Diphetogo Anita Lekgowa
Diphetogo Anita Lekgowa ist eine indigene Frauenrechtlerin und Umweltaktivistin aus der Gemeinschaft der San im Okavango‑Delta in Botswana. Sie engagiert sich insbesondere für die Rechte indigener Völker, traditionelle Wissenssysteme und den Schutz der Natur- und Wasserressourcen in ihrer Region.[1]
Herkunft und Hintergrund
Diphetogo Anita Lekgowa wurde in Khwai, einem Dorf im Okavango‐Delta, Botswana, geboren und ist Angehörige der San-Gemeinschaft, die traditionell im Gebiet des Okavango leben. Durch ihre Herkunft ist sie mit den Lebensbedingungen und Herausforderungen ihrer Gemeinschaft eng vertraut, insbesondere mit Fragen rund um Wasser, traditionelle Nutzung von Landschaften und die Wahrung indigener Rechte.[2]
Arbeit
Lekgowa hat sich auf verschiedenen Ebenen engagiert:
- Sie war Mitbegründerin der Organisation Tane Ko Teemahane Women’s Foundation in Khwai, welche indigene Frauen und Mädchen sowie deren traditionelle Wissenssysteme fördert und unterstützt.
- Sie vertritt indigene Gemeinschaften auf nationaler, regionaler und internationaler Ebene, unter anderem durch ihre Verbindung zum Indigenous Peoples of Africa Coordinating Committee (IPACC) und weiteren Netzwerken.
- Ihr Fokus liegt darauf, sicherzustellen, dass indigene Gemeinschaften in Entscheidungsprozesse – insbesondere bei Fragen von Landnutzung, Wasserrechten und Naturschutz – eingebunden werden und nicht ausgeschlossen bleiben.[1][2][3]
Schutz des Okavango-Deltas und indigene Rechte
Ein zentrales Thema in Lekgowas Arbeit ist der Schutz des Okavango-Deltas und damit verbundene Umwelt‐, Wasser‐ und Lebensgrundlagen für die San‐Gemeinschaften. Sie äußerte sich konkret zu geplanten Öl‐ und Gaserkundungen durch die Firma ReconAfrica im Einzugsgebiet des Deltas: „Wir holen Fisch und Früchte aus dem Fluss — wenn die Bohrungen den Fluss verschmutzen, wird uns das nicht nutzen, es wird uns töten.“ Sie kritisierte mangelnde Konsultation ihrer Gemeinschaft im Vorfeld solcher Projekte und betonte die potenziell existenzbedrohenden Auswirkungen von Umweltverschmutzung und Wasserkontamination.
Darüber hinaus setzt sie sich dafür ein, dass indigene Wissenssysteme in Umwelt‐ und Naturmanagement integriert werden und dass die Stimmen der San gehört werden bei nationalen und internationalen Konferenzen.[4]
Museeumsarbeit
Sie ist stellvertretende Vorsitzende des Nhabe-Museums, das die Kultur des Nordwestdistrikts von Botswana vermittelt und bewahrt. Zuletzt initiierte sie die Errichtung eines historischen Freilichtmuseums, das als touristisches Angebot dient und so zur wirtschaftlichen Stärkung ihrer Gemeinde beiträgt.[5]
Internationales Engagement
Sie vertrat indigene Gemeinschaften auf nationaler, regionaler und internationaler Ebene — insbesondere beim United Nations Permanent Forum on Indigenous Issues (UNPFII) in New York sowie beim Expert Mechanism on the Rights of Indigenous Peoples (EMRIP) in Genf.[5] Beim Indigenous Peoples of Africa Co-ordinating Committee ist sie Gender Representative for Southern Africa.
Sie nahm an der COP 27 in Sharm El-Sheikh (Ägypten) im November 2022 teil und wurde dort von der BBC interviewt.[6][7]
Veröffentlichung
“World heritage sites in Botswana: Indigenous perspectives” (2017) - Herausgegeben von Indigenous Peoples of Africa Coordinating Committee (IPACC) in Kooperation mit Open Society Initiative for Southern Africa (OSISA).
Es ist eine 21-seitige Publikation in Englisch über Governance, indigenes Wissen, nachhaltige Entwicklung und Welterbestätten in Botswana und dokumentiert die Perspektive indigener Gemeinschaften (u. a. der San) auf Welterbe-Stätten in Botswana.[8]
Einzelnachweise
- ↑ a b Diphetogo Anita Lekgowa. Re:wild, abgerufen am 8. November 2025 (englisch).
- ↑ a b Zukunft des Okavango-Deltas: Gelingt es, das Weltnaturerbe zu bewahren? RiffReporter, abgerufen am 8. November 2025.
- ↑ The indigenous women of the world unite our voices to reaffirm our leadership in the conservation, protection and defense of Mother Earth. Indigenous Insights - Stewarding the Earth, abgerufen am 8. November 2025 (englisch).
- ↑ Da Jeffrey Barbee, Laurel Neme: La più "grande operazione petrolifera del decennio" potrebbe compromettere il fragile ecosistema dell’Okavango. National Geographic Italia, 4. November 2020, abgerufen am 8. November 2025 (italienisch).
- ↑ a b Diphetogo Anita Lekgowa. Indigenous Peoples of Africa Co-ordinating Committee, abgerufen am 8. November 2025 (englisch).
- ↑ The Indigenous World 2023: Botswana. International Work Group for Indigenous Affairs, abgerufen am 8. November 2025 (englisch).
- ↑ Lebo Diseko: COP27: The Namibia-Botswana oil project being called a sin. BBC, 10. November 2022, abgerufen am 8. November 2025 (englisch).
- ↑ World heritage sites in Botswana: Indigenous perspectives. IUCN Library System, abgerufen am 8. November 2025 (englisch).