Dietrich III. von Limburg

Dietrich III. von Isenberg-Limburg (* um 1285; † 9. August 1364) war ein deutscher Adliger, durch Abstammung und Erbe von 1304 bis 1364 (andere Quelle ab 1318) regierender Graf von Limburg-Hohenlimburg.[1] Nicht zu verwechseln in der Zählweise mit seinem Cousin Graf Dietrich II. († 1324), Sohn Johanns Graf von Limburg (* vor 1246; † vor 1277), dem Stifter der Linie Limburg-Hohenlimburg, oder Graf Dietrich III. von Limburg-Styrum (* um 1347; † 2. Mai 1398).

Leben

Graf Dietrich III. von Isenberg-Limburg-Hohenlimburg war der einzige Sohn von Graf Eberhard I. von Isenberg-Limburg (* 1252; † 1304), Stifter der Linie Limburg-Styrum, und Gräfin Agnes von Limbourg (1273–1297), Tochter des Herzogs Walram V. von Limburg und der Kunigunde von Brandenburg.

Im Jahre 1274 verkaufte sein Großvater Graf Dietrich I. von Isenberg-Limburg dem Kloster Elsey, einer 1220/23 gegründeten Familienstiftung, zwei Höfe in Elsey, an denen sich dessen Enkel Graf Dietrich III. von Isenberg-Limburg später unrechtmäßig vergriff. Am 6. April 1318 drohte deswegen Heinrich, Erzbischof von Köln und Erzkanzler des Reichs, Graf Dietrich mit Bann und Exkommunikation, wenn er seine Ungerechtigkeiten gegenüber dem Kloster nicht zurücknimmt.[2] Als Graf Dietrich sich nicht fügte, wurde er gebannt und exkommuniziert, bis er dann später doch einlenkte und die Höfe an das Kloster zurückgab. Am 29. September 1318 wurde diese sogenannte Klosterfehde beendigt.[3][4]

In einer Urkunde vom 13. September 1333 verzichtet Graf Dietrich von Limburg auf alle Ansprüche an Herrschaft und Burg Strünkede sowie an den Hof Castrop. Am 16. Oktober 1333 wird Eberhard, Erstgeborener des Grafen Dietrich III. von Limburg Lehnsmann des Grafen Wilhelm von Jülich wegen der Vogtei zu Yrnshel.[5] Am 1. Dezember 1336 tragen Johann, Berthold und Heinrich von Soest dem Grafen Dietrich von Limburg ihr Haus Thon Berghe und ihr Haus in Schoneberg bei Hovestadt im Kirchspiel Oestinghausen mit allem Zubehör zu Lehn auf und übergeben sie ihm als sein Eigentum.[6] Am 8. Februar 1338 übergibt Graf Dietrich von Limburg (Theodericus comes de Lymborch) Sophie von Asseln zur Leibzucht das Kockelakenhaus und die Hälfte der Güter zu Volmerinc.[7]

Als zwischen dem Erzbischof von Köln Walram von Jülich und dem Grafen Gottfried von Arnsberg eine Fehde entstand, in der sich auch Graf Adolf II. von der Mark einmischte, schlossen sich Graf Dietrich III. von Limburg nebst Sohn den Verbündeten an. Sie zogen vor die damals kölnische Stadt Menden, belagerten sie und nahmen sie am 1. November 1344 ein. In der Klageschrift des Erzbischofs vom 2. Dezember 1344 bezichtigt er die Angreifer der Zerstörung Mendens und der Schändung der dortigen Kirche.[8]

Am 6. November 1348 schlossen Graf Dietrich III. von Limburg nebst Sohn Cracht und Enkel Dietrich, Graf Johann von Limburg-Styrum nebst Sohn Dietrich III. und Burkhard V. von Broich nebst Sohn Dietrich V. mit Graf Gerhard von Berg und Ravensberg einen ewigen Pakt gegen alle augenblicklichen und zukünftigen Feinde.[9]

In einer Urkunde vom 30. Mai 1349 bekennt Everd von der Mark dem Grafen Dietrich von Limburg und dem Ritter Cracht von Limburg 400 alte goldene Schilde gut von Gold und Gewicht zu schulden; wofür sich zugleich Ritter Hunold von Plettenberg und Heinrich von Hardenberg verbürgen. Alle drei wollen im Misszahlungsfall in die Stadt Essen in eine Herberge einreiten und nicht eher herausziehen, bis die Schuld bezahlt ist.[10]

Im Jahr 1350 bestätigt aufs neue (erstmals 1271 schon unter Dietrich I. von Isenberg-Limburg zuerkannt) Graf Dietrich III. und sein Sohn Cracht das Öffnungsrecht auf der Limburg dem Grafen von Berg.

