Pazifik-Kängururatte

Pazifik-Kängururatte

Pazifik-Kängururatte, im oberen Teil der Zeichnung

Systematik
Überordnung: Euarchontoglires
Ordnung: Nagetiere (Rodentia)
Überfamilie: Taschennager (Geomyoidea)
Familie: Taschenmäuse (Heteromyidae)
Gattung: Kängururatten (Dipodomys)
Art: Pazifik-Kängururatte
Wissenschaftlicher Name
Dipodomys agilis
Gambel, 1848

Die Pazifik-Kängururatte (Dipodomys agilis) ist ein im südlichen Kalifornien verbreitetes Nagetier in der Gattung der Kängururatten. Sie hat einen diploiden Chromosomensatz mit 62 Chromosomen (2n=62), während der Wert für die im Süden anschließende Baja-California-Kängururatte (Dipodomys simulans) 2n=60 ist.[1] Ein weiterer enger Verwandter ist die Santa-Cruz-Kängururatte (Dipodomys venustus).[2]

Merkmale

Die Art ist in ihrer Gattung mittelgroß. Männchen sind mit einer Kopf-Rumpf-Länge von 115 bis 125 mm, einer Schwanzlänge von 170 bis 195 mm und einem Gewicht von 66 bis 79 g etwas schwerer als Weibchen, die ohne Schwanz 107 bis 113 mm und ein Gewicht von 63 bis 78 g erreichen. Die Hinterfüße sind 40 bis 46 mm lang und die Länge der Ohren beträgt 13 bis 15 mm. Oberseits hat das Fell eine dunkle rotbraune bis schmutzig zimtige Farbe. Zusätzlich sind auf dem Rücken einige schwarzbraune Haare eingemischt, die verstreut abstehende Haarbüschel bilden. Am Ende des Schwanzes bilden lange Haare eine Quaste, die bei den dunkleren Jungtieren fehlt. Die etwas kleinere Baja-California-Kängururatte unterscheidet sich neben den genetischen Eigenschaften durch im Verhältnis kleinere Ohren. Die Santa-Cruz-Kängururatte ist größer und hat eine auffällig schmale Schnauze. Die größere Heermann-Kängururatte (Dipodomys heermanni) hat eine breite Schnauze.[2]

Verbreitung

Dieses Kängururatte lebt im nördlichen und östlichen Umland von Los Angeles und in einem Korridor zum Sequoia-Nationalpark und Kings-Canyon-Nationalpark. Zum Gebiet der Baja-California-Kängururatte besteht eine Überlappung. Die Pazifik-Kängururatte bewohnt den Vegetationstyp Chaparral und andere offene Wälder.[3] Sie hält sich gewöhnlich zwischen 500 und 2.550 Meter Höhe auf und besucht gelegentlich Küstenstreifen, wo Pflanzen der Gattung Artemisia dominieren. Im zuvor genannten Vegetationstyp gibt es meist buschförmige Eichen und Säckelblumen sowie eine dicke Laubschicht.[2]

Lebensweise

Die Pazifik-Kängururatte gräbt ihren Bau am Rande eines Flussbetts, dessen Gewässer gelegentlich austrocknet. Dort wird am Tage geruht und der Eingang wird bei heißem Wetter verschlossen. Die Baue liegen dicht beieinander, so dass gelegentlich von einer Kolonie gesprochen wird. Die Baue werden häufig mit anderen Nagern, wie Kalifornischer Ziesel, Gebirgs-Taschenratte, Kalifornische Taschenmaus, Merriams Kängururatte, Stephens Kängururatte, Dunkelfuß-Buschratte oder Kalifornische Maus getauscht. In Regionen mit gutem Nahrungsangebot leben 5 Exemplare pro Hektar, während der Wert in kargen Gebieten bei 230 Exemplaren pro Hektar liegt. Nach Bränden, die eine offenere Landschaft erzeugen, nimmt die Populationsdichte zu.[2]

Der Bau besteht aus etwa 6 Gängen, die mit einer Neigung von bis zu 0,5 Metern auf 2 Metern nach unten zu mehreren Kammern führen. Die Wohnkammer wird mit Gras gepolstert und in anderen Kammern werden Pflanzensamen, wie Eicheln und Blütenblätter gelagert. Die Vorräte sind manchmal mit Erde verriegelt. Die Nahrung besteht aus Samen von Gräsern, Kräutern und Sträuchern wie Rhus laurina (Sumachgewächse), Pflanzen der Gattungen Adenostemma, Wacholder und Eichen sowie aus Beeren und Insekten. Ein 58 g schweres Tier trug mit Hilfe seiner Backentaschen etwa 300 g Sonnenblumensamen in einer Nacht in seinen Bau. Experimente haben gezeigt, dass die Art sehr gut Schwimmen kann. Die Pazifik-Kängururatte wird meist vom Kojoten, der die Nester ausgräbt, vom Rotluchs, vom Graufuchs, vom Virginiauhu und von der Westlichen Klapperschlange gejagt.[2]

Die Fortpflanzung findet allgemein zwischen März und Juli statt. Selten kommen Würfe im Herbst vor. Ein Wurf enthält meist zwei oder drei und selten vier Neugeborene.[2]

Gefährdung

Da Los Angeles und andere Ortschaften im Süden Kaliforniens wachsen, wird die Pazifik-Kängururatte zurückgedrängt. Weiterhin decken alle Reviere zusammen ein Gebiet, das deutlich größer als 20.000 km² ist. Die Art wird häufig angetroffen und von der IUCN als nicht gefährdet (least concern) gelistet.[3]

Einzelnachweise

  1. Don E. Wilson, DeeAnn M. Reeder (Hrsg.): Mammal Species of the World. A taxonomic and geographic Reference. 3. Auflage. 2 Bände. Johns Hopkins University Press, Baltimore MD 2005, ISBN 0-8018-8221-4 (englisch, Dipodomys agilis).
  2. a b c d e f Wilson, Lacher Jr. & Mittermeier (Hrsg.): Handbook of the Mammals of the World. 6 - Lagomorphs and Rodents I. Lynx Edicions, 2016, ISBN 978-84-16728-19-0, S. 229 (englisch, Dipodomys agilis).
  3. a b Dipodomys agilis in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2016. Eingestellt von: Cassola, F., 2016. Abgerufen am 31. Oktober 2025.