Die Farben der Zeit (Film)

Film
Titel Die Farben der Zeit
Originaltitel La venue de l’avenir
Produktionsland Frankreich, Belgien
Originalsprache Französisch
Erscheinungsjahr 2025
Länge 124 Minuten
Altersfreigabe
Stab
Regie Cédric Klapisch
Drehbuch Cédric Klapisch, Santiago Amigorena
Produktion Cédric Klapisch, Bruno Levy
Musik Robin Coudert
Kamera Alexis Kavyrchine
Schnitt Anne-Sophie Bion
Besetzung
Synchronisation

Die Farben der Zeit (Originaltitel La venue de l’avenir, internationaler englischsprachiger Titel Colours of Time) ist eine Dramedy von Cédric Klapisch. Der in der Gegenwart und Ende des 19. Jahrhunderts spielende Film feierte im Mai 2025 im Rahmen der Internationalen Filmfestspiele von Cannes seine Premiere und kam am gleichen Tag in die französischen Kinos. Der Kinostart in Deutschland erfolgte Mitte August 2025.

Handlung

Ein seit den 1940er Jahren unbewohntes Haus in der Normandie soll 2024 abgerissen werden und Parkplätzen für ein neues Einkaufszentrum weichen. Die Gruppe von rund 50 Nachkommen der früheren Besitzerin, die ihre Zustimmung geben müssen, bestimmt den Imker Guy, die Geschäftsfrau Céline, den Lehrer Abdel und den Content Creator Seb als Interessensvertretende. Bei einer gemeinsamen Ortsbegehung stoßen sie in dem verlotterten Haus auf eine Menge alter Dokumente und Bilder. Ihre Aufmerksamkeit wird auf die Spuren der geheimnisvollen Adèle gelenkt, die 1895 21-jährig ihre Heimat, die Normandie, verlassen hat. Gemeinsam versuchen sie mehr über das Leben der jungen Frau herauszufinden.

Adèle hat sich auf den Weg nach Paris gemacht, um ihre wahre Mutter ausfindig zu machen, die sie als Baby weggegeben hatte.[3][4][5]

Produktion

Filmstab und Besetzung

Regie führte Cédric Klapisch, der gemeinsam mit Santiago Amigorena auch das Drehbuch schrieb. Den Filmschnitt übernahm, wie bei Klapischs Filmen Der Wein und der Wind und Das Leben ein Tanz, Anne-Sophie Bion.

Vincent Macaigne spielt den Imker Guy, Julia Piaton die Businessfrau Céline, Zinedine Soualem den Lehrer Abdel und Abraham Wapler den Fotografen Seb, die gemeinsam als Interessensvertretende der Erbengemeinschaft bestimmt werden. Suzanne Lindon spielt in der Vergangenheit die 21-jährige Adèle, Sara Giraudeau deren Mutter Odette, Paul Kircher den Maler Anatole und Vassili Schneider den Fotografen Lucien.[3] Weiter auf der Besetzungsliste finden sich François Berléand und Cécile de France.[4] Das Casting übernahm Constance Demontoy.

Synchronisation

Die deutsche Synchronisation entstand nach einem Dialogbuch von Elke Weber-Moore und der Dialogregie von Marius Clarén im Auftrag der EVA Studios Germany GmbH in Berlin.[6]

Darsteller Synchronsprecher Rolle
Zinedine Soualem Oliver Siebeck Abdelkrim
Suzanne Lindon Lena Schmidtke Adèle Meunier-Vermillard
Paul Kircher Flemming Stein Anatole
Jean-Marc Roulot Marcus Off Bürgermeister
Cécile de France Tanja Geke Calixte de La Ferrière
Julia Piaton Marie-Isabel Walke Céline
Olivier Gourmet Frank Röth Claude Monet 1895
Evelyne El Garby Klaï Magdalena Helmig Dounia
Fred Testot Matthias Scherwenikas Félix Nadar
Marie-Christine Orry Juana von Jascheroff Genealogin
Catherine Salée Meike Finck Georgette
Vincent Macaigne Tommy Morgenstern Guy
Tania Dessources Annika Tenter Jocelyne
Alexandra Ansidei Annika Tenter Juju
Raphaël Thiéry Mirko Böttcher Kutscher
Vassili Schneider Nicolas Rathod Lucien
Aurore Broutin Katrin Zimmermann Madame Michard
François Chattot Rainer Doering Marcel
Félix Vannoorenberghe Michel Diercks Nanar
Sara Giraudeau Josefin Hagen Odette Vermillard
Vincent Perez Patrick Winczewski Onkel Théophraste
Raïka Hazanavicius Derya Akyol Rose
Philippine Leroy-Beaulieu Juana von Jascheroff Sarah Bernhardt
Abraham Wapler Patrick Keller Seb / Claude Monet 1874
Boris Gillot Hanns-Jörg Krumpholz Titi
François Berléand Hanns Jörg