Dipetalonema evansi

Dipetalonema evansi
Systematik
Ordnung: Rollschwänze (Spirurida)
Überfamilie: Filarien (Filarioidea)
Familie: Onchocercidae
Unterfamilie: Onchocercinae
Gattung: Dipetalonema
Art: Dipetalonema evansi
Wissenschaftlicher Name
Dipetalonema evansi
Lewis, 1882

Dipetalonema evansi (Synonym Deraiophoronema evansi) ist eine Art der Filarien, die Herz, Blutgefäße und Lymphgefäße von Altweltkamelen befällt.[1] Er verursacht im Wirt Fieber, Abgeschlagenheit, umschriebene Hautläsionen, nachlassende Leistungsfähigkeit und bei Befall der Samenstranggefäße Hoden- und Hodensackschwellungen.[2] Der Parasit kommt in Nordafrika und der Sahelzone, im Mittleren Osten sowie in Mittel-, Süd- und Ostasien vor, und wurde auch nach Australien eingeschleppt. Neuere genetische und morphologische Studien legen nahe, dass die Art eher in die Gattung Deraiophoronema und diese in die Unterfamilie Setariinae einzuordnen wäre.[3]

Merkmale

Dipetalonema evansi ist eine relativ große Filarie. Adulte Männchen sind 8 bis 11 cm groß, Weibchen 14,5 bis 18,5 cm.[1] Das Vordere Ende hat eine seitliche, rechteckige Kutikula-Erweiterung. Der Körper hat über nahezu die gesamte Länge einen gleichen Durchmesser. Der Ösophagus ist in einen vorderen muskulösen und einen hinteren Drüsenteil gegliedert. Deiriden sind vorhanden. Das Schwanzende bei Weibchen ist abgerundet mit einem großen Endbuckel. Die Rauigkeit vor der Kloake (Area rugosa) besteht aus Querbändern. Die Schwanzpapillen sind vor und hinter der Kloake gleichmäßig verteilt. Das rechte Spiculum ist deutlich kürzer, das linke in Stiel und Platte gegliedert. Gubernacula wie auch Kaudalflügel und Postdeiriden fehlen. Die Vulva liegt relativ weit vorn.[3]

Die Larven (Mikrofilarien) sind bescheidet, 200 bis 315 μm lang und treten im peripheren Blut auf.[1]

Lebenszyklus

Als Überträger und Zwischenwirt dienen vermutlich Mücken der Gattung Aedes. Sie nehmen die Mikrofilarien mit der Blutmahlzeit auf. In den Stechmücken entwickelt sich in etwa 10 Tagen die infektiöse Larve, welche bei der nächsten Blutmahlzeit auf einen geeigneten Wirt übertragen wird.[1][2]

Einzelnachweise

  1. a b c d Domenico Otranto, Richard Wall: Veterinary Parasitology. 5. Auflage. Wiley 2024, ISBN 978-1-394-17634-2, S. 80.
  2. a b Arafat Khalphallah, Taher Al-Daek, Mahmoud Abdelhamid, Enas Elmeligy, Sayed Fathi El-Hawari, Khaled A. Khesruf, Heba A. Nasr, Ragab H. Mohamed: Camel filariasis (Dipetalonema evansi) and its association with clinical balanoposthitis with reference to prominent changes in clinical findings, serum testosterone, semen analysis, and testicular histopathology. In: BMC Veterinary Research. Band 20, Nr. 1, 2024, S. 1, doi:10.1186/s12917-023-03844-5, PMID 38172872.
  3. a b Coralie Martin, Jules Rodrigues, Frédéric Fercoq, Nathaly Lhermitte-Vallarino, Alireza Sazmand, Daisuke Kimura, Shigehiko Uni: Morphological redescription and taxonomic reassignment of Deraiophoronema evansi (Lewis, 1882) Romanovitch 1916 n. comb. (syn: Dipetalonema evansi) (Spirurida: Onchocercidae) from camels. In: Parasites & Vectors. Band 18, Nr. 1, 2025, S. 406, doi:10.1186/s13071-025-07019-z, PMID 41074217.