Die Toten vom Bodensee – Der Wunschbaum

Folge 23 der Reihe Die Toten vom Bodensee
Titel Der Wunschbaum
Produktionsland Deutschland, Österreich
Originalsprache Deutsch
Länge 90 Minuten
Produktions­unternehmen Rowboat Film- und Fernsehproduktion,
Graf Filmproduktion GmbH
Regie Michael Schneider
Drehbuch Jeanet Pfitzer,
Frank Koopmann,
Roland Heep
Produktion Sam Davis,
Klaus Graf,
Kim Fatheuer,
Livia Graf-Bechler
Musik Christopher Bremus
Kamera Lukas Gnaiger
Schnitt Jörg Kroschel
Premiere 27. Okt. 2025 auf ZDF und ORF 2
Besetzung
Episodenliste

Die Toten vom Bodensee – Der Wunschbaum ist ein deutsch-österreichischer ORF/ZDF-Fernsehfilm von Regisseur Michael Schneider aus dem Jahr 2025 mit Matthias Koeberlin, Anna Werner Friedmann und Hary Prinz. Dies ist der 23. Film der Krimiserie Die Toten vom Bodensee.[1]

Handlung

Beim Joggen am Ufer des Bodensees findet Bezirksinspektorin Mara Eisler, die neue Kollegin von Oberländer und Komlatschek, eine Frauenleiche beim regional bekannten Wunschbaum. Zuvor war Eisler in Wien im Einsatz, nach einem Polizeieinsatz, bei dem sie durch einen Kopfschuss verletzt wurde, war sie auf Rehabilitation. Das Opfer wurde laut Gerichtsmediziner Egger möglicherweise mit Blauem Eisenhut vergiftet. Eine Legende besagt, dass der Wunschbaum nur jenen einen Wunsch erfüllt, die die Natur und ihre Schönheit schützen. Die anderen würden bestraft.

Anton Jauer, der Lebensgefährte der Toten, der 33-jährigen Rebecca Lienhardt, hat am Vortag eine Vermisstenanzeige aufgegeben. Jauer ist bei der Firma Prixner Avionik von Stefan Prixner tätig, wo auch Rebecca gearbeitet hat. Auf ihrem Arbeitsplatz steht ein Bonsai-Wunschbaum. Sie hatte behauptet, dass sie ohne den Wunschbaum die neue Stelle bei Prixner nicht bekommen und damit Anton nicht kennengelernt hätte. Rebecca hatte sich gegen 20 Bewerber durchgesetzt, die teilweise deutlich qualifizierter waren. Der Blaue Eisenhut war Rebeccas Lieblingspflanze. Der Täter hatte ihr hochkonzentriertes Destillat aus den Wurzeln der Pflanze gespritzt. Rebecca war bis vor einem Jahr in Konstanz gemeldet, ihre Eltern sind bereits verstorben, sie hat keine Geschwister. Bei ihrem vorherigen Arbeitgeber hatte sie plötzlich und ohne Angabe von Gründen gekündigt.

Auf Rebeccas Bonsai-Baum finden sich die Fingerabdrücke von Malika Yassim, einer ehemaligen Apothekerin aus Syrien. Sie wohnt in der Gärtnerei Baum & Strauch von Saskia Prixner, der Schwester von Stefan. Von ihrer Gärtnerei stammt der Bonsai-Wunschbaum, außerdem wird Blauer Eisenhut an ein Labor in Lindau zur Weiterverarbeitung geliefert. Saskia, die unter Parkinson leidet, hatte Rebecca geholfen, die Stelle bei Prixner Avionik zu bekommen. Sie hatten sich am Wunschbaum kennengelernt, nachdem Rebecca von ihrem damaligen Freund Oliver Lorenz missbraucht wurde. Auf Saskias Rat hatte Rebecca ihn verlassen. In der Nähe der Gärtnerei findet Eisler Reifenspuren eines Kleinwagens, die mit dem Profil vom Wunschbaum übereinstimmen.

Egger findet in den Haaren des Opfers Ameisen, die Komlatschek als Große Kerbameisen identifiziert. Bei der Suche nach einem Ameisenhaufen dieser Art im Wald stößt Oberländer auf ein E-Bike, auf dem rote Lackspuren entdeckt werden, vermutlich von jenem Auto, das Rebecca vor ihrem Tod angefahren hatte. Oliver Lorenz hatte Oberländers VW-Bus mit einem Peilsender verwanzt, sodass er Saskia Prixner ausfindig machen kann. Lorenz gibt Saskia die Schuld daran, dass Rebecca ihn verlassen hatte. Bald darauf wird Saskia mit dem gleichen Gift ermordet aufgefunden.

