Dmitri Saweljewitsch Schuwajew

Dmitri Saweljewitsch Schuwajew (russisch Дмитрий Савельевич Шуваев; * 12.jul. / 24. Oktober 1854greg. in Ufa, Gouvernement Orenburg, Russisches Kaiserreich; † 19. Dezember 1937 in Lipezk, Russische Sozialistische Föderative Sowjetrepublik, Sowjetunion (Hinrichtung)) war ein Offizier und zuletzt General der Infanterie der Kaiserlich Russischen Armee, der unter anderem von 1916 bis 1917 Kriegsminister des Russischen Kaiserreiches war.

Leben

Dmitri Saweljewitsch Schuwajew war 1872 Abvsolvent der Alexander-Militärschule sowie 1878 der Nikolaus-Generalstabsakademie und fand daraufhin Verwendungen als Offizier sowie als Stabsoffizier und lehrte an militärischen Bildungseinrichtungen. 1905 war er Kommandeur einer Division sowie zwischen 1907 und 1908 Kommandierender General eines Korps war. 1909 wurde er zum Leiter des Hauptquartiermeisteramtes und zum Oberquartiermeister ernannt sowie 1912 zum General der Infanterie befördert. Anschließend bekleidete er von Dezember 1915 bis März 1916 das Amt des Obersten Feldquartiermeisters. Als Nachfolger von Alexei Andrejewitsch Poliwanow übernahm er am 28. März 1916 den Posten des Kriegsministers und bekleidete dieses Ministeramt in den Regierungen der Ministerpräsidenten Boris Wladimirowitsch Stürmer (2. Februar bis 10. November 1916),[1] Alexander Fjodorowitsch Trepow (10. November 1916 bis 9. Januar 1917)[2] und Nikolai Dmitrijewitsch Golizyn (9. Januar bis 12. März 1917)[3] bis zu seiner Ablösung durch Michail Alexejewitsch Beljajew[4] am 16. Januar 1917. Als Kriegsminister unterstützte er gemeinsam mit Mitrofan Semenowitsch Woronkow und Wladimir Gustafowitsch Groman[5] die Festlegung von Festpreisen für Getreide. Woronkow und Groman plädierten für niedrigere Festpreise, doch Landwirtschaftsminister Alexei Alexandrowitsch Bobrinski, ein Sprecher der Großgrundbesitzer, erreichte zunächst recht hohe Preise. Als Schuwajew sich jedoch einschaltete, wurde Bobrinskis Politik verworfen, und Woronkow avancierte zu einem viel zitierten Sprecher zu diesem Thema. Nach seinem Ausscheiden aus der Regierung wurde er im Januar 1917 wurde er Mitglied des Staatsrates, von 1906 bis 1917 die Erste Kammer des Parlaments.

Nach der Oktoberrevolution diente Schuwajew von 1918 bis 1926 als Offizier in der Roten Armee und lehrte an verschiedenen Militärschulen. 1926 schied er aus dem Militärdienst aus. Am 5. Dezember 1937 wurde Schuwajew vom Volkskommissariat für Innere Angelegenheiten (NKWD) verhaftet. Er wurde am 15. Dezember 1937 zum Tode verurteilt und am 19. Dezember 1937 erschossen. 1956 wurde er posthum rehabilitiert.

Auszeichnungen

Er wurde für seine militärischen Verdienste mehrfach ausgezeichnet und erhielt unter anderem 1874 den Sankt-Stanislaus-Orden Dritter Klasse mit Schwertern und Bogen und den Annenorden Vierter Klasse, 1876 den Sankt-Stanislaus-Orden Zweiter Klasse mit Schwertern und den Annenorden Dritter Klasse mit Schwertern und Bogen, 1881 den Annenorden Zweiter Klasse, 1885 den Orden des Heiligen Wladimir Vierter Klasse sowie 1890 den Orden des Heiligen Wladimir Dritter Klasse, 1903 den Sankt-Stanislaus-Orden Erster Klasse, 1906 den Annenorden Erster Klasse, am 5. September 1909 Orden des Heiligen Wladimir Zweiter Klasse sowie zuletzt am 25. März 1912 den Kaiserlich-Königlichen Orden vom Weißen Adler.

Commons: Dmitri Saweljewitsch Schuwajew – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Shtyurmer, Boris (Vladimirovich). In: rulers.org. Abgerufen am 26. Dezember 2025 (englisch).
  2. Trepov, Aleksandr (Fyodorovich). In: rulers.org. Abgerufen am 26. Dezember 2025 (englisch).
  3. Golitsyn, Knyaz (Prince) Nikolay (Dmitriyevich). In: rulers.org. Abgerufen am 26. Dezember 2025 (englisch).
  4. Belyayev, Mikhail (Alekseyevich). In: rulers.org. Abgerufen am 26. Dezember 2025 (englisch).
  5. Vladimir Groman. In: Prabook. Abgerufen am 26. Dezember 2025 (englisch).