Doctors For Choice Germany

Doctors for Choice Germany e.V.
Rechtsform eingetragener Verein
Gründung 2019 in Berlin
Gründerin Alicia Baier, Leonie Kühn
Sitz Berlin
Vorsitz Alicia Baier, Leonie Kühn, Paula Kurz, Christiane Tennhardt, Jana Maeffert
Mitglieder 229 (Stand 2025-03)
Website https://doctorsforchoice.de/

Doctors for Choice Germany e.V. ist ein gemeinnütziger Verein mit Sitz in Berlin. Es handelt sich um einen Zusammenschluss von Ärzten, Hebammen und weiteren medizinischen Fachkräften in Deutschland, der sich für den uneingeschränkten Zugang zu reproduktiver Gesundheitsversorgung und insbesondere für das Recht auf sichere Schwangerschaftsabbrüche einsetzt.[1]

Die Gruppe engagiert sich außerdem für die wissenschaftlich fundierte Ausbildung von Medizinstudierenden und Ärzten in Bezug auf reproduktive Gesundheit.

Die Organisation spricht sich für die Entkriminalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen durch Streichung des Paragrafen 218 aus und setzt sich dafür ein, dass Abbrüche als reguläre medizinische Leistung anerkannt werden.[2]

Geschichte

Der Verein wurde im Jahr 2019 von Alicia Baier und Leonie Kühn gegründet.

Die Gründung sei unter anderem eine Reaktion auf zwei zentrale Probleme beim Thema Abtreibung in Deutschland gewesen: Zum einen die immer schwieriger werdende Versorgungslage, zum anderen die nach wie vor vorhandene Regelung über § 218 des Strafgesetzbuches.[3]

Aktivitäten

Die Vereinsarbeit besteht aus Projektarbeit und Öffentlichkeitsarbeit. Letztere richtet sich an die Allgemeinbevölkerung, die Fachgemeinschaft sowie die Politik.[4]

Projekte

Der Verein unterstützt, oft in Zusammenarbeit mit den Medical Students For Choice, die sogenannten Papaya-Workshops, ein Lehrkonzept zur Vermittlung der Methoden eines Schwangerschaftsabbruches.[5] Außerdem stellt er auf seiner Webseite kostenlose Online-Fortbildungen für Gesundheitspersonal zur Verfügung.[6]

Doctors For Choice unterstützt die Bereitstellung des telemedizinischen Schwangerschaftsabbruches - ein medikamentöser Schwangerschaftsabbruch, der mit ärztlicher Begleitung per Telefon oder Video-Sprechstunde durchgeführt wird. Die Patientin muss dafür nicht persönlich in eine Praxis oder Klinik gehen, sondern erhält Beratung und die notwendigen Medikamente auf telemedizinischem Weg.[7]

Der Verein hat zudem die Alli App entwickelt, die schwangere Menschen bei der medikamentösen Behandlung einer Fehlgeburt oder eines Schwangerschaftsabbruchs digital begleitet.[8]

Mit dem Projekt "Abortion Buddy" unterstützt der Verein die solidarische Begleitung von Menschen bei ihrem Schwangerschaftsabbruch, wenn niemand aus deren näheren Umfeld dafür in Frage kommt.[9]

Der Verein ist außerdem Teil der Aufklärungskampagne "Mehr als du denkst", die Zahlen und Statistiken über Abtreibungen anschaulich aufbereitet.[10]

Einzelnachweise

  1. Doctors for Choice - Wer wir sind. In: Doctors for Choice Germany e.V. Abgerufen am 12. März 2025.
  2. Annika Kreitlow, Doctors for Choice e.V., kritisiert Kriminalisierung von frühen Schwangerschaftsabbrüchen. Tagesschau, 15. April 2024, abgerufen am 12. März 2025.
  3. Gisa Bodenstein: "Doctors for Choice Germany" gegründet. Humanistischer Pressedienst, 20. November 2019, abgerufen am 12. März 2025.
  4. Lobbyregister beim Deutschen Bundestag. 10. August 2022, abgerufen am 12. März 2025.
  5. Katharina Narr: Abtreibungen: "Papaya-Workshops" gegen Lücke im Medizinstudium. Bayerischer Rundfunk, 31. Mai 2024, abgerufen am 12. März 2025.
  6. Fortbildungsakademie von Doctors for Choice. Abgerufen am 25. Oktober 2025.
  7. Ruth Herberg: Doctors for Choice: „Wir erreichen Frauen, die sehr verzweifelt sind“. Frankfurter Rundschau, 4. Januar 2022, abgerufen am 12. März 2025.
  8. Alli App. Abgerufen am 25. Oktober 2025.
  9. Abortion Buddy. Abgerufen am 25. Oktober 2025.
  10. Mehr als du denkst. Abgerufen am 25. Oktober 2025.