Dohrer Mühle

Die Dohrer Mühle war eine Wassermühle am Ellerbach im rheinland-pfälzischen Landkreis Cochem-Zell und gehört zur Gemarkung Urschmitt. Die Mühle ist häufig Gegenstand moselländischer Erzählungen und Lieder. Heute ist die Dohrer Mühle eine Ruine.

Lage

Die Wassermühle lag am östlichen Ende der Gemarkung Urschmitt fast an der Grenze zum Gebiet der Ortsgemeinde Dohr. Von der Gemeinde Urschmitt zur Mühle sind es etwa drei Kilometer, von Dohr zur Mühle etwa zwei und von Ortsteil Eller der Gemeinde Ediger-Eller gut fünf Kilometer.

Geschichte

Erbaut wurde sie um das Jahr 1348. In den 1920er Jahren bestand sie aus dem Haupthaus mit Mahlwerk und Wohnung, flankiert von Scheune mit Stall und Geräteschuppen. Das oberschlächtige Wasserrad befand sich westlich des Mühlengebäudes. Ergänzt wurde das Ensemble von einem Eiskeller, der mit Lagerräumen und einem Bienenhaus überbaut war, sowie einem Backhaus.[1]

Das Ende der Mühle kam mit der zunehmenden Verbreitung von standortunabhängigen Dieselmotoren. Die Dohrer Mühle stellte den Betrieb 1927 ein. 1935 kaufte die Preußische Staatsforstverwaltung das Anwesen, versteigerte das Inventar und ließ die Mühle abreißen. Anschließend richtete der Reichsarbeitsdienst auf dem Gelände ein Lager ein. Die Scheune blieb noch bis nach dem Zweiten Weltkrieg stehen. Erhalten sind von der Mühle der Eiskeller und einige Mauerreste.[2]

Die Dohrer Mühle in der Volkskunde

Die bekannteste überlieferte Erzählung, in der die Dohrer Mühle vorkommt, ist die Sage Die Goldmühle im Ellerbach. Sie beschreibt die Entstehung der Mühle und handelt von dem geldgierigen Müller Alois, der einen Pakt mit dem Teufel schließt. Das Lied von der Mühle im Ellerbachtal ist ein mündlich überliefertes, moselländisches Volkslied.

Lied von der Mühle im Ellerbachtal

Erste Strophe
Es steht eine Mühle im Ellerbachtal,
Die klappert so leis' vor sich hin.
Es steht eine Mühle im Ellerbachtal,
Die klappert so leis vor sich hin.
Refrain
Und wo ich geh' und steh',
Im Tal und auf der Höh',
Da liegt mir die Mühle, die Mühle im Sinn,
Die Mühle im Ellerbachtal.

Literatur

  • Lars Hackenberg: (Kein) Strom auf der Dohrer Mühle. In: Heimatjahrbuch Cochem-Zell 2024. Kreisverwaltung Cochem-Zell (Hrsg.) Cochem 2023, S. 47–49
  • Robert Kraemer: Am Sagenborn der Heimat – Für Schule und Haus herausgegeben von der Kreislehrervertretung Cochem. 5 Bände, Verlag P. Sesterhenn, Kaisersesch, 1955–58. Band I, S. 28f.

Einzelnachweise

  1. Hackenberg, (Kein) Strom auf der Dohrer Mühle., S. 47
  2. Hackenberg, (Kein) Strom auf der Dohrer Mühle., S. 48

Koordinaten: 50° 7′ 31,3″ N, 7° 6′ 13,5″ O