Lorenz hat beim Yachtclub Bregenz ein Boot namens Rebecca liegen. Dort steht auch sein rotes Mietauto mit einem Lackschaden. Er selbst wird von Oberländer und Eisler tot in seinem Boot aufgefunden. Eisler vermutet, dass er sich das Gift selbst injiziert hat um Suizid zu begehen. Außerdem bemerkt sie eine Wunde an seinem am Hinterkopf, die sie mit einem möglichen Sturz gegen die Tischkante erklärt. Egger geht nach der Obduktion hingegen von Fremdverschulden aus, vermutlich wurde Lorenz bewusstlos geschlagen, bevor ihm das Gift gespritzt wurde. Für Eisler kommen darauf nur Stefan Prixner und Anton Jauer als mögliche Täter in Frage. Prixner hat jedoch ein Alibi seiner Mitarbeiter und die Spurensicherung hat am Boot weder DNA-Spuren von ihm, noch von Jauer gefunden.

Stefan Prixner hatte einen Großauftrag für Loitering-Munition, Prixner Avionik lieferte dafür die Antriebe und Zielcomputer. Seine Schwester, die sich für Flüchtlinge aus Kriegsgebieten wie Malika Yassim einsetzte, soll ihn überredet haben, keine Waffen mehr herzustellen, außerdem hatte sie eine Sperrminorität und damit jeden Auftrag blockieren können. Oberländer vermutet, dass Stefan seine Schwester ermordet haben könnte. Ohne den Auftrag stünde die Firma vor dem Aus und 240 Mitarbeiter würden ihren Arbeitsplatz verlieren. Stefan behauptet, dass Saskia der Waffenproduktion zugestimmt habe. Es liege eine schriftliche Verzichtserklärung vor.

Malika Yassim, deren Mutter und Schwester bei einem Drohnenangriff ums Leben gekommen waren, hatte davon erfahren. Sie streitet ab, Saskia ermordet zu haben. Ein Schriftvergleich ergibt, dass die Unterschrift auf der Verzichtserklärung zu 89 Prozent von Saskia stammt. Allerdings verändert Parkinson das Schriftbild, eine vier Tage zuvor getätigte Unterschrift zeigt ein völlig anderes Schriftbild. Stefan Prixner gesteht schließlich, sowohl seiner Schwester als auch Oliver Lorenz das Gift injiziert zu haben.

Nebenhandlung

Nachdem Oberländers Tochter in Paris keine leistbare Unterkunft mehr findet, plant sie die Rückkehr zu ihrem Vater. Komlatschek müsste dann aus Oberländers Häuschen am See ausziehen. Da er trotz eifriger Suche keine bezahlbare Wohnung in Bregenz findet, organisiert er durch private Kontakte eine neue Wohnung für Luna in Paris.

Produktion und Hintergrund

Die Dreharbeiten zu Der Wunschbaum fanden gemeinsam mit dem 21. Teil Die Medusa und dem 22. Teil Das Geisterschiff vom 5. März bis zum 13. Juni 2024 am Bodensee und Umgebung statt.[1][2][3] Drehort für den Sitz der Prixner Avionik war das illwerke-vkw-Zentrum in Vandans, als Motiv für den Wunschbaum diente die alte Silberweide am Wocherhafen in Bregenz.[4]

Produziert wurde der Film von der Graf Filmproduktion GmbH und Rowboat Film- und Fernsehproduktion, beteiligt waren der Österreichische Rundfunk und das Zweite Deutsche Fernsehen. Unterstützt wurde die Produktion durch FISA+, Film in Austria (ABA), den Fernsehfonds Austria sowie das Land Vorarlberg.[1][2]

Der Wunschbaum ist die erste Folge innerhalb der Reihe mit Anna Werner Friedmann als Mara Eisler.[5]

Die Kameraarbeit verantwortete Lukas Gnaiger, die Musik schrieb Chris Bremus, die Montage übernahm Jörg Kroschel und das Casting Judith Limberger. Den Ton gestaltete Herbert Verdino, das Szenenbild Michaela Weniger, das Kostümbild Heike Werner und die Maske Birgit Beranek zusammen mit Ariane Gmeiner.[2][3]

Veröffentlichung

Auf ZDF.de wurde der Film am 20. Oktober 2025 veröffentlicht und auf ORF ON am 26. Oktober 2025. Die Erstausstrahlung im ZDF und auf ORF 2 erfolgte am 27. Oktober 2025.[3][6]

Rezeption

Kritiken

Tilmann P. Gangloff vergab auf tittelbach.tv vier von sechs Sternen. Die Episode sei nicht nur wegen Anna Werner Friedmann als neue Ermittlerin sehenswert, auch die Geschichte sei interessant, fesselnd und mit der Aufklärung des Mordes noch längst nicht zu Ende.[7]

Die Kritiker der Fernsehzeitschrift TV Spielfilm urteilten mit dem Daumen nach oben und resümierten mit: Ein frisches Gesicht pimpt die Reihe sehr wohltuend auf. Abgesehen vom unlogischen Ende handle es sich um einen spannenden Fall und stelle einen gelungenen Einstieg für Anna Werner Friedmann dar.[8]

Frank Heine vom Branchenmagazin THE SPOT media & film meinte, dass der Plot zwar nicht sonderlich originell sei, dies jedoch durch den frischen Wind, den Friedmann mitbringe, wettgemacht werde. Die Figur der Inspektorin Mara Eisler sei bei ihr jedenfalls in den besten Händen. Insgesamt lobt Heine das gelungene Zusammenspiel des neuen Ermittlerteams, das der Reihe spürbar neue Impulse verleihe. Zudem hätten Regie und Kamera den Bodensee als weiteren Hauptdarsteller bravourös in Szene gesetzt.[9]

Auf film-rezensionen.de bezeichnete Oliver Armknecht die Folge als unambitioniert und formelhaft. Die Ermittlungslogik wirke stellenweise willkürlich, und die neue Hauptfigur bleibe – trotz einer stärkeren Profilierung im Vergleich zur direkten Vorgängerin – zu sehr eine Variation der von Nora Waldstätten gespielten Hannah Zeiler. Insgesamt erreiche die Folge nicht mehr als Mittelmaß und wurde von Armknecht mit 5 von 10 Punkten bewertet.[10]

Einschaltquoten

Die deutsche Erstausstrahlung am 27. Oktober 2025 im Programm des ZDF wurde von 6,64 Millionen Zuschauern gesehen, der Marktanteil betrug 27,7 Prozent.[11] Die zeitgleiche Ausstrahlung auf ORF 2 verfolgten 749.000 Menschen, was einem Marktanteil von 30 Prozent entsprach.[12]

Einzelnachweise

  1. a b c Spurensuche bei Dreharbeiten zu drei neuen Filmen rund um „Die Toten vom Bodensee“. APA, 12. März 2024, abgerufen am 20. September 2025.
  2. a b c Die Toten vom Bodensee – Der Wunschbaum. Graf Filmproduktion, abgerufen am 20. September 2025.
  3. a b c Die Toten vom Bodensee – Der Wunschbaum bei crew united, abgerufen am 20. September 2025.
  4. Murder by the Lake – Der Wunschbaum: Filming locations. IMDb, abgerufen am 20. September 2025 (englisch).
  5. Ralf Döbele: „Die Toten vom Bodensee“: Das ist die Neue im ZDF-Krimi. In: fernsehserien.de. 23. September 2025, abgerufen am 23. September 2025.
  6. Die Toten vom Bodensee – Der Wunschbaum. TV Wunschliste, abgerufen am 20. September 2025.
  7. Tilmann P. Gangloff: Die Toten vom Bodensee – Der Wunschbaum. In: Tittelbach.tv. Abgerufen am 19. Oktober 2025.
  8. Die Toten vom Bodensee: Der Wunschbaum. In: TV Spielfilm. Abgerufen am 20. Oktober 2025.
  9. Frank Heine: REVIEW TV: Die Toten vom Bodensee: Der Wunschbaum. In: THE SPOT media & film. Abgerufen am 25. Oktober 2025.
  10. Oliver Armknecht: Die Toten vom Bodensee: Der Wunschbaum. In: filmrezensionen.de. Abgerufen am 27. Oktober 2025.
  11. Mario Thunert: Wunschbaum mit Traum-Quoten. In: Quotenmeter.de. Abgerufen am 28. Oktober 2025.
  12. 27,7 % MA im ZDF und 30 % MA im ORF für Der Wunschbaum. In: Graffilm.com. Abgerufen am 29. Oktober 2025.