Dieter Meurer

Dieter Meurer (* 11. August 1943 in Heimersheim (Ahr); † 23. Dezember 2000 in Wiesbaden) war ein deutscher Rechtswissenschaftler. Er wirkte unter anderem als ordentlicher Professor für Strafrecht, Strafprozessrecht und Rechtsphilosophie und war Richter am Oberlandesgericht Frankfurt.

Leben

Dieter Meurer, Sohn von Erika Meurer, geborener Bender, und des Kaufmanns Adolf Meurer, besuchte das Staatliche Apostelgymnasium in Köln und machte dort 1964 sein Abitur. Danach begann er sein Jura-Studium an der Universität zu Köln. Die erste juristische Staatsprüfung bestand er 1968, von 1969 bis zu seiner zweiten juristischen Staatsprüfung 1973 war er Rechtsreferendar und danach von 1973 bis 1978 wissenschaftlicher Assistent. Er war ein Schüler von Richard Lange (Universität Köln) und wurde 1971 mit der Arbeit Fiktion und Strafurteil zum Dr. jur. promoviert. Im Jahr 1978 habilitierte er sich und begann seine Lehrtätigkeit als Privatdozent.

Im Jahr 1979 wurde er ordentlicher Professor und Inhaber des Lehrstuhls für Strafrecht, Strafprozessrecht und Rechtsphilosophie an der Philipps-Universität Marburg, den er bis zu seinem plötzlichen Tod innehatte. Meurer, der ab 1982 auch Richter am Oberlandesgericht Frankfurt war, verwies häufig darauf, dass er damit in Marburg einer der Nachfolger des großen Strafjuristen und Begründers des Präventionsgedankens Franz von Liszt sei, der mit seinem Marburger Programm Strafrechtsgeschichte geschrieben habe.

Dieter Meurer war bekannt für seine lebhaften Vorlesungen. Mit der Gründung des Instituts für Rechtsinformatik an der Philipps-Universität Marburg und mit seinen mehrjährigen Amtszeiten als Dekan konnte er wesentliche Akzente setzen. Hochschulpolitisch war Meurer in der CDU-nahen Hochschulunion aktiv, deren Marburger und hessischer Landesvorsitzender er war. Eine Bewerbung als Präsident der Philipps-Universität blieb im Jahr 2000 erfolglos. Er veröffentlichte zahlreiche Bücher und Aufsätze.

Schüler von Meurer waren unter anderem die Strafrechtsprofessoren Eva Graul (Heidelberg) und Gerhard Wolf (Frankfurt/Oder), die bei ihm habilitierten, sowie der Wirtschaftsrechtler Axel Benning (FH Bielefeld), der Richter am Bundesgerichtshof Alfred Bergmann und der Marburger Bürgermeister Franz Kahle.

Meurer war katholisch, verheiratet ab 1972 mit der promovierten Rechtsanwältin Dorothea Meurer-Meichsner und hinterließ drei erwachsene Kinder (Friederike, Arthur und Richard Sebastian).

Rezeption

In Erinnerung an die Verdienste Dieter Meurers auf dem Gebiet der Rechtsinformatik vergibt der Deutsche EDV-Gerichtstag gemeinsam mit der juris GmbH seit 2003 jährlich den Dieter Meurer Förderpreis Rechtsinformatik. Zu den bisherigen Preisträgern gehört Barbara van Schewick für ihre Dissertation Architecture and Innovation: The Role of the End-to-End Arguments in the Original Internet (2006).

Buchveröffentlichungen (Auswahl)

  • Fiktion und Strafurteil. 1973.
  • Die Bekämpfung des Ladendiebstahls. 1976.
  • Festschrift für R. Lange. 1976.
  • Einführung in die Kriminalwissenschaft. 1982
  • als Hrsg.: Kriminalwissenschaftliche Studien. 1982 ff.

Literatur

  • Meurer, Dieter. In: Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s who. 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 835.