Die Madonna der Mörder

Film
Titel Die Madonna der Mörder
Originaltitel La virgen de los sicarios
Produktionsland Kolumbien, Frankreich
Originalsprache Spanisch
Erscheinungsjahr 2000
Länge 101 Minuten
Stab
Regie Barbet Schroeder
Drehbuch Fernando Vallejo
Produktion
Musik Jorge Arriagada
Kamera Rodrigo Lalinde
Schnitt Elsa Vásquez
Besetzung
  • Germán Jaramillo: Fernando
  • Anderson Ballesteros: Alexis
  • Juan David Restrepo: Wilmar
  • Manuel Busquets: Alfonso
  • Wilmar Agudelo: Kleber schnüffelndes Kind
  • Juan Carlos Álvarez: Dieb
  • Jairo Alzate: Taxifahrer
  • Zulma Arango: Bedienung
  • José Luis Bedoya: Taxifahrer
  • Cenobia Cano: Alexis Mutter
  • Eduardo Carvajal: Taxifahrer
  • Olga Lucía Collazos: Schwangere
  • Jorge A. Correa: Toter
  • Phanor Delgado: Taxifahrer
  • Albeiro Lopera: Punk
  • Wilson Lopez: Taxifahrer
  • Alexander Molina: Alexis’ Bruder
  • Aníbal Moncada: Don Anibal
  • Jaime Osorio Gómez: Pathologe
  • Carlos Ordóñez: alter Homosexueller
  • Teyler Pérez
  • Edwin Porras
  • Gustavo Restrepo: die Pest
  • John Mario Restrepo
  • Juan Tejada: Alexis’ Bruder
  • Carlos A. Danita: Parcero
  • Nicolas Franco: Mörder
  • Héctor Galan: Tangosänger
  • Rubí Henao: Bettler
  • John Jaramillo: bettelndes Kind
  • Juan Fdo. León: Mörder
  • Carlos Zapata: Hotelportier
  • Serafín Zapata: Clown
  • Martha Libia Zuluaga: Zeuge
  • César Gaviria: er selbst (Archivaufnahme)
  • Ernesto Samper: er selbst (Archivaufnahme)
  • Barbet Schroeder

Die Madonna der Mörder (spanisch La virgen de los sicarios) ist ein kolumbianisch-französisches Kriminal-Drama von Barbet Schroeder aus dem Jahre 2000. Es basiert auf dem halbautobiografisch Buch Die Madonna der Mörder von Fernando Vallejo.

Handlung

Nach dreißig Jahren im Ausland kehrt der Schriftsteller Fernando Vallejo in seine Heimatstadt Medellín zurück. Die Stadt ist kaum wiederzuerkennen. Sie ist geprägt von Gewalt, Drogenhandel und Bandenkriegen des Medellín-Kartells.

In einem Bordell für männliche Prostituierte begegnet Fernando dem 16-jährigen Alexis, der als Auftragsmörder arbeitet. Zwischen den beiden entwickelt sich eine intensive, aber hoffnungslose Liebesbeziehung. Gemeinsam streifen sie durch die Straßen und Kirchen der Stadt, und Fernando lernt durch Alexis eine von Tod und Verzweiflung beherrschte Welt kennen.

Alexis lebt nach dem Gesetz der Straße: Er ist gewaltbereit, kaltblütig und doch kindlich naiv. Schließlich wird er selbst Opfer eines Anschlags und wird von einem unbekannten Motorradfahrer erschossen.

Verzweifelt und allein bleibt Fernando zurück, bis er auf Wilmar trifft, einen anderen Jungen, der ihn an Alexis erinnert.

Produktion

Entstehung

Barbet Schroeder hat zwischen seinem sechsten und elften Lebensjahr in Kolumbien gelebt. Dort wollte er immer einen Film auf Spanisch mit einem Team aus lokalen Technikern drehen. Als er die Werke von Fernando Vallejo entdeckte, sah er darin einen Ansatz für sein Projekt. Der sehr spezifische Stil des Schriftstellers verhinderte jedoch eine einfache, wörtliche Adaption. Nach Gesprächen mit dem Autor wurde beschlossen, sich vom autobiografischen Roman Die Madonna der Mörder inspirieren zu lassen.[1]

Dreharbeiten

Die Dreharbeiten fanden von Sommer bis Herbst 1999 statt.[2] Sie wurden in Kolumbien, insbesondere in Medellín, durchgeführt. Der Film wurde im Stil des „Cinéma vérité“ mit Sony HDW-700-Digitalkameras gedreht.[3] Es handelt sich um den ersten Spielfilm, der mit diesen Kameras gedreht wurde, die mit 30 Bildern pro Sekunde filmen.[4] Diese leichteren Digitalkameras verschafften dem Team die für das Projekt, das dem Guerilla-Kino nahekommt, unverzichtbare Bewegungsfreiheit. Außerdem bot dies Barbet Schroeder eine neue Möglichkeit, mit dem Bild zu arbeiten.[5]

Der Film hatte ein Butget von 4,7 Millionen Euro.[6]

Veröffentlichung

In der Schweiz wurde der Film am 4. Oktober 2000 in französischer Sprache in den Kinos Veröffentlicht.[7] In Frankreich erreichte der Film 110.631 Kinozuschauer.[6]

Auszeichnungen

Auszeichnung Jahr Kategorie Empfänger Resultat
Satellite Awards 2002 Bester fremdsprachiger Film Die Madonna der Mörder Nominiert
Internationales Festival des Neuen Lateinamerikanischen Films 2000 Best Work of a Non-Latin American Director on a Latin America Subject Barbet Schroeder Gewonnen
Political Film Society Award 2002 Political Film Society Award für Exposé Die Madonna der Mörder Nominiert
Internationale Filmfestspiele von Venedig 2000 Goldmedaille des Senatspräsidenten Die Madonna der Mörder Gewonnen
Goldener Löwe Die Madonna der Mörder Nominiert
Verzaubert 2001 Bester Film Die Madonna der Mörder Gewonnen

Die Madonna der Mörder bei IMDb

Einzelnachweise

  1. Jean Gavril Sluka: La Vierge des tueurs. Abgerufen am 27. Oktober 2025 (französisch).
  2. Liam Lacey: Colombian killer instinct. In: The Globe and Mail. 12. Oktober 2001 (theglobeandmail.com [abgerufen am 31. Oktober 2025]).
  3. La virgen de los sicarios (2000). 26. September 2019, abgerufen am 31. Oktober 2025 (englisch).
  4. La Vierge des tueurs un film de Barbet SCHROEDER. (PDF) Abgerufen am 28. Oktober 2025 (französisch).
  5. Serge Kaganski: Barbet Schroeder - La Vierge des Tueurs. In: Les Inrocks. 19. September 2000, abgerufen am 28. Oktober 2025 (französisch).
  6. a b La Virgen de los sicarios (Our Lady of the Assassins) (2000) - JP Box-Office. Abgerufen am 27. Oktober 2025.
  7. La virgen de los sicarios - Alle Informationen zum Film. In: CineImage. Abgerufen am 27. Oktober 2025.