Die progressiven Nostalgiker

Film
Titel Die progressiven Nostalgiker
Originaltitel C'était mieux demain
Produktionsland Frankreich, Belgien
Originalsprache Französisch
Erscheinungsjahr 2025
Länge 103 Minuten
Produktions­unternehmen
  • Les Films du 24
  • TF1 Films Production
  • Umedia
Stab
Regie Vinciane Millereau
Drehbuch
  • Julien Lambroschini
  • Vinciane Millereau
Produktion
  • Olivier Kahn
  • Cloé Garbay
  • Laurent Jacobs
  • Bastien Sirodot
Musik Romain Trouillet
Kamera Philippe Guilbert
Schnitt Nassim Gordji Tehrani
Besetzung
  • Elsa Zylberstein: Hélène Dupuis
  • Didier Bourdon: Michel Dupuis
  • Mathilde Le Borgne: Jeanne Dupuis
  • Aurore Clément: Marguerite
  • Didier Flamand: Henri
  • Maxim Foster: Lucien Dupuis
  • Romain Cottard: Jacques
  • Barbara Chanut: Safia
  • Céline Fuhrer: Yvonne
  • François Pérache: Lantier
  • Esteban Delsaut: André

Die progressiven Nostalgiker (Originaltitel C'était mieux demain) ist ein französisch-belgischer Spielfilm aus dem Jahr 2025 mit Elsa Zylberstein, Didier Bourdon und Mathilde Le Borgne. Die Filmkomödie entstand unter der Regie von Vinciane Millereau, die gemeinsam mit Julien Lambroschini das Drehbuch schrieb.[1]

Handlung

Im Jahr 1958 führt das französische kleinbürgerliche Ehepaar Hélène und Michel Dupuis ein beschauliches Leben. Er ist bei einer Bank angestellt, sie führt den Haushalt und kümmert sich um die zwei Kinder. Weil die 18-jährige Tochter Jeanne schwanger ist, muss sie heiraten.

Vor der geplanten Hochzeit gewinnt Hélène bei einem Preisausschreiben eine Waschmaschine. Michel will das Gerät verkaufen, aber Hélène weigert sich. Es kommt zum Gerangel zwischen den Eheleuten, bei dem beide einen Stromschlag erleiden. Als sie wieder zu sich kommen, realisieren sie, dass sie sich im Jahr 2025 befinden. In dieser Welt ist Hélène Bankdirektorin, und ihr arbeitsloser Mann Michel kümmert sich um den Haushalt. Tochter Jeanne will eine Frau heiraten, während ihr Bruder Lucien, ein zuvor braver und schüchterner Einzelgänger, zum Rebellen mutiert ist.

Für die Kinder und alle anderen ist das Leben mit Smartphone, Internet und Einparkhilfe normal, aber Michel und Hélène sind fremd in dieser Welt. Hélène lernt schnell dazu, genießt bisher ungekannte Freiheiten und fühlt sich bald sehr wohl. Auch sieht sie ihren Vater wieder, der an Prostatakrebs gestorben war. Weil dessen Erkrankung heilbar wurde, lebt der Vater noch. Michel hingegen kann sich mit der modernen Zeit überhaupt nicht anfreunden und hadert mit dem Verlust seiner Privilegien. Er kämpft mit der elektronisch gesteuerten Küche und noch schlimmer ist es für ihn, dass seine Tochter eine Frau aus Algerien heiraten will.[1][2][3][4][5]

Produktion und Hintergrund

Der Film wurde von Les Films du 24 und TF1 Films Production sowie der belgischen Umedia produziert, als Produzenten fungierte Olivier Kahn, Koproduzenten waren Cloé Garbay, Laurent Jacobs und Bastien Sirodot. Die Dreharbeiten fanden in der Wallonie in Belgien statt.[6]

Die Kamera führte Philippe Guilbert, die Musik schrieb Romain Trouillet, die Montage verantwortete Nassim Gordji Tehrani und das Casting Okinawa Valérie Guerard. Das Szenenbild gestaltete Pierre Renson, das Kostümdesign Frédérique Leroy und den Ton Pierre Mertens, Sébastien Ariaux und Sébastien Marquilly.[1][6] Bei der Produktion handelt es sich um das Langfilmdebüt der Schauspielerin Vinciane Millereau.[4]

