Diplolepis spinosissimae

Diplolepis spinosissimae

Rötliche Gallen von Diplolepis spinosissimae

Systematik
Ordnung: Hautflügler (Hymenoptera)
Unterordnung: Taillenwespen (Apocrita)
Überfamilie: Gallwespenartige (Cynipoidea)
Familie: Diplolepididae
Gattung: Diplolepis
Art: Diplolepis spinosissimae
Wissenschaftlicher Name
Diplolepis spinosissimae
(Giraud, 1859)

Diplolepis spinosissimae ist ein Hautflügler aus der Familie Diplolepididae innerhalb der Gallwespenartigen (Cynipoidea). Die Art wurde 1859 von dem französischen Entomologen Joseph-Étienne Giraud als Rhodites spinosissimae erstmals beschrieben.[1]

Merkmale

Insekten

Im Folgenden eine Beschreibung der Hautflügler basierend auf der von Giraud (1859) sowie von Dalla Torre und Kieffer (1910).[2][3] Die Hautflügler sind überwiegend schwarz gefärbt. Die Männchen sind 1,5–2 mm lang, die Weibchen sind 2,2–2,7 mm lang. Kopf und Thorax sind fein und dicht punktiert. Bei den Männchen ist die Stirn sehr fein lederartig und ziemlich glänzend. Die Mandibeln sind schwarz, braun oder dunkelrostrot gefärbt. Die Fühler sind mäßig dick. Das zweite Geißelglied ist etwas länger als dick, das dritte doppelt so lang wie das vierte. Das Mesonotum ist schimmernd, punktiert und zwischen den Punkten fein lederartig. Das Scutellum ist fein gerunzelt. Die Beine sind größtenteils gelbrot, wobei die Coxae, Trochanteren und die Basis der Femora beim Männchen braun und beim Weibchen pechfarben sind. Selten ist nur die Basis der Coxae verdunkelt. Die Flügel sind laut Giraud gelblich, ohne Flecken, mit dunkelrotbraunen Adern und schwarzen Schuppen. Die Radialzelle ist ziemlich dreieckig. Ein Areolet (kleine Flügelzelle) ist vorhanden. Die Ventralseite der Insekten ist vollständig schwarz glänzend und unbehaart. Der übrige Körper ist sehr schwach behaart. Die Männchen sind laut Giraud (1859) kleiner und viel seltener als die Weibchen (Verhältnis: 4 zu 90).[2] Der Hinterleib ist glänzend, unbehaart, bei den Weibchen schwarzbraun, bei den Männchen schwarz. Weiterhin ist die Spitze am Hinterleibsende der Männchen stumpf und der Genitalapparat nur als schwache Spitze erkennbar.

Die Larven sind weiß.

Gallen

Die glatten, rötlich-grünen gewöhnlich einkammerigen Gallen bilden sich am Blattstiel oder beidseitig am Blatt von Wildrosen aus der Gattung Rosa. Es können auch mehrere Gallen am selben Rosenblatt auftreten. Es können auch mehrere Gallen miteinander verschmelzen. Die Gallen treten hauptsächlich an Rosa spinosissima auf.[4] Als weitere Wirtspflanzen werden u. a. genannt: Rosa caesia, Rosa canina und Rosa rubiginosa.[4]

Verbreitung

Diplolepis spinosissimae ist in der Paläarktis (Europa, Kaukasus und Sibirien) verbreitet.[1]

Lebensweise

Diplolepis spinosissimae ist eine univoltine Art, das heißt, sie bildet nur eine Generation im Jahr.[4] Die Larven von Diplolepis spinosissimae entwickeln sich in den Rosengallen. Die Überwinterung und Verpuppung findet in den Gallen statt.[4] Das fertige Insekt nagt sich im Frühsommer ein Loch durch die Gallenwand.

Eine Reihe von Erzwespen und Schlupfwespen entwickeln sich als Parasitoide in den Rosengallen von Diplolepis spinosissimae, darunter Eurytoma rosae, Glyphomerus stigma, Pteromalus bedeguaris und Torymus bedeguaris sowie Orthopelma brevicorne und Orthopelma mediator.[4][5] Giraud (1859) nennt Periclistus caninae als Inquiline der Rosengallen von Diplolepis spinosissimae.[2]

Einzelnachweise

  1. a b Diplolepis spinosissimae (Giraud, 1859). In: www.gbif.org. Global Biodiversity Information Facility (GBIF), abgerufen am 26. November 2025 (englisch).
  2. a b c Joseph-Étienne Giraud: Signalements de quelques espèces nouvelles de cynipides et de leurs galles. In: Verhandlungen der Kaiserlich-Königlichen Zoologisch-Botanischen Gesellschaft in Wien 9. 1859, S. 337–374, abgerufen am 27. November 2025 (französisch).
  3. Karl Wilhelm von Dalla Torre von Thurnberg-Sternhof & Jean-Jacques Kieffer: Das Tierreich. Eine Zusammenstellung und Kennzeichnung der rezenten Tierformen. 24. Lieferung. Hymenoptera. Cynipidae. In: Monografien Entomologie Hymenoptera 20. 1910, S. 1–891, abgerufen am 27. November 2025.
  4. a b c d e W. N. Ellis: Diplolepis spinosissimae (Giraud, 1859). In: Plant Parasites of Europe – leafminers, galls and fungi (bladmineerders.nl). Abgerufen am 26. November 2025 (englisch).
  5. Hossein Lotfalizadeh, Gerard Delvare, Jean-Yves Rasplus: Rose gall wasps and their associated fauna (Hymenoptera) in Iran. REDIA, LXXXIX, Januar 2006, S. 73–85, abgerufen am 26. November 2025 (englisch).
Commons: Diplolepis spinosissimae – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Diplolepis spinosissimae. In: www.naturespot.org. Nature Spot – wildlife and wild places of Leicestershire & Rutland, abgerufen am 26. November 2025 (englisch).