Die toten Frauen
| Serie | |
| Titel | Die toten Frauen |
|---|---|
| Originaltitel | Las muertas |
| Produktionsland | Mexiko |
| Originalsprache | Spanisch |
| Genre | Drama |
| Länge | 61–79 Minuten |
| Episoden | 6 in 1 Staffel |
| Produktionsunternehmen | Bandidos Films, Jaibol Films, Mezcala Films |
| Idee | Basierend auf dem Roman von Jorge Ibargüengoitia |
| Produktion | Luis Estrada Rodríguez, Sandra Solares |
| Musik | Fernando Velázquez |
| Premiere | 10. Sep. 2025 auf Netflix |
| → Besetzung & Synchronisation | |
Die toten Frauen ist eine mexikanische Drama-Miniserie von Luis Estrada Rodríguez und Sandra Solares basierend auf dem gleichnamigen Roman von Jorge Ibargüengoitia aus dem Jahr 1977.
Handlung
Die sechsteilige Miniserie Die toten Frauen spielt im Mexiko der 1960er-Jahre und basiert auf der wahren Geschichte der Serienmörderinnen Delfina und María de Jesús González, bekannt als Las Poquianchis. Die Serie folgt den fiktionalisierten Schwestern Arcángela und Serafina Baladro, die in der Kleinstadt Guanajuato ein Bordellimperium aufbauen. Sie zwingen junge Frauen zur Prostitution, indem sie sie mit falschen Versprechungen oder Gewalt in ihre Etablissements locken. Unterstützt durch Korruption und mangelnde Ermittlungen durch die lokalen Behörden, weitet sich ihr Einfluss stetig aus. Als ihr Geschäft in eine Krise gerät, verschärfen sich die Spannungen zwischen den Schwestern. Ihre Methoden werden immer brutaler und unmenschlicher. Frauen, die krank werden, fliehen wollen oder als „nutzlos“ erachtet werden, werden ermordet. Die Leichen werden auf ihrem Anwesen verscharrt oder entsorgt, und die Zahl der Vermissten steigt. Die Miniserie beleuchtet den Aufstieg und Fall der Schwestern. Sie zeigt nicht nur die brutalen Verbrechen, sondern auch die moralische Verderbtheit und das komplexe Beziehungsgeflecht der Täterinnen. Das System aus Gewalt, Korruption und wirtschaftlichem Druck, das ihre Verbrechen begünstigte, steht dabei im Vordergrund. Die Polizei nimmt die Ermittlungen erst auf, als die Leichenfunde und die zunehmende Zahl der Vermissten nicht mehr zu ignorieren sind. Die Schwestern müssen sich schließlich der Justiz stellen, was zum spektakulärsten Kriminalfall in der Geschichte Mexikos wird.
Produktion
Die toten Frauen entstand als fiktionale Adaption des 1977 erschienenen Romans Las muertas von Jorge Ibargüengoitia. Showrunner und Regisseur ist der mexikanische Filmemacher Luis Estrada, der zusammen mit Jaime Sampietro und Rodrigo Santos das Drehbuch verantwortete. Die Musik komponierte Fernando Velázquez, die Kamera führte Alberto Anaya Adalid (genannt „Mándaro“).[1] Die Dreharbeiten dauerten 21 Wochen. Zur Hauptbesetzung zählten 150 Darstellerinnen und Darsteller, unterstützt von über 5000 Statistinnen und Statisten. Für die Rekonstruktion des Mexikos der 1960er Jahre entstanden 220 Sets; auf digitale Nachbearbeitung und visuelle Effekte wurde bewusst verzichtet.[2]
Hintergrund
Die Serie basiert indirekt auf dem berüchtigten Kriminalfall der als Las Poquianchis bekannten González-Valenzuela-Schwestern. Die vier Schwestern betrieben in den 1940er- bis 1960er-Jahren in Zentralmexiko ein Netz von Bordellen, in dem junge Frauen systematisch ausgebeutet, misshandelt und vielfach ermordet wurden. Der Fall wurde 1964 mit der Entdeckung zahlreicher Opfer auf einem Anwesen in Guanajuato öffentlich und gilt als einer der spektakulärsten Kriminalfälle des Landes.[3]
Besetzung und Synchronisation
Die deutsche Synchronisation der Miniserie entstand unter der Dialogregie von Daniel Montoya und nach einem Dialogbuch von Markus Engelhardt und Angela Ringer durch die Synchronfirma EVA Studios Germany GmbH in Berlin.[4]
Hauptbesetzung
| Figur | Schauspieler/in | Beschreibung | Synchronsprecher/in[4] |
|---|---|---|---|
| Serafina Baladro | Paulina Gaitán | Sie ist Mitbetreiberin eines Bordellnetzes im Mexiko der 1960er-Jahre; treibt Aufbau und Führung des Imperiums maßgeblich voran und ist in schwere Gewaltdelikte verwickelt. | Alice Bauer |
| Arcángela Baladro | Arcelia Ramírez | Sie ist Mitgründerin und Verwaltungschefin des Bordellnetzes; verantwortet Finanzen, Personalbeschaffung und Abschirmung nach außen. | Sabine Falkenberg |