Veröffentlichung

Am Festival du film francophone d’Angoulême wurde die Produktion am 30. August 2025 als Abschlussfilm gezeigt. Der französische Kinostart war am 8. Oktober 2025.[6][7]

In Deutschland und Österreich soll der Film am 22. Januar 2026 in die Kinos kommen.[1][2][6]

Rezeption

Filmdienst.de vergab 2,5 von 5 Sternen. Mit hohem Tempo, Slapstick und klaren Kontrasten nutze die Komödie das Zeitreise-Genre, um Patriarchat und Nationalismus satirisch zu hinterfragen. Die Darsteller spielten den Kulturschock genüsslich aus und sorgen für viel Komik, auch wenn es sich der Film insgesamt etwas zu leicht mache.[1]

Gaby Sikorski bewertete die Produktion auf filmstarts.de mit vier von fünf Sternen. Das einfallsreiche Drehbuch biete eine schier unerschöpfliche Fülle an Gags und Witzen. Die Dialoge seien spritzig und der Unterhaltungswert hoch, auch wenn die Basis der Geschichte nicht unbedingt neu sei und an diverse andere Filme erinnere wie etwa Zurück in die Zukunft oder Die Besucher. Die quietschbunte Welt lasse an Barbie denken. Elsa Zylberstein sei einfach sensationell.[3]

Auf the-spot-mediafilm.com wurde der Film als liebevoll ausgestattetes, sozialsatirisches Zeitreiseabenteuer bezeichnet, das allseits beliebten Formeln des Genres nutze, um den gesellschaftlichen Wandel mit boomerfreundlichen Gags und Slapstick zu sezieren, jedoch nicht allzu tief in den Wunden bohre. Die Errungenschaften der Moderne werden der Reihe nach, ein Schlagwort nach dem anderen, abgehakt. Wie das Ehepaar Dupuis wirke der Plot aber hin und wieder leicht desorientiert.[8]

Barbara Schweizerhof (drei von fünf Sterne) befand auf epd-film.de, dass der Streifen von der Überzeugungskraft der beiden Hauptdarsteller zum Leben erweckt werde. Auch wenn die Handlung den einen oder anderen Logiksprung zu viel wage und zu wenig Wert auf Charakterentwicklung gelegt werde, das Duo Bourdon und Zylberstein verleihe dem zwischen reaktionären Impulsen und progressiven Gelüsten schwankenden Geist der 50er-Jahre auf eine Weise Gestalt, die das Zuschauen zum Vergnügen mache.[4]

Kira Taszman schrieb auf evangelische-zeitung.de, dass der Film mit dem Zeitreise-Motiv jede erdenkliche komische Situation ausschöpfe. Bourdon und Zylberstein blödelten herrlich überdreht durch den Film und hätten sichtlich Spaß an dem Kulturschock, den ihre Figuren durchleben. Der Film hinterfrage vor allem das Patriarchat und den Nationalismus und mache sich für die weiblichen Figuren stark. Die Waschmaschine versinnbildliche die Emanzipation der Hausfrauen, die 1950er-Jahre käme wie die Kulisse einer Meister-Proper-Werbung daher.[5]

Einzelnachweise

  1. a b c d e Die progressiven Nostalgiker. In: Lexikon des internationalen Films. Filmdienst, abgerufen am 2. Januar 2026.
  2. a b Die progressiven Nostalgiker. In: filmstarts.de. Abgerufen am 2. Januar 2026.
  3. a b Gaby Sikorski: Die progressiven Nostalgiker. In: filmstarts.de. Abgerufen am 2. Januar 2026.
  4. a b c Barbara Schweizerhof: Kritik zu Die progressiven Nostalgiker. In: epd-film.de. 15. Januar 2026, abgerufen am 16. Januar 2026.
  5. a b Kira Taszman: Komödie “Die progressiven Nostalgiker” – Zeitreise ins Heute. In: evangelische-zeitung.de. 15. Januar 2026, abgerufen am 16. Januar 2026.
  6. a b c d Die progressiven Nostalgiker bei crew united, abgerufen am 2. Januar 2026.
  7. FILM DE CLÔTURE - C’était mieux demain. In: filmfrancophone.fr. Abgerufen am 2. Januar 2026 (französisch).
  8. Thomas Schultze/Corinna Götz: REVIEW KINO: „Die Progressiven Nostalgiker“. In: the-spot-mediafilm.com. 8. Januar 2026, abgerufen am 9. Januar 2026.