 (KA 6/8670) Denkmalverzeichnis Sachsen-Anhalt, Seite 186 f.

Koordinaten: 51° 58′ 42,7″ N, 12° 12′ 12,5″ O