Die vier Schwestern – Hortense

Die vier Schwestern – Hortense (französischer Originaltitel Quatre sœurs – Hortense) ist der zweite Band der vierteiligen Jugendroman-Reihe Vier Schwestern der französischen Schriftstellerin Malika Ferdjoukh, der im Jahr 2003 beim Verlag L’École des loisirs erschienen ist. Die deutsche Erstausgabe in einer Übersetzung von Bernadette Ott[1] wurde 2005 beim Carlsen Verlag veröffentlicht.[2]

Inhalt

Hortense ist die zweitjüngste der Verdelaine-Schwestern, die in der etwas heruntergekommenen Villa Hervé an der Atlantikküste wohnen und kaum unterschiedlicher sein könnten. Ihre Eltern sind vor einem Jahr bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen. Seither kümmert sich Charlie, die älteste der fünf Schwestern, gemeinsam mit dem gesetzlichen Mitvormund, ihrer Tante Lukrezia, um den Rest der Familie.

Hortense ist 12 Jahre alt, sehr schüchtern und bevorzugt es, sich mit ihrem Tagebuch zurückzuziehen oder zu lesen. Es fällt ihr schwer, vor ihrer Klasse ein Referat zu halten. Dabei würde sie eigentlich gerne Schauspielerin werden. Als sie eines Tages auf einem Felsvorsprung an der Küste einen Text Richtung Meer vorträgt, wird sie von Muguette überrascht, einem schwerkranken Mädchen, das zwecks Erholung zusammen mit ihrer Krankenschwester vorübergehend im Nachbarhaus eingezogen ist. Die beiden werden beste Freundinnen. Als Hortense in der Schule wieder einmal einen Text in ihrer Klasse vorlesen soll und dabei ins Stottern gerät, empfiehlt ihr die Französisch-Lehrerin, Schauspielunterricht zu nehmen. Hortense schreibt sich daraufhin tatsächlich in einen Schauspielkurs bei Zoltan Lermontow ein und lernt dabei langsam und vor allem mit der Unterstützung von Muguette, ihre panische Angst vor Publikum zu überwinden.

Bettinas Leben kommt durch Merlin, einem Zusteller für Tiefkühlkost, gehörig durcheinander. Dieser ist sofort, nachdem er Bettina erblickt, in sie verknallt, doch sein Aussehen, insbesondere seine abstehenden Ohren und das pickelige Gesicht, will so gar nicht in Bettinas Vorstellung eines Traummannes passen. Er besitzt jedoch ein überaus gewinnendes Lächeln, wunderbare Augen und ist zudem noch ein begnadeter Tänzer. Doch Bettina geniert sich, mit dem in ihren Augen potthässlichen Typen gesehen zu werden und versetzt ihn ein ums andere Mal. Als sie schließlich bemerkt, dass sie sich trotz seines Aussehens in ihn verliebt hat, ist es jedoch bereits zu spät: Zu oft hat sie zuvor Merlin gekränkt und ihn dadurch in seinem Empfinden für Bettina umdenken lassen.

Um das im Schauspielunterricht Gelernte gleich in die Praxis umzusetzen, verkleidet sich Hortense als übergewichtige Frau und gibt sich gegenüber den restlichen Verdelaine-Schwestern als Muguettes Tante aus. Das Unterfangen gelingt und die Maskerade fliegt erst bei einem Weihnachtsmarkt auf, als Hortense alias Tante Valeriana im Gedränge zu Boden fällt und nicht mehr alleine hochkommt. Auch Genevièves Schattenboxen-Geheimnis kommt ans Tageslicht, als sie einen Taschendieb mit ein paar gekonnten Thai-Box-Hieben zur Strecke bringt.

Als Hortense kurz vor Weihnachten schließlich bei einer großen Theateraufführung die Hauptrolle spielen soll, macht sich kurz vor der Aufführung doch wieder ihr Lampenfieber bemerkbar. Nur dank Muguettes Humor gelingt es schließlich, Hortense doch zum Spielen zu überreden – und die Vorstellung wird aufgrund ihres grandiosen Schauspiels ein voller Erfolg!

Muguette verbringt gemeinsam mit ihren Eltern und ihrer Krankenschwester den Heiligen Abend in der Villa Hervé. Doch am nächsten Tag ist die Stimmung geknickt: Einerseits, weil Tante Lukrezia eine gefühlte Ewigkeit nicht abreist und den Schwestern ziemlich auf die Nerven geht, und andererseits, weil Muguette wie aus dem Nichts in Ohnmacht fällt. Charlies Verlobter Basile, ein Arzt, bringt sie in die Notfallaufnahme, wo festgestellt wird, dass ihre Blutplättchenwerte viel zu niedrig sind. Erst kurz davor haben Hortense und ihre Schwestern erfahren, dass Muguette an Leukämie erkrankt ist. Weihnachten ohne Eltern ist für die Schwestern ohnehin schon schwer genug, doch Muguettes beunruhigender Gesundheitszustand gibt den Festtagen erst recht einen herben Dämpfer.

Rezeption

Lorenzo Bellettini schreibt in seiner Buchrezension über die Vier Schwestern-Tetralogie: „Die Geschichten um die vier Schwestern bestechen durch großartige Dialoge und einen faszinierenden Rhythmus. Ferdjoukh verbindet ernste Themen, wie zum Beispiel Trauer, mit leichteren wie Jungs, Lügen und Liebe und viel Humor.“[2] Die Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW urteilt über die Bücher der Autorin: „Malika Ferdjoukh hat originelle Ideen, die sie eindrücklich umsetzt. Ihre Szenen sind nicht unbedingt realistisch. Viele sind verspielt oder übertrieben. Fast immer jedoch sind sie glaubwürdig und fesselnd.“[3] Das französische Kulturmagazin Je bouquine befindet: „Manchmal anrührend, manchmal witzig, einfallsreich und bissig – diese Geschichte hat unwiderstehliche Wärme und großen Charme.“[4]

Referenzen

Die Vier Schwestern-Tetralogie ist in dem literarischen Nachschlagewerk 1001 Kinder- und Jugendbücher – Lies uns, bevor Du erwachsen bist! für die Altersstufe 12+ Jahre enthalten.[2]

Ausgaben

  • Quatre Sœurs – Hortense. Band 2. L’École des loisirs, Paris 2003 (französisch).
  • Die vier Schwestern – Hortense. Band 2. Carlsen Verlag, 2005.

Einzelnachweise

  1. Malika Ferdjoukh: Die vier Schwestern – Enid. Carlsen, Hamburg 2005, ISBN 978-3-551-58141-9.
  2. a b c Julia Eccleshare (Hrsg.): 1001 Kinder- und Jugendbücher – Lies uns, bevor Du erwachsen bist! 1. Auflage. Edition Olms, Zürich 2010, ISBN 978-3-283-01119-2 (960 S., librarything.com).
  3. Genevieve. Abgerufen am 6. Oktober 2023 (deutsch).
  4. Malika Ferdjoukh: Die vier Schwestern – Hortense. Carlsen, Hamburg 2005, ISBN 978-3-551-58142-6.