Diether Höger

Diether Höger ist ein Psychologe und emeritierter Professor an der Universität Bielefeld.[1][2]

Leben

Er studierte Psychologie an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Hier promovierte er mit einer Arbeit über die Analyse der Intelligenzstruktur 1963 zum Dr. phil. und 1968 habilitierte er sich mit einer Schrift zum Farbwahlverhalten in Farbgestaltungstests. 1971 erhielt er einen Ruf auf eine Professur für Psychologie an die Pädagogische Hochschule Westfalen-Lippe. Durch die Auflösung und Neuzuordnung dieser Hochschule ist er seit 1980 an der Fakultät für Psychologie und Sportwissenschaft als Professor an der Universität Bielefeld tätig. 2001 wurde er emeritiert.

Werk

Er arbeitete über die Aus- und Fortbildung von Lehrern und Pädagogen und die Elternarbeit in Schulen und Kindergärten. Zudem erstellte er Curricula zur Gesprächspsychotherapie für das Psychologie-Studium und für die postgraduale Ausbildung von Gesprächspsychotherapeuten. Ein weiteres Arbeitsgebiet war die Psychotherapieforschung; hier entwickelte er Forschungsinstrumente (z. B. den Bielefelder Fragebogen zu Partnerschaftserwartungen, die Adult Attachment Scale oder den Bielefelder Fragebogen zu Klientenerwartungen) und trug zur Integration der Bindungstheorie in die psychotherapeutische Ergebnis- und Prozessforschung bei. Dabei war es ihm wichtig, dass der Therapeut für eine Therapie seine eigenen Bindungsmuster erkennen musste. Als wichtigstes Ziel sah er den Brückenschlag zwischen der Psychologie als Wissenschaft und Forschung und der Anwendung in der Berufspraxis, insbesondere der klinischen Psychologie, an.

Publikationen (Auswahl)

Monografien
  • Mit Hans P. Winter; Hermann Janiesch: Farbe ins Heim: Farbvorschläge des Kuratoriums Deutsche Altershilfe. Kuratorium Dt. Altershilfe Wilhelmine-Lübke-Stift, Berlin 2002, ISBN 978-3935299305.
  • Einführung in die pädagogische Psychologie (3. Aufl.). Kohlhammer (Urban-Taschenbücher, Bd. 155), Stuttgart 1978, ISBN 978-3-17-004947-5.
  • Mit Robert Heiss; Petra Halder: Der Farbpyramidentest (2., völlig neu bearb. Aufl.). Huber Verlag, Bern 1975, ISBN 978-3-456-80124-7.
Herausgeberschaften
  • Mit Jochen Eckert; Eva-Maria Biermann-Ratjen: Gesprächspsychotherapie (2., überarb. Auflage). Springer Medizin Verlag, Berlin 2012, ISBN 978-3-642-28649-0.
Zeitschriftenartikel/Buchbeiträge
  • Gordon W. Allport – Ein Protagonist der Humanistischen Psychologie. In: Person, 2012, 16 (2), S. 163–170.
  • Mit Eva Pollak; Silke Schmidt; Silke Wiegand-Grefe: Family functioning in families with a mentally ill parent: Ralationship with parental attachment pattern and parental disorder. In: Familiendynamik, 2008, 33 (3), S. 274–288.
  • Mit Francisco Pedrosa Gil; Carl Eduard Scheidt; Marius Nickel: Relationship between Attachment Style, Parental Bonding and Alexithymia in Adults with Somatoform Disorders. In: The International Journal of Psychiatry in Medicine, 2008, 38 (4), S. 437–51.
  • Die Bindungsmuster von Psychotherapeuten. In: Person, 2007, 11 (1), S. 5–12.
  • Mit Yve Stöbel-Richter; Elmar Brähler: Reanalyse des Bielefelder Fragebogens zu Partnerschaftserwartungen (BFPE). In: Psychotherapie, Psychosomatik, medizinische Psychologie, 2007, 58 (07), S. 284–294.
  • Mit Bernhard M. Strauss; Helmut Kirchmann; Jochen Eckert et al.: Attachment characteristics and treatment outcome following inpatient psychotherapy – Results of a multisite study. In: Psychotherapy Research, 2006, 16 (5), S. 579–594.
  • Mit Silke Schmidt; Bernhard Strauß; Elmar Brähler: Die Adult Attachment Scale (AAS) - Teststatistische Prüfung und Normierung der deutschen Version, In: Psychotherapie, Psychosomatik, medizinische Psychologie, 2004, 54 (09/10), S. 375–382.
  • Mit Silke Schmidt; Bernhard Strauß; Elmar Brähler: Die Adult Attachment Scale (AAS) - Teststatistische Prüfung und Normierung der deutschen Version. In: Psychotherapie, Psychosomatik, medizinische Psychologie, 2004, 54 (09/10), S. 1–1.
  • Mit Carlotta Nord; Jochen Eckert: Bindungsmuster von Psychotherapeuten. In: PTT - Persönlichkeitsstörungen: Theorie und Therapie, 2000, 4 (2), S. 76–86.
  • „Ist das noch GT, wenn ich ...?“ – Was ist eigentlich Gesprächspsychotherapie? In: Psychotherapeuten Forum. Praxis und Wissenschaft, 2000, 7 (5), S. 5–17.
  • Der Bielefelder Fragebogen zu Klientenerwartungen (BFKE): Ein Verfahren zur Erfassung von Bindungsstilen bei Psychotherapiepatienten, In: Psychotherapeut, 1999, 44 (3), S. 159–166.
  • Zur Bedeutung der Ethologie für die Psychotherapie. Aspekte der Aktualisierungstendenz und der Bindungstheorie. In: G. Meyer-Cording; G.-W. Speierer (Hrsg.): Gesundheit und Krankheit. Theorie, Forschung und Praxis der klientenzentrierten Gesprächspsychotherapie heute (S. 30 – 53). GwG, Köln 1990.
  • Analyse der Intelligenzstruktur bei männlichen Gymnasiasten der Klassen 6–9 (Untersekunda—Oberprima): Eine Untersuchung über die Beziehungen zwischen Schulnoten und dem Intelligenz-Struktur-Test von Amthauer. In: Psychological research, 1964, 27 (5), S. 419–474.

Einzelnachweise

  1. Psychologieprofessor Diether Höger wird verabschiedet (Nr. 16/2001) auf Universität Bielefeld, abgerufen am 13. Januar 2025.
  2. Herr Prof. Dr. Diether Höger, 1. Fakultät für Psychologie und Sportwissenschaft auf Universität Bielefeld, abgerufen am 13. Januar 2025.