Die Schlange von Paris

Film
Titel Die Schlange von Paris
Originaltitel Trifling Women
Produktionsland Vereinigte Staaten
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1922
Länge 90 Minuten
Produktions­unternehmen Metro Pictures Corporation
Stab
Regie Rex Ingram
Drehbuch Rex Ingram
Produktion Rex Ingram
Kamera John F. Seitz
Schnitt Grant Whytock
Besetzung
  • Barbara La Marr: Jacqueline de Séverac / Zareda
  • Ramón Novarro: Henri / Ivan de Maupin
  • Pomeroy Cannon: Léon de Séverac
  • Edward Connelly: Baron François de Maupin
  • Lewis Stone: Marquis Ferroni
  • Hughie Mack: Pater Alphonse Bidondeau
  • Eugene Pouyet: Colonel Roybet
  • John George: Achmet
  • Jess Weldon: Caesar
  • Bynunsky Hyman: Hassan

Die Schlange von Paris ist ein US-amerikanisches Stummfilm-Melodram aus dem Jahre 1922 von Rex Ingram mit Barbara La Marr in der weiblichen Hauptrolle und Ramón Novarro in der männlichen Hauptrolle.

Handlung

Der Pariser Schriftsteller Léon de Séverac ärgert sich über seine Tochter Jacqueline, die dauernd Männern den Kopf verdreht. Um ihr das Flirten abzugewöhnen, liest er ihr eine Geschichte vor, die er selbst verfasst hat.

Im Mittelpunkt dieser Geschichte steht eine die Wahrsagerin und Abenteuerin Zareda, die eine Affäre mit dem Adeligen Ivan de Maupin hat. Auch Ivans Vater, der alte Baron François de Maupin, hat ein Auge auf Zareda geworfen. Ivan glaubt bald fest daran, dass Zareda ihn betrügt. Er löst sich deshalb von ihr und zieht bald darauf in den Krieg. Kurze Zeit später findet Zareda heraus, dass der alte Baron einen weiteren Mitbewerber um ihre Gunst, den Marquis Ferroni, durch ein Glas mit vergiftetem Wein ermorden will. Zareda gelingt es, die Gläser zu vertauschen, sodass der Baron selbst an dem Giftwein stirbt.

Der Marquis, ebenso reich wie mächtig, ist Zareda überaus dankbar, und beide heiraten bald. Für kurze Zeit erscheint Zareda als eine glückliche Frau, bis Ivan zurückkehrt. Eifersüchtig sorgt der Heimkehrer dafür, dass der Marquis in dieser Ehe keine Ruhe findet. Es kommt schließlich zu einem von der intriganten Zareda angezettelten Duell, bei dem der Marquis, wie von Zareda geplant, von ihrem Geliebten tödlich verwundet wird. Der sterbende Ehemann bemerkt, dass seine Frau Ivan umarmt. Mit letzter Kraftanstrengung tötet er die beiden.

Jacqueline steht am Ende der Geschichte beinah unter Schock. Sie hat etwas gelernt, hört fortan auf ihren Vater und ist nun bereit, sich nur noch mit einem Liebhaber zu begnügen, dem ihr treu ergebenen Verehrer Henri.

Produktionsnotizen

Die Schlange von Paris entstand ab der zweiten Aprilhälfte bis Juni 1922 und wurde am 2. Oktober 1922 in New York uraufgeführt. Der Massenstart war am 6. November desselben Jahres. In Deutschland lief der Streifen im Dezember 1925 an, in Österreich im Monat davor.

Starret Ford war Produktionsleiter, die Filmbauten schuf Leo Kuter.

Wissenswertes

Trifling Women ist ein Remake von Black Orchids (1917) aus der Hand desselben Regisseurs.

Die beiden Hauptdarsteller Barbara La Marr und Ramon Novarro hatten unmittelbar zuvor gemeinsam in einem weiteren Ingram-Klassiker, Der Gefangene von Zenda, vor der Kamera gestanden.

Der Film galt als ein außerordentlicher Kassenhit.[1]

Kritiken

In der New York Times war Folgendes zu lesen: „Mr. Ingram hat in dieser Produktion, deren Autor und Regisseur er ist, sicherlich seiner bildnerischen Fantasie freien Lauf gelassen. Er hat eine nicht besonders originelle Handlung ausgeheckt, in der drei verliebte Männer und die Frau, die sie fasziniert, die zentralen Figuren sind. (…) Die Spieler leisten alle gute Arbeit. Mr. Ingram scheint in Ramon Novarro, dem Rupert von Hentzau in ‚Der Gefangene von Zenda‘, eine weitere Entdeckung gemacht zu haben, und jetzt, in einer völlig anderen Rolle, so vollendet wie in dieser Produktion. Der zuverlässige Lewis Stone passt gut in die Rolle des italienischen Marquis, Edward Connelly spielt die Rolle des alten Barons locker und Barbara La Marr als Zareda ist ausreichend.“[2]

Österreichs linke Arbeiter-Zeitung fand kein gutes Wort für diese Hollywood-Schauergeschichte: „… ein Kitsch, der anfänglich sehr schablonenhaft und langweilig, gegen Schluss zu abstoßend roh ist. Phantastik und Schreckenskabinett sind nicht dasselbe, was Herr Rex Ingram nicht zu wissen scheint. Der Reiz des außergewöhnlichen Ereignisses kann doch nicht nur und allein in der außergewöhnlichen Brutalität, in einer unmenschlichen Grausamkeit liegen. Wo da eine unheimlich-seltsame Stimmung geschaffen werden soll, ergibt sich ein heilloser Kitsch.“[3].

Die Klagenfurter Zeitung schrieb: „Packend ist die grauenhafte Szene im Zauberturm. Die Aufnahmen sind durchwegs künstlerisch.“[4].

Einzelnachweise

  1. Trifling Women auf lantern.mediahist.org
  2. Trifling Women in. The New York Times vom 4. Oktober 1922
  3. „Die Schlange von Paris“. In: Arbeiter-Zeitung, 22. November 1925, S. 21 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/aze
  4. „Die Schlange von Paris“. In: Klagenfurter Zeitung, 28. März 1926, S. 3 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/kfz