Dietldorf

Dietldorf
Koordinaten: 49° 12′ N, 11° 57′ O
Höhe: 364 m
Einwohner: 250 (25. Mai 1987)[1]
Postleitzahl: 93133
Vorwahl: 09471
Ortsansicht Dietldorf

Dietldorf ist ein Gemeindeteil und eine Gemarkung der oberpfälzischen Stadt Burglengenfeld im Landkreis Schwandorf (Bayern).

Geographie

Das Pfarrdorf liegt 4 Kilometer westlich von Burglengenfeld an der Vils und der Staatsstraße 2165.

Die Gemarkung Dietldorf (094781) umfasst eine Fläche von 4,310 km² und hat 284 Einwohner.[2]

Geschichte

1390 wird in Niederdietldorf, dem heutigen Dietldorf, ein Schienhammer, 1457 in Oberdietldorf, dem heutigen Pettenhof, ein Blechhammer erwähnt. Beide waren ursprünglich Besitzungen des Schottenklosters St. Jakob in Regensburg. Gegen Ende des Hammerbetriebs wurde hier bis 1849 ein Waffenhammer betrieben.[3]

Als erster Hammermeister ist 1454 Ulrich Teuchler bezeugt, 1447 folgt Hans Pachmann aus Amberg und 1463 Hans Altmann aus Regensburg. Dann kommen die Pirzers, dann wieder die Teuch. 1511 ist als Hammerbesitzer Erhard Reich genannt.[4] 1573 erhalten Hans Oberstetter und seine Ehefrau Wandula Senft von Sulburg (Saulburg) von Herzog Philipp Ludwig die Landsassenfreiheit für den Hammer in Niederdietldorf. 1592 ist Klemens Knorr Hammermeister zu Dietldorf. 1612 wird Moritz Heinrich Knorr als Besitzer genannt. Im Dreißigjährigen Krieg kommt der Besitz auf die Gant und wird erst am 4. Juni 1665 an den aus Braunschweig stammenden Johann Ernst von Rautenstein verkauft, der aber bereits 1666 bei einer Wagenfahrt nach Kiel verunglückt. Seine Witwe, eine geborene Elisabeth von Friesen, heiratete 1668 den Hammerwerksbesitzer von Traidendorf, Friedrich Eberhard Tänzl von Tratzberg, und brachte ihm das Hammergut Dietldorf zu.

In Dietldorf ließ sich Friedrich Eberhart Tänzl zwischen 1700 und 1706 das heute noch bestehende Schloss Dietldorf erbauen, in das er zusammen mit seiner dritten Ehegesponsin Marie Theresia von Altersheim 1706 übersiedelte; ihr Wappen und das der Tänzl findet sich im Giebelfeld des Schlosshoftores. Friedrich Eberhart von Tänzl war viermal verheiratet; er lebte mit seiner vierten Gattin Maria Katharina aus dem oberpfälzischen Adelsgeschlecht derer von Loefen-Ebermannsdorf zuletzt in seinem Haus in Amberg, wo er 1728 starb. Der Sohn Franz Anton (1680–1756) übernahm später das Schlossgut Dietldorf und heiratete die Tochter Katharina Cordula des Hammerwerksbesitzers Freiherrn von Vischpach von Schmidmühlen. Zur Hofmark Dietldorf gehörten 1788 ein Bräuhaus, ein Waffenhammer sowie eine Polier-, eine Mahl- und eine Sägemühle, ferner die Einöden Oberdietldorf, Matzhausen, Gaishof, Griestal, Machtlwies und Preuschelhütten (bei Ziegelhof).

Im Jahre 1818 entstand mit dem bayerischen Gemeindeedikt die politische Gemeinde Dietldorf mit den Orten

  • Dietldorf
  • Kriesthal (Greßthal / Gressthal)
  • Machtlwies
  • Meilerhof
  • Plattenhof (Blattenhof)

Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde die Gemeinde Dietldorf am 1. Juli 1972 nach Burglengenfeld eingegliedert.[5]

Baudenkmäler

Siehe: Liste der Baudenkmäler in Dietldorf

Commons: Dietldorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur

Einzelnachweise

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, DNB 94240937X, OCLC 231287364, S. 275 (Digitalisat).
  2. Gemarkung Dietldorf (Burglengenfeld) / Bayern. In: Geoindex.io. Abgerufen am 21. September 2025.
  3. Franz Michael Ress, 1960, S. 162.
  4. Franz Michael Ress, 1960, S. 5.
  5. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 438.