Dieter Eric Chenaux-Repond

Dieter Eric Chenaux-Repond (* 22. Juli 1934 in Bombay; † 18. Oktober 2000 in Basel, Grab in Berzona) war ein Schweizer Diplomat.

Leben und Wirken

Dieter Eric Chenaux-Repond war ein Sohn eines Schweizer Kaufmanns. Zu seinen Vorfahren zählte Major Pierre-Nicolas Chenaux, 1740–1781, Anführer der Bewegung aufständischer Bauern gegen die patrizische Regierung von Freiburg im Üechtland.[1] Sein Grossvater Julius Chenaux-Repond war von 1923 bis 1939 als Professor beauftragter Dozent der Bilanzkunde an der Technischen Hochschule Stuttgart.

Er besuchte Gymnasien in Zürich und Basel. 1958 schloss er ein Studium an der Universität Basel ab und wurde mit der zum Doktor der Rechte promoviert. Er studierte Politikwissenschaft am Institute for International Studies der University of Minnesota, wo er 1960 die Studie The Attitude of Governments Toward a State where an Insurection Arises from the American War of Independence to the Spanish Civil War verfasste, welche sich mit Psychologie befasste.[2] Chenaux-Repond trat 1961 in den auswärtigen Dienst und wurde bis 1977 in Berlin, Köln, Paris, Tokio, New York und Bonn als technischer Mitarbeiter beschäftigt. Von 1964 bis 1965 leitete er den Dienst für technische Zusammenarbeit/Information und Dokumentation. 1968 fungierte er als Deuxième Secrétaire in Ankara. 1972 war er Botschaftssekretär in Köln Bonn.[3] Ab 1977 war er Botschaftssekretär erster Klasse in Bonn. Von 1980 bis 1983 war er Botschafter in Ankara, von 1983 bis 1987 Botschafter in Tokio. Von 1987 bis 1992 war er ständiger Vertreter der Schweizer Regierung beim UN-Hauptquartier[4] und von 1992 bis 1998 Botschafter in Bonn. Er bewirkte, dass die Schweizer Regierung 6000 DM für eine Bronzetafel des Schweizer Generalkonsuls Franz-Rudolf von Weiss bereitstellte, welcher im März 1945 mit Richard Schimpf Bad Godesberg durch Verhandlungen mit dem US-General Louis Aleck Craig vor der Zerstörung rettete.[5]

Nach seiner Versetzung in den Ruhestand 1999 schrieb er Kolumnen unter anderem für die »Die Weltwoche«. Seit 1964 war er mit Agathe Meyer verheiratet.

Veröffentlichungen

  • Die deutsche Vereinigung aus Schweizer Sicht. Vortrag vom 9. Juni 1993 im Collegium Europaeum Jenense. Jena: Universitätsverlag, 1993.
  • Vom kalten Krieg bis zum Fall der Mauer, Notizen eines Schweizer Diplomaten. München: Verlag Bonn aktuell, 1994.
  • Abschied von der Zukunft. Ein Blick aus Deutschland vor der Jahrtausendwende, München: Verlag Bonn aktuell, 1998.
  • Die Schweiz. Ein Kleinstaat?, in: Romain/Kirt/Arno Waschkuhn (Hrsg.), Kleinstaaten-Kontinent Europa. Probleme und Perspektiven, Baden-Baden: Nomos, 2000.

Einzelnachweise

  1. Georges Andrey: Pierre-Nicolas Chenaux, 1740-1781. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
  2. University of Miniseota, graduate school Master of Art S. 89
  3. Chenaux-Repond, Dieter Eric in der Datenbank Dodis der Diplomatischen Dokumente der Schweiz
  4. Mission der Schweiz bei der UNO in New York in der Datenbank Dodis der Diplomatischen Dokumente der Schweiz
  5. Der Spiegel, 18. Mai 1998, Generalkonsul Franz Rudolf von Weiss
VorgängerAmtNachfolger
Georges BonnantSchweizer Botschafter in Ankara
22. März 1980 bis 23. März 1983
André Maillard
Fritz Rudolf StaehelinSchweizer Botschafter in Tokio
1. April 1983 bis 31. August 1987
Roger Bär
Francesca PomettaStändiger Vertreter der Schweizer Regierung beim UN-Hauptquartier
1. September 1987 bis 18. Januar 1992
Johannes Manz
Alfred HohlSchweizer Botschafter in Bonn
26. Januar 1992 bis 1998
Thomas Borer