Dimitrios Mavromichalis

Dimitrios Mavromichalis (griechisch Δημήτριος Μαυρομιχάλης; * 1809 in Mani; † 1879 oder 1882[1] in Athen)[2] war ein griechischer Offizier und Politiker, der unter anderem als Minister für Militärangelegenheiten tätig war.[2]

Leben

Frühe Jahre und Ausbildung

Dimitrios Mavromichalis wurde 1809 als jüngster[3] Sohn von Petros Mavromichalis in Mani geboren und entstammte der einflussreichen Manioten-Familie Mavromichalis.[2][4] Seine Familie gehörte zu den bedeutendsten der Region, die Mavromichalis übten über weite Teile des südöstlichen Peloponnes faktisch die Macht aus und galten dort als besonders einflussreich.[4] Da Dimitrios Mavromichalis 1821 erst etwa zwölf Jahre alt war, nahm er zunächst nicht aktiv an der Griechischen Revolution teil.[5] Seine Familie spielte jedoch auch während dieser Zeit eine wichtige Rolle, denn sein Vater Petros Mavromichalis war unter anderem Vorsitzender der Exekutive der provisorischen Regierung während der Revolution und leitete den Aufstand auf dem Peloponnes.[5] Später beteiligte sich auch Dimitrios selbst an der Revolution.[4]

Louis Dupré widmete Dimitrios Mavromichalis eine zeitgenössische künstlerische Abbildung, die ihn mit dem Bild der Klephten verknüpfte und zur philhellenischen Heroisierung der Manioten als Nachfahren der antiken Griechen beitrug.[4] Dieses Porträt wurde wahrscheinlich zwischen den Jahren 1828 und 1831 angefertigt, zu der Zeit, als Dimitrios in Paris als Stipendiat von Ioannis Kapodistrias studierte.[2]

Der Schweizer Bankier Jean-Gabriel Eynard, der Kapodistrias regelmäßig über die Stipendiaten informierte, beschrieb Mavromichalis als „sanft im Charakter und von gutem Benehmen“. Dieser äußerte jedoch auch Vorbehalte über den Fortschritt seiner Studien und über die Schulden, die er gemacht hatte. Dimitrios Mavromichalis blieb mehrere Jahre in Paris, wo er eine militärische Ausbildung erhielt und schließlich bis zum Rang eines Generalmajors aufstieg.[2]

Politisches Engagement

Im Zusammenhang mit den Athener Unruhen vom 9./10. Oktober 1843 wird Dimitrios Mavromichalis in zeitgenössischen Zeitungen als Ordonanzoffizier König Ottos und zugleich als im Auftrag des Kriegsministers handelnder Offizier genannt.[6] In jener Nacht war er mit der Lagebeurteilung betraut und meldete dem König, die Stadt sei ruhig, während parallel militärische Maßnahmen eingeleitet wurden. Seine Mitteilungen wurden sowohl an den Kriegsminister Andreas Londos als auch an die Gesandten der Schutzmächte England, Frankreich und Russland weitergeleitet.[7] Nach den Vorfällen wurde ihm jedoch vorgeworfen, durch voreilige Meldungen eines Alarms, Unruhe verursacht zu haben. Während Generalmajor Kolokotronis ins Ausland verbannt wurde, erhielt Mavromichalis eine Disziplinarstrafe von fünf Tagen Stubenarrest.[7] Die Nürnberger Zeitung hielt dazu fest: „Der Ordonanzoffizier Dimitrios Mauromichalis, ungeachtet er gleichfalls vom Kriegsminister A. Londos die Zusicherung erhalten, daß alles ruhig in der Stadt sey, beeilt sich dennoch, die Gesandten Sir Edmund Lyons, Piscatory und Katakazi von den Vermuthungen hinsichtlich eines drohenden Alarms in Kenntniß zu setzen, so daß besagte Diplomaten sich veranlaßt sahen, unverzüglich zum König sich zu begeben.“[8]

Im Februar 1851 berichtete die Frankfurter Ober-Post-Amts-Zeitung, dass Dimitrios Mavromichalis als Adjutant König Ottos in München lebte. Er halte sich demnach dauerhaft im Ausland auf.[9]

Er nahm aktiv an der Revolution im Oktober 1862 gegen König Otto teil. In der Übergangszeit der provisorischen Regierung von Dimitrios Voulgaris, Konstantinos Kanaris und Benizelos Roufos leitete er das Ministerium für Militärangelegenheiten.[2] Dieses Amt hatte er vom 23. Oktober 1862 bis zum 20. Februar 1863 inne, als Nachfolger von Spyromilios.[1]

Er starb 1879[2] oder 1882[1] in Athen.[2]

Einzelnachweise

  1. a b c Greek ministries, etc. In: rulers.org. Abgerufen am 2. Oktober 2025.
  2. a b c d e f g h Μαυρομιχάλης Δημήτρης (1809 – 1879) – Dupré Louis. Mavromichalis Dimitris (1809 – 1879) – Dupré Louis. In: ΑΡΓΟΛΙΚΗ ΑΡΧΕΙΑΚΗ ΒΙΒΛΙΟΘΗΚΗ ΙΣΤΟΡΙΑΣ ΚΑΙ ΠΟΛΙΤΙΣΜΟΥ. 22. Juli 2010, abgerufen am 2. Oktober 2025 (griechisch, basierend auf: Manolis Vlachos, Louis Dupré, Reise nach Athen und Konstantinopel, Olkos Verlag, Athen, 1994).
  3. Ilias Karagiannis: A virtual tour of the permanent Greek Revolution exhibition at the Athens War Museum. In: The Greek Herald. 22. März 2024, abgerufen am 2. Oktober 2025 (australisches Englisch).
  4. a b c d Anna Efstathiadou: Representing Greekness: French and Greek Lithographs from the Greek War of Independence (1821–1827) and the Greek-Italian War (1940–1941). In: Journal of Modern Greek Studies. Nr. 29. The Johns Hopkins University Press, 2011, S. 199 ff. (englisch, core.ac.uk [PDF]).
  5. a b Dimitrius Mavromichalis "Démétrius Mavromichalis. by... In: biblio.com. Abgerufen am 2. Oktober 2025 (englisch).
  6. Griechenland. In: Allgemeine Zeitung. Nr. 314. Cotta, Tübingen, Stuttgart, Ulm, Augsburg, München 10. November 1843, S. 2508 f. (digitale-sammlungen.de).
  7. a b Griechenland. In: Aschaffenburger Zeitung. Nr. 268. Gauverl. Mainfranken, Zweigniederlassung Aschaffenburg, Aschaffenburg 9. November 1843, S. 479 f. (digitale-sammlungen.de).
  8. Griechenland. In: Nürnberger Zeitung. Nr. 316. Tümmel, Nürnberg 12. November 1843, S. 543 (digitale-sammlungen.de).
  9. Griechenland. In: Frankfurter Ober-Post-Amts-Zeitung. Nr. 45. Thurn & Taxis, Frankfurt, M 21. Februar 1851, S. 282 (digitale-sammlungen.de).