Dieter Riesenberger

Dieter Riesenberger (* 11. Mai 1938 in Neustadt an der Weinstraße; † 11. Juni 2023 in Paderborn) war ein deutscher Historiker.

Leben

Dieter Riesenberger wurde als Sohn des Oberzahlmeisters Herbert Riesenberger und dessen Frau Maria, geb. Milloth, in Neustadt an der Weinstraße geboren. Er besuchte die Volksschule in Kandel (Pfalz) und legte das Abitur 1959 am Altsprachlichen Gymnasium der Heimschule Lender in Sasbach (Achern) ab. Nach dem Grundwehrdienst bei der Bundeswehr studierte er Geschichte, Deutsch und Latein an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Im Juli 1965 wurde er in Freiburg bei Gerd Tellenbach mit einer Arbeit über die Prosopographie der päpstlichen Legaten von Stephan II. bis Silvester II. promoviert (Zweitgutachter war Otto Herding).

Nach Ablegen des Staatsexamens in den Fächern Geschichte und Deutsch an der Universität Freiburg im November 1966 arbeitete Riesenberger von 1967 bis 1970 als Gymnasiallehrer in Nordrhein-Westfalen. Ab 1971 unterrichtete er als abgeordneter Studienrat an der Pädagogischen Hochschule Rheinland, Abteilung Neuss. Von 1981 bis 1998 lehrte er als Professor für Zeitgeschichte und Didaktik der Geschichte an der Universität-Gesamthochschule Paderborn. Das Vorwort zu seinem Buch Die katholische Friedensbewegung in der Weimarer Republik verfasste Walter Dirks. Sein Forschungsschwerpunkt in den letzten Jahren war die Geschichte des Deutschen Roten Kreuzes.

Dieter Riesenberger starb im Juni 2023 im Alter von 85 Jahren in Paderborn.[1]

Schriften (Auswahl)

  • Prosopographie der päpstlichen Legaten von Stephan II. bis Silvester II. (Freiburg (Breisgau), Univ., Diss., 1965).
  • Geschichte und Geschichtsunterricht in der DDR. Aspekte und Tendenzen. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1973, ISBN 3-525-33336-6.
  • Die katholische Friedensbewegung in der Weimarer Republik. Droste, Düsseldorf 1976, ISBN 3-7700-0426-4.
  • mir Erhard Forndran und Frank Golczewski (Hg.): Innen- und Außenpolitik unter nationalsozialistischer Bedrohung. Determinanten internationaler Beziehungen in historischen Fallstudien. Westdeutscher Verlag, Opladen 1977, ISBN 3-531-11334-8.
  • mit Peter Meyers (Hg.): Der Nationalsozialismus in der historisch-politischen Bildung. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1979, ISBN 3-525-33439-7.
  • Krieg und Friedensordnung. Westermann, Braunschweig 1980, ISBN 3-14-151053-9.
  • Der Friedensbund Deutscher Katholiken. Versuch einer Spurensicherung. Verein für Geschichte, Paderborn 1983, ISBN 3-924184-00-3.
  • Geschichte der Friedensbewegung in Deutschland. Von den Anfängen bis 1933. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1985, ISBN 3-525-01332-9.
  • mit Christiane Rajewsky (Hg.): Wider den Krieg. Große Pazifisten von Immanuel Kant bis Heinrich Böll. Beck, München 1987, ISBN 3-406-31885-1.
  • Der Paderborner Dompropst Paul Simon (1882–1946). Ein Beitrag zur Geschichte des Nationalsozialismus, der Ökumene und der Nachkriegsjahre in Paderborn. Bonifatius, Paderborn 1992, ISBN 3-87088-723-0.
  • Für Humanität in Krieg und Frieden. Das Internationale Rote Kreuz 1863–1977. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1992, ISBN 3-525-01348-5.
  • mit Gottfried Niedhart (Hg.): Lernen aus dem Krieg? Deutsche Nachkriegszeiten 1918 und 1945. Beiträge zur historischen Friedensforschung. Beck, München 1992, ISBN 3-406-34038-5.
  • Das Deutsche Rote Kreuz, Konrad Adenauer und das Kriegsgefangenenproblem. Die Rückführung der deutschen Kriegsgefangenen aus der Sowjetunion (1952–1955). Donat, Bremen 1994, ISBN 3-924444-82-X.
  • Das Deutsche Rote Kreuz. Eine Geschichte 1864–1990. Schöningh, Paderborn u. a. 2002, ISBN 3-506-77260-0.
  • Den Krieg überwinden. Geschichtsschreibung im Dienste des Friedens und der Aufklärung. Donat, Bremen 2008, ISBN 978-3-938275-44-3.
  • mit Gisela Riesenberger: Rotes Kreuz und weiße Fahne: Henry Dunant 1828–1910. Der Mensch hinter seinem Werk. Donat, Bremen 2011, ISBN 978-3-938275-83-2.
  • mit Gisela Riesenberger: Leopold Mozart (1719–1787). Donat, Bremen 2019, ISBN 3-943425-89-4.

Einzelnachweise

  1. Helmut Donat: Den Krieg überwinden. In: junge welt. 15. Juni 2023, abgerufen am 14. Juni 2023.