Domingo Ram i Lanaja
Domingo Ram i Lanaja CRSA (auch: Domingo Ram y Lanaja; * ca. 1345 in Alcañiz, Königreich Aragón; † 25. April 1445 in Rom, Kirchenstaat) war ein aragonischer Geistlicher, Diplomat und Politiker des 15. Jahrhunderts. Er war Bischof von Huesca und Lérida, Erzbischof von Tarragona, Kardinal, und Vizekönig von Sizilien.
Leben
Domingo Ram entstammte einer adeligen Familie. Er war Sohn von Blas Ram und Dulce (oder Aldonza) Lanaja. Er trat in den Orden der Augustiner-Chorherren ein. Er studierte an der Universität Lérida ziviles Recht. und erlangte 1406 das Doktorat in beiden Rechten.
1394 wurde er Prior der Kollegiatskirche in Alcañiz und 1395 der Kirche San Salvador in Saragossa. Gleichzeitig war er als Procurator bei den Cortes von Aragón tätig. 1405 wurde er Kollektor der Erzdiözese Saragossa. Er hatte auch Aufgaben in der Kurie Avignons.
Am 13. Juni 1407 entsandte ihn der Gegenpapst Benedikt XIII. als Nuntius nach Spanien, insbesondere zu König Martin I. von Aragon. Er war einer der sieben Botschafter, die Gegenpapst Benedikt XIII. Anfang 1409 entsandte, um mit dem Konzil von Pisa und dem päpstlichen Hof von Papst Gregor XII. über die Abdankung zu verhandeln; die Mission scheiterte völlig. 1409 nahm er am Konzil von Perpignan teil.
Am 5. Mai 1410 ernannte Gegenpapst Benedikt ihn zum Bischof von Huesca. Im Rahmen des „Compromiso de Caspe“ von 1412 war er einer derjenigen, die über die Königsnachfolge in Aragón entschieden. Am 15. Januar 1414 krönte er Infant Fernando de Antequera zum König. Anfang 1415 wurde er vom König von Aragón nach Neapel geschickt, um die letzten Einzelheiten der Hochzeit des Infanten Juan von Aragón mit Königin Johanna II. von Neapel zu regeln. Etwa von 1415 bis 1419 war er Vizekönig von Sizilien. Er nahm am Konzil von Konstanz teil. Am 13. November 1415 wurde er zum Bischof von Lérida (Lleida) ernannt. Papst Martin V. bestätigte ihn am 15. Dezember 1417. Er nahm am Konzil von Lérida teil, das am 9. Oktober 1418 unter dem Vorsitz von Kardinal Alamanno Adimari eröffnet wurde. Er verließ den Gehorsam von Avignon und schloss sich dem von Rom an.
Am 23. Juli 1423 ernannte Papst Martin V. ihn zum Kardinal in pectore ernannt. Am 10. März 1430 wurde er Administrator des Bistum Lérida. Am 8. November 1430 wurde seine Ernennung zum Kardinal veröffentlicht und ihm wurde die Titelkirche Santi Giovanni e Paolo zugewiesen. Am Konklave 1431 war nicht wahlberechtigt, da die Investitur noch nicht abgeschlossen hatten. Im März 1434 wurde er Kardinalprotopriester.
Am 24. März 1434 wurde Administrator des Erzbistum Tarragona. Am 20. Juli 1435 resignierte er als Administrator von Lérida
König Alfons V. akkreditierte ihn 1439 als seinen Botschafter beim Konzil von Basel; gemäß den königlichen Anweisungen widersetzte er sich entschieden der Absetzung von Papst Eugen IV. Wegen seiner Teilnahme am Konzil enthob ihn der Papst seines Amtes als Administrator von Tarragona, ernannte ihn jedoch am 4. Juli 1440 zum Erzbischof von Tarragona.
Am 7. März 1444 wurde er zum Kardinalbischof von Porto-Santa Rufina ernannt.
Domingo Ram i Lanaja starb am 25. April 1445 in Rom. Er wurde in der Lateranbasilika beigesetzt.
Literatur
- «Ram Lanaja, Domingo», in: Diccionario Biográfico Español, Real Academia de la Historia.
- Konrad Eubel: Hierarchia Catholica Medii Aevi, Bd. 1–2.
- Weitere Quellen: Archivmaterial Aragón; Studien über die Kirche und Politik Aragóns im 15. Jahrhundert.
Weblinks
- Domingo Ram i Lanaja. In: Salvador Miranda: The Cardinals of the Holy Roman Church. (Website der Florida International University, englisch)
- Eintrag zu Domingo Ram i Lanaja auf catholic-hierarchy.org (englisch)
- Eintrag zu Domingo Ram i Lanaja auf gcatholic.org (englisch)
- Eintrag im Diccionario Biográfico Español (Real Academia de la Historia)