| Capitán Bedoya | Joaquín Cosío | Ein Militärhauptmann, der durch Korruption und Schutzhandlungen gegenüber dem Bordellnetz auffällt und daraus persönliche Vorteile zieht. | Erich Räuker |
| Simón Corona | Alfonso Herrera | Er ist Bäcker, der in das Bordellnetz der 1960er-Jahre hineingezogen wird; fungiert teils als Erzähler der Ereignisse und ringt zwischen Loyalität und dem Wunsch nach einem Neuanfang. | Alexander Doering |
| Ticho | Fernando Bonilla | Er ist Handlanger der Baladro-Schwestern, erledigt Botengänge und fungiert als Türsteher in den Bordellen. | Nico Sablik |
| Don Mariano | Juan Carlos Remolina | Ein einflussreicher Geschäftsmann im Umfeld der Baladro-Schwestern. | Bernd Vollbrecht |
| Calavera | Mauricio Isaac | Eine Bordellangestellte mit gehobener Stellung innerhalb des Betriebs. | Philippa Jarke |
| Blanca | Yessica Borroto Perryman | Eine Frau aus dem Kreis der in den Etablissements beschäftigten Personen. | Samina König |
| Architekt Hernández | Raúl Méndez | Architekt, der Bau- und Umbauprojekte für das Netzwerk betreut. | Otto Strecker |
| Cpt. Zárate | Jorge Zárate | Militärischer Offizier, der in die Vorgänge rund um das Bordellnetz involviert ist. | Klaus-Dieter Klebsch |
| Dr. Meneses | Héctor Holten | Arzt, der im Umfeld der Ereignisse medizinisch tätig wird. | Kaspar Eichel |
| Eulalia Baladro | Leticia Huijara | Angehörige der Familie Baladro mit Aufgaben im Betrieb. | Iris Artajo |
| Insp. Cueto | Dagoberto Gama | Polizeiinspektor, der im Kontext der Ermittlungen auftritt. | Tim Moeseritz |
| Hr. Sanabria | Rodrigo Murray | Verwaltungsnaher Kontakt der Schwestern für amtliche Angelegenheiten. | Marcus Off |
| Lic. Canales | Marco Zetina | Juristischer Ansprechpartner im Umfeld der Schwestern. | Axel Lutter |
| Lic. Rendón | Diego Jáuregui | Juristischer Ansprechpartner im Umfeld der Schwestern. | Joachim Tennstedt |
| Teófilo Pinto | Carlos Aragón | Mann aus dem Umfeld der Schwestern, der externe Aufgaben übernimmt. | Pierre Peters-Arnolds |
| Aurora | Sonia Couoh | Eine Frau aus dem Umfeld der Baladro-Etablissements. | Janin Stenzel |
| Evelia | Patricia Loranca | Eine Frau aus dem Betrieb der Schwestern. | Lisa May-Mitsching |
| Luz María | Fernanda Rivera | Eine Frau aus dem Betrieb der Schwestern. | Johanna von Gutzeit |
| Rosa | Cecilia de los Santos Vargas | Eine Frau aus dem Betrieb der Schwestern. | Lena Schmidtke |
| Socorro | Karen Martí | Eine Frau aus dem Betrieb der Schwestern. | Lina Rabea Mohr |
| Feliza | Kat Rigoni | Eine Frau aus dem Betrieb der Schwestern. | Lin Gothoni |
| Jovita | Abigail Medina | Eine Frau aus dem Betrieb der Schwestern. | Ilka Teichmüller |
| junger Beto | Franco Ortega | Beto in jüngeren Jahren (Rückblende). | Aykan Can Agöz |
| Dr. Muerte Beto | Jaime Sampietro | Mediziner, der in heiklen Situationen hinzugezogen wird. | Florian Clyde |
| Escalera | Enrique Arreola | Mitarbeiter im Umfeld der Schwestern für Botengänge/Organisation. | Hanns-Jörg Krumpholz |
| Valiente Nicolás | Kristyan Ferrer | Mann, der als „Valiente Nicolás“ in Erscheinung tritt und in die Ereignisse verwickelt wird. | Karim El Kammouchi |
Rezeption
Deutschsprachige Kritiken betonen die Spannung zwischen harscher Gewaltbeschreibung und schwarzem Humor. Sie würdigen die dichte Erzählung ohne größere Längen, die bewussten Tonwechsel – „komisch, tragisch, düster“ – sowie die konsequente, stetig eskalierende Dramaturgie; insgesamt gehöre die Produktion „zu den interessanteren Neuerscheinungen der letzten Zeit“.[5]
Weblinks
- Die toten Frauen bei IMDb
- Die toten Frauen bei Netflix
Einzelnachweise
- ↑ Oliver Armknecht: Die toten Frauen | Film-Rezensionen.de. 11. September 2025, abgerufen am 27. September 2025.
- ↑ Netflix präsentiert Die toten Frauen (Las Muertas): Die Prestige-Serie über Mexikos berüchtigtsten wahren Kriminalfall. 10. September 2025, abgerufen am 28. September 2025 (deutsch).
- ↑ Der Aufstieg und Fall der Poquianchis. 12. Mai 2024, abgerufen am 27. September 2025.
- ↑ a b Die toten Frauen. In: Deutsche Synchronkartei. Abgerufen am 24. September 2025.
- ↑ Oliver Armknecht: Die toten Frauen | Film-Rezensionen.de. 11. September 2025, abgerufen am 28. September 2025.