Vor dem Hintergrund der Judenpogrome und der ersten großen Pestepidemie 1348/49–1350 unterzeichneten am 11. März 1350 Graf Dietrich III. und sein Sohn Cracht einen Schutzbrief für drei in Dortmund wohnhafte Juden sowie deren Familien. Die Urkunde sicherte den Juden Nathan, Lefmann und Vyvus für die folgenden fünf Jahre die Unterstützung des Grafen bei ihren Geschäften sowie Geleit auf dem Weg bis in das Gebiet der Reichsstadt Dortmund zu. Außerdem wurde ihnen die Wohnsitznahme in seinen Territorien freigestellt.[11] Der Geleitbrief gilt als der Älteste über Juden im Machtbereich eines Grafen von Limburg.[12]

Am 23. April 1350 gestatten Graf Dietrich III. und sein Sohn Cracht den Dortmundern in ihrer Freigrafschaft genannt Krumme, an der Emscher Brücken und Befestigungen anzulegen.[13] In einer Urkunde vom 15. August 1358 ist Graf Dietrich Mitsiegler für Ritter Hermann von Mervelde, der dem Grafen Gerhard von Berg Haus Mervelt als offenes Haus und Mannlehen übergab.[14]

Erbfolger der Grafschaft Limburg wurde nach dem Tod von Graf Dietrich III. sein Enkel Graf Dietrich IV. von Limburg (* um 1330; † 8. Juli 1400), Sohn von Graf Eberhard II. und Jutta von Sayn.

Ehen und Nachkommen

⚭ (I) um 1308 mit Irmgard von Greifenstein (* 1280; † 1324), Witwe des Kölner Bürgers Hildeger Heinrich Birkelin, Tochter des Ritters Kraft von Greifenstein (1270–1326).
  • Eberhard II. († 1342) ⚭ um 1335 mit Jutta von Sayn († um 1380)
  • Jutta, um 1338 Äbtissin im Stift Herdecke ⚭ mit Dietrich von Wickede
  • Elisabeth, († 2. April 1358) ⚭ um 1329 mit Hermann von Münster († 18. Januar 1343)
  • Dietrich († um 1338)
  • Heinrich, († um 1324)
  • Cracht (Kraft), († um 1350)
  • Irmgard, Nonne im Stift Essen
  • Adelheid
  • Johanna
⚭ (II) vor 1333 mit Elisabeth von Strünkede (* 1301; † 1349), verw. von Friemersheim

Wappen

Wappen- und Siegelabbildungen des Grafen Dietrich III. von Isenberg-Limburg zeigen die Isenberger mehrblättrige Rose oder später den aufsteigenden doppelt geschwänzten Limburger Löwen. Die wahrscheinlich auf der Limburg geschlagene Silbermünze (0,34 g), ein Vierling auf märkischem Schlag, zeigt auf der Vorderseite den sitzenden Grafen mit Schwert und Zweig, auf der Rückseite den Limburger Löwen vor einem zweitürmigen Gebäude. Inschriften: COMES DE LIMBOR und MONETA IN LIMBOR.[15]

Literatur

  • Otto Redlich: Mülheim a. d. Ruhr. Seine Geschichte von den Anfängen bis zum Übergang an Preußen 1815. Stadt Mülheim an der Ruhr, Selbstverlag 1939.
  • Hohenlimburger Heimatblätter, Jahrgang 85, Heft 10/2024, S. 356 – 360 (Zuverlässige Information).
Commons: Dietrich III. von Limburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Willmanns.ch – Geschichte der Herzogtümer – Die Grafen von Limburg, pdf.
  2. Digitale Westfälische Urkunden-Datenbank (Urk vom 6. April 1318).
  3. Esser, Hermann: Hohenlimburg und Elsey, Dortmund 1907, S. 134–136, Digitale Sammlungen der Universitäts- und Landesbibliothek Münster, pdf.[1]
  4. Edeltraud Klueting: Das (freiweltliche) adelige Damenstift Elsey. Geschichte, Verfassung und Grundherrschaft in Spätmittelalter und Frühneuzeit. Altenaer Beiträge, Band 14, 1980, S. 114.
  5. Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland AA 0021 / Jülich, Urkunden AA 0021, Nr. 123.
  6. Digitale Westfälische Urkunden-Datenbank (Urk vom 1. Dezember. 1336)
  7. Urkundenbuch des Clarissenklosters, späteren Damenstifts Clarenberg bei Hörde, bearb. von O. Merx, Dortmund 1908, Nr. 12, S. 10.
  8. Esser, Hermann: Hohenlimburg und Elsey, Dortmund 1907, S. 166/167.
  9. Lacomblet: Urkundenbuch für die Geschichte des Niederrheins, Band III. Urk Nr. 463, S. 372.
  10. Digitale Westfälische Urkunden-Datenbank (Urk vom 30. Mai 1349).
  11. Ralf Blank / Stephanie Marra / Gerhard E. Solbach: Hagen – Geschichte einer Großstadt und ihrer Region, Klartext Verlag, Essen 2008, S. 146.
  12. Adalbert Böning, Hermann Zabel (Hrsg.): Gedenkschrift zu Ehren der ehemaligen jüdischen Mitbürger Hohenlimburgs, Reiner Padligur Verlag, Hagen 1988, S. 84/85.
  13. Anton Fahne: Die Grafschaft und freie Reichsstadt Dortmund, Band II, Teil 2, S. 97.
  14. Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland AA 0020 / Berg, Urkunden AA 0020, Nr. 198.
  15. Fritz Emde: Hohenlimburg Industriestadt im Kranz grüner Wälder, Druck und Verlag P. A. Santz, Altena, 1961, S. 58/59.
VorgängerAmtNachfolger
Eberhard I. von Isenberg-LimburgGraf von Limburg
1304–1364
Dietrich IV. von Limburg