Dirk Peter van Lokhorst
Dirk Peter van Lokhorst (* 1. Mai 1848 in Utrecht; † 29. Januar 1918 in Berlin) war ein niederländisch-deutscher Tier- und Landschaftsmaler.
Leben
Dirk Peter van Lokhorst stammte aus einer bekannten Malerfamilie in Utrecht. Seine Eltern waren der Tiermaler Dirk van Lokhorst (1818–1893) und Ida Petronella van Bruggen. Seine Geschwister Jan Nicolaas Lokhorst (1837–1893) und Ida Petronella Lokhorst (1854–1881) waren ebenfalls Maler.
Dirk Peter van Lokhorst heiratete am 19. Juli 1883 in Utrecht die aus Heidelberg stammende Rosa Karoline Eva Johanna Wild. Das Ehepaar übersiedelte 1882 zunächst nach Haarlem. Es lebte dort sechs Jahre, bevor es nach Heidelberg übersiedelte.
Dirk van Lokhorst soll seit 1893/94 in Berlin tätig gewesen sein. In den Berliner Adressbüchern ist er jedoch erst ab 1899 feststellbar. Van Lokhost, D.P., Kunstmaler, wohnte zunächst in Berlin NW Waldstraße 2, später in Stieglitz, Steinstraße 10, 3. Etage. Dort starb er am 19. Januar 1918 im Alter von 69 Jahren. Angezeigt wurde der Tod durch den Sohn Dirk van Lokhorst, geboren 1884 in Haarlem, der 1913 in Berlin geheiratet hatte[1] und 1918 Postsekretär war.[2]
In verschiedenen Quellen wird als Sterbejahr für Dirk Peter von Lokhorst 1894 angegeben.[3] Er war jedoch seit 1893/94 in Berlin ansässig, wo er bis zu seinem Tod 1918 zweifelsfrei nachgewiesen ist.
Künstlerisches Werk
Van Lokhorst ist bei Thieme-Becker, im französischen Künstlerlexikon Bénézit (Paris 1911–1924) und in Pieter A. Scheens Lexicon Nederlandse beeldende kunstenaars, 1750–1880 (Den Haag 1981) verzeichnet. Werke von ihm befinden sich im Centraal Museum Utrecht, im dortigen Künstlerverein Kunstliefde, im Museum Teyler in Haarlem, im Glasgow Museums Resource Centre und in zahlreichen privaten Sammlungen. Außerdem werden Arbeiten von ihm regelmäßig auf dem Kunstmarkt angeboten.
Die Nähe van Lokhorsts zur Haager Schule ist unübersehbar, auch wenn er nicht direkt zu dieser zwischen 1870 und 1920 bedeutenden Kunstrichtung gerechnet wird. Zwischen der Malerei der Haager Schule und der Düsseldorfer Malerschule bestanden zahlreiche Wechselbeziehungen. Maler wie Rudolf Jordan, Carl Hilgers, Hermann Mevius, Carl Adloff und Andreas Achenbach zeigten ihre damals romantische Sehweise des Fischerlebens an der niederländischen Küste, insbesondere des Fischerorts Scheveningen. Umgekehrt zog die Düsseldorfer Malerschule Vertreter der Haager Schule (u. a. Johannes Bosboom, Johannes Warnardus Bilders oder Jozef Israëls) an den Rhein, denn die Düsseldorfer Akademie war berühmt für ihre Genre-, Landschafts- und Historienmalerei. „Unverkennbar ist der dort gepflegte helle Farbauftrag.“[4]
Van Lokhorst war gewiss kein großer Meister, aber ein sehr solider, feiner Maler. [...] Seine Kunst ist jedoch ein wenig aus der Welt gefallen, fast niemand mehr kauft heute Kühe auf der Weide. [...] Seine Bilder bergen mehr malerische Qualität als deren aktuellen Preise verraten.[5]
Werke (eine Auswahl)
- Weidende Kühe in Marschlandschaft am Bachlauf
- Weidende Kühe am Wasser
- Holländische Landschaft mit Windmühle und Kühen
- Ziegenhirtin mit Ziegen
- Auf dem Nachhauseweg
- Twee koeien in het water staand, een geit knabblend aan een wilgentak
Einzelnachweise
- ↑ Heiratsurkunde StA Nr. 6 des StA Berlin-Lichterfelde vom 9. Januar 1913
- ↑ Sterbeurkunde Nr. 80 des StA Berlin Steglitz vom 31. Januar 1918.
- ↑ Siehe Normdaten.
- ↑ Die Haager Schule: Meisterwerke der holländischen Malerei des 19. Jahrhunderts. Haags Gemeentemuseum 1987.
- ↑ Herbert Giese in: Zehn Kühe - Fleckvieh und Farbenlehre. (Video des Bayerischen Rundfunks vom 19. September 2019.)