District Noir
| District Noir | |
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| Daten zum Spiel | |
| Autor | Nobutake Dogen, Nao Shimamura |
| Grafik | Hinami Tsukuda (japanische Version), Przemysław Fornal (polnische Version), Vincent Roché (andere Versionen) |
| Verlag | Taikikennai Games, Spiral Éditions, Game Factory u. a. |
| Erscheinungsjahr | 2016 |
| Art | Kartenspiel |
| Spieler | 2 |
| Dauer | 10 bis 20 Minuten |
| Alter | ab 10 Jahren |
| Auszeichnungen | |
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District Noir ist ein strategisches Kartenspiel der japanischen Spieleautoren Nobutake Dogen und Nao Shimamura für zwei Spieler. Es erschien aus dem Jahr 2024. Bei dem Spiel versuchen die Spieler durch Ausspielen von Karten jeweils Kontrolle über den „District Noir“ zu bekommen und dafür die lokalen Banden und Gebäude zu kontrollieren. Es erschien zuerst bei dem japanischen Verlag Taikikennai Games (大気圏内ゲームズ) unter dem Titel 聖杯サクセション (Der Thron und der Kelch). 2022 veröffentlichte der französische Verlag Spiral Éditions eine überarbeitete Version als District Noir, die von verschiedenen Verlagen aufgegriffen wurde. Im deutschsprachigen Raum erschien das Spiel 2023 bei dem Verlag Game Factory in der Schweiz.
2023 wurde es für den französischen Spielepreis As d’Or – Jeu de l’Année nominiert und konnte sich in den Top 10 des À-la-carte-Kartenspielpreises platzieren.
Thema und Ausstattung
Bei dem Spiel District Noir handelt es sich um ein Kartenspiel, bei dem die beiden Mitspieler im Wettstreit um die Vorherrschaft des „District Noir“ befinden. Ihre Aufgabe ist es, die Unterstützung der verschiedenen Banden des Viertels und Einfluss in den zentralen Einrichtungen zu gewinnen. Sie können dabei entweder gewinnen, wenn sie die meisten Punkte durch die Banden bekommen oder die drei zentralen Gebäude des Bezirks besitzen.[1]
Das Spielmaterial besteht neben der Spielanleitung aus einem Startspielermarker und 47 Karten. Von diesen sind 26 Bandenkarten (fünf 5er, sechs 6er, sieben 7er, acht 8er), sieben Bündnis-Karten mit positiven Punktewerten, neun Verrat-Karten mit negativen Punktwerten, drei Gebäudekarten (Polizei, Rathaus, Hafen) und zwei Übersichtskarten.[1]
Spielweise
Zu Beginn des Spiels bekommt jeder Spieler eine Übersichtskarte und der Startspieler der ersten Runde bekommt den entsprechenden Marker. Die verbleibenden 45 Karten werden gemischt und drei davon zufällig und ungesehen aus dem Spiel genommen. Beide Spieler bekommen fünf Handkarten, die restlichen Karten bilden einen verdeckten Nachziehstapel. Danach werden zwei Karten vom Stapel aufgedeckt und bilden den Start einer Kartenreihe.[1]
Ein Spiel verläuft über vier Runden mit jeweils sechs Aktionen pro Spieler, die abwechselnd erfolgen. Der jeweils aktive Spieler muss in seinem Zug entweder eine Karte aus seiner Hand ausspielen und in die Kartenreihe legen oder einmal pro Runde bis zu fünf Karten aus der Auslage nehmen. Er darf dabei entscheiden, wann er diese Aktion ausführt. Wählt er diese Aktion, nimmt er die letzten fünf Karten der Reihe; wenn weniger Karten dort liegen, darf er auch alle ausliegenden Karten nehmen. Die auf diese Weise bekommenen Karten legt er sortiert nach Kartentypen vor sich aus.[1]
Die Runde endet, wenn beide Spieler jeweils ihre fünf Karten ausgespielt und einmal Karten genommen haben. Danach ziehen beide Spieler jeweils fünf neue Karten und die neue Runde beginnt, der bisherige Startspieler reicht dafür den Marker an den anderen Spieler weiter und dieser beginnt. Ist der Nachziehstapel nach der vierten Runde aufgebraucht, endet das Spiel und die Spieler zählen ihre Punkte zusammen. Alternativ endet das Spiel sofort, wenn einer der beiden Spieler alle drei Gebäudekarten vor sich liegen hat. Für die Wertung wird bestimmt, wer von den vier Banden (5er bis 8er) jeweils die meisten Karten vor sich liegen hat, dieser bekommt die entsprechenden Punkte (fünf bis acht). Für jedes Set aus vier verschiedenen Bandenkarten erhält der Spieler zudem fünf Punkte und alle Boni der Bündnis-Karten und Abzüge der Verrat-Karten werden verrechnet. Gewinner ist der Spieler, der am Ende die meisten Punkte hat.[1]
Veröffentlichung und Rezeption
Das Spiel District Noir wurde von den japanischen Spieleautoren Nobutake Dogen und Nao Shimamura entwickelt und erschien 2016 bei dem Verlag Taikikennai Games (大気圏内ゲームズ) unter dem Titel 聖杯サクセション (Der Thron und der Kelch). Thematisch ging es bei dem Spiel um die Suche nach einem Thronfolger, nachdem der bisherige Herrscher gestorben ist. Zwei potenzielle Nachfolger versuchen, Unterstützung von verschiedenen Fraktionen im ganzen Land zu sammeln und damit an die Macht zu kommen. Wer es schafft, die verstreuten Fragmente des Heiligen Grals zu sammeln, kann sofort den Thron besteigen.[2]
2019 erschien eine polnische Version des Spiels als Fabryka czekolady (Schokoladenfabrik) und 2022 veröffentlichte der französische Verlag Spiral Éditions die thematisch überarbeitete Version District Noir auf Französisch, die international von verschiedenen Verlagen aufgegriffen wurde. Im deutschsprachigen Raum erschien das Spiel 2023 bei dem Verlag Game Factory in der Schweiz, zudem erschienen im gleichen Jahr Versionen auf Englisch, Niederländisch, Spanisch, Portugiesisch, Italienisch, Tschechisch und Koreanisch als Lizenzausgaben bei verschiedenen Verlagen.[3]
Das Spiel wurde in Kritiken weitgehend positiv aufgenommen. Axel Bungart bezeichnete es bei einer Rezension auf Reich der Spiele als „sehr schönes kurzweiliges Spiel“ und beschreibt die Misere der Spieler: „Bei jeder Karte, die man auslegen muss, überlegt man, ob man sie sofort auslegt oder später. Oder ob man sie sozusagen als Köder opfert. […] Im Grunde will man die „guten“ Karten so spät wie möglich spielen, damit der Gegner vielleicht schon seine Nehmen-Aktion durchführt und man danach mehr oder weniger beruhigt warten kann, bis das liegt, was man gerne hätte.“ Nach seinem Urteil „weckt“ District Noir „von der ersten Karte an den Bluffer und Fallensteller in beiden Kontrahenten“.[4] Der Tenor auf brettspielabend.net ist ähnlich. Die Rezensenten bewerten es als „schön gemachtes, sehr schnelles Kartenspiel […], bei dem Taktik und Bluff dominieren.“ Für sie war das Spiel „eines der ersten Highlights [des] Jahres, das […] definitiv noch öfters […] auf dem Spieletisch landen wird.“[5]
District Noir wurde 2023 für den französischen Spielepreis As d’Or – Jeu de l’Année nominiert und konnte sich in den Top 10 des À-la-carte-Kartenspielpreises platzieren.
Belege
- ↑ a b c d e Spielanleitung Agent Avenue, Nerdlab Games 2024
- ↑ Spielbeschreibung 聖杯サクセション (Der Thron und der Kelch) auf taikikennai.com (jp); abgerufen am 10. Januar 2026.
- ↑ Versionen von District Noir in der Spieledatenbank BoardGameGeek (englisch); abgerufen am 10. Januar 2026.
- ↑ Axel Bungart: District Noir, Rezension auf reich-der-spiele.de, 30. Juli 2023; abgerufen am 10. Januar 2026.
- ↑ District Noir, Rezension auf brettspielabend.net, 5. Juli 2023; abgerufen am 10. Januar 2026.
Weblinks
- District Noir in der Spieledatenbank BoardGameGeek (englisch)
- District Noir in der Spieledatenbank Luding