Dietrich Haarer

Dietrich Haarer (* 23. Juni 1938 in Stuttgart[1][2]) ist ein deutscher Experimentalphysiker und Hochschullehrer. Er hält Patente im Bereich der optischen Informationsspeicher.[3]

Leben und Wirken

Haarer studierte von 1957 bis 1966 an der Universität Stuttgart Physik.[2] Er wurde 1969 mit einer Dissertation über ESR-Untersuchungen an Triplettexcitonen in Anthracen- und Naphthalin-Einkristallen promoviert. Im Anschluss ging er 1970 als Postdoctoral Fellow in die Forschungsabteilung des Computerherstellers IBM in San José (Vereinigte Staaten). Erst 1980 kehrte er nach Deutschland zurück, als ihn der Ruf auf den Lehrstuhl für experimentelle Physik der Universität Bayreuth erreichte.[4] Dort gilt er als einer der Gründerväter der Fakultät für Angewandte Naturwissenschaften.

Von 1991 bis 2000 war Haarer Sprecher des DFG-Graduiertenkollegs „Nichtlineare Spektroskopie und Dynamik“.[5]

Von 1989 bis 2001 war er Mitglied im wissenschaftlich-technischen Beirat der Bayerischen Staatsregierung, in den Jahren 1990 und 1991 gehörte er einer vom Bundesforschungsminister einberufenen Perspektivkommission für das Kernforschungszentrum Karlsruhe an. Eine Berufung in den Wissenschaftsrat lehnte er 1993 aufgrund seiner zahlreichen Verpflichtungen ab.[6]

1998 ließ Haarer sich in Bayreuth beurlauben, um für drei Jahre die Leitung des Forschungsbereichs Physik der Bayer AG in Leverkusen zu übernehmen.[6] Von 2001 bis zu seiner Emeritierung forschte er wieder in Bayreuth.

Auszeichnungen

Schriften (Auswahl)

  • mit Hans Wolfgang Spiess (Hrsg.): Spektroskopie amorpher und kristalliner Festkörper. Springer, 1995, ISBN 978-3-7985-1024-1.

Einzelnachweise

  1. Personalien. In: Physik-Journal. Band 2, Nr. 1, 2003, S. 26 (pro-physik.de).
  2. a b c d Dietrich Haarer: Curriculum vitae. In: uni-bayreuth.de. Archiviert vom Original am 28. Januar 1999;.
  3. Inventor: Dietrich Haarer. In: google.com. Abgerufen am 22. September 2025.
  4. D. Haarer: Spielwiese für Physiker. In: Physikalische Blätter. Band 47, Nr. 11, 1991, S. 957, doi:10.1002/phbl.19910471102 (siehe Autoren-Kurzbiographie).
  5. Chronik der Universität Bayreuth. In: uni-bayreuth.de. Abgerufen am 21. September 2025.
  6. a b c Kerstin Wodal: "Vorreiter eines modernen naturwissenschaftlichen Ansatzes für ein vernetztes Forschen und Denken". Universität Bayreuth, 23. Oktober 2002, abgerufen am 21. September 2025.
  7. Prof. Dr. Dietrich Haarer. In: humboldt-foundation.de. Abgerufen am 21. September 2025.
  8. Foto von der Verleihung. In: gettyimages.es. Abgerufen am 21. September 2025.