Die Mars-Chroniken (Miniserie)

Fernsehserie
Titel Die Mars-Chroniken
Originaltitel The Martian Chronicles
Produktionsland Vereinigtes Königreich, Vereinigte Staaten
Originalsprache Englisch
Genre Science-Fiction
Länge 98 Minuten
Episoden 3
Regie Michael Anderson
Drehbuch Richard Matheson
Produktion Andrew Donally,
Milton Subotsky
Musik Stanley Myers
Kamera Ted Moore
Schnitt Eunice Mountjoy
Erstausstrahlung 27. Jan. 1980 – 29. Jan. 1980 auf NBC
Deutschsprachige Erstausstrahlung 3. Apr. 1983 – 6. Apr. 1983 auf ZDF
Besetzung

Die Mars-Chroniken (Originaltitel: The Martian Chronicles) ist eine dreiteilige US-amerikanisch-britische Miniserie von Michael Anderson nach dem gleichnamigen Werk von Ray Bradbury. Die Erstausstrahlung fand vom 27. bis zum 29. Januar 1980 beim Sender NBC statt. Die deutsche Erstausstrahlung war vom 3. bis zum 6. April 1983 im ZDF zu sehen.

Handlung

1. Episode: Die Expeditionen

1997. Die erste NASA-Expedition landet auf dem Mars. Die Marsianerin Ylla hat von der Ankunft der Astronauten geträumt. Ihr Mann bringt die Astronauten aus Eifersucht um.

2000. Die zweite Expedition mit den Astronauten Arthur Black, Sam Hinkston und Erle Lustig landet und findet sich unversehens in die Kleinstadt Green Bluff, Illinois des Jahres 1979 versetzt, wo sie auf Familienmitglieder treffen. Sie werden von den Marsianern, die eine perfekte Illusion geschaffen haben, mit Schokoladenpudding vergiftet.

2001. Die dritte Expedition unter Captain Wilder landet und stellt fest, dass die Marsianer aufgrund von Windpocken, die die zweite Expedition im Vorjahr eingeschleppt hat, ausgestorben sind. Nur die marsianischen Städte sind erhalten geblieben. Unter den Raumfahrern kommt es zum Konflikt, als einige von ihnen Umweltsünden begehen. Der farbige Astronaut Jeff Spender beschuldigt die Menschen im Allgemeinen, friedensunfähig zu sein und den Mars (ökologisch) genau so zu ruinieren wie die Erde.

Er verschwindet, erscheint aber nach einer Woche wieder und behauptet, Kontakt zu überlebenden Marsianern gehabt zu haben. Er tötet drei seiner Kameraden und bittet Captain Wilder, auf dem Mars zu bleiben, damit dieser nicht von der Menschheit besiedelt werden kann. Zwar kann Wilder Spenders Argumente verstehen, sieht sich aber gezwungen, seinen eigenen Auftrag zu erfüllen und tötet Spender mit Hilfe des Astronauten Parkhill. Der Mars kann nun durch die Erde bzw. die USA besiedelt werden.

2. Episode: Die Kolonisten

Um 2004. Captain Wilder ist nun der Verwalter mehrerer kleiner Städte. Parkhill betreibt eine Bar, in der der American Way of Life zelebriert wird. Archäologen haben eine Marsstadt ausgegraben, die über 250.000 Jahre alt, aber bestens erhalten ist. Die Patres Peregrine und Stone werden bei einem Erdrutsch von eigentümlichen, schwebenden blauen Kugeln gerettet. Die Kugeln stellen sich als die „Weisen und Alten“ vor, die sich in Energiewesen verwandelt haben. Sie besitzen nun paranormale Kräfte und haben ihre Begierden überwunden.

Die Kolonie besteht aus einer Ansammlung von Wellblechhütten, die jedoch jeden Komfort der gegenwärtigen USA besitzt einschließlich Autobahnen. Das Ehepaar Lustig, die Eltern des verschollenen Astronauten Lustig, sind auf der Suche nach ihrem Sohn und treffen auf einen Marsianer, der ihr Sohn zu sein scheint. Als er mit den Lustigs in die Stadt First Town geht, wird er von den Kolonisten umgebracht, was von Wilder nicht verhindert wird.

Parkhill wartet in seiner Bar weiterhin auf die Kolonistenströme von der Erde. Marsianer überreichen ihm eine Urkunde, nach der ihm der halbe Mars gehört. In dieser Nacht bricht auf der Erde ein Atomkrieg aus.

3. Episode: Die Marsianer

2006. Die Erde ist aufgrund der Folgen des Atomkriegs entvölkert. Wilder fliegt vom Mars zurück nach Cap Canaveral, trifft aber bei der NASA keine Menschen mehr an, sondern nur noch Computer, die sich miteinander unterhalten. Auch der Mars ist entvölkert, da viele Kolonisten bei Kriegsausbruch auf die Erde zurückkehrten. Übrig geblieben sind neben Wilder und seiner Familie u. a. Pater Stone und der Arzt Hathaway, der sich, um nicht alleine leben zu müssen, zwei Androiden gebaut hat. Stone baut zu Ehren Gottes eine Kathedrale. Wilder fährt mit seiner Familie in einem Motorboot in die alte Mars-Stadt. Er verspricht seiner Tochter und seinem Sohn, ihnen die Marsianer zu zeigen. Als sie darauf drängen, diese endlich zu sehen, geht er mit seiner Frau und den Kindern ans Wasser, in dem sie sich alle vier spiegeln: Sie sind die Marsianer.

Produktionsnotizen

Die Außendreharbeiten fanden auf Malta und Lanzarote statt.

Kritik

… was man jedoch im Endeffekt aus der melancholisch geschriebenen literarischen Vorlage gemacht hat, ist eine einzige Enttäuschung, trotz der Mitarbeit eines so renommierten Mannes wie des Drehbuchautors Richard Matheson. Ist die Leistung der Schauspieler schon ein einziges Ärgernis – sie tappen zumeist mit blödem Gesichtsausdruck in der Gegend herum und erwecken den Eindruck, als hätten sie ihren Text auswendig gelernt, ohne ihn zu verstehen –, spottet die Handlungslogik stellenweise jeder Beschreibung und gibt Bradbury der absoluten Lächerlichkeit preis … Der angeblich mit großem Aufwand produzierte Film krankt zudem an extremer Schlampigkeit: Die Tricks sind kindisch und auf den ersten Blick durchsichtig, die Dekoration einfallslos und lächerlich. Das Verhalten der Charaktere …. ist naiv und unglaubwürdig … Die mit großen Vorschußlorbeeren bedachte Produktion entpuppte sich als Rohrkrepierer: Ray Bradbury bezeichnete sie als Beleidigung des denkenden Menschen.

Hahn/Jansen, S. 343f.

Literatur

  • Ronald M. Hahn/Volker Jansen: Lexikon des Science Fiction Films. 720 Filme von 1902 bis 1983, München (Wilhelm Heyne Verlag) 1983, S. 342–344. ISBN 3-453-01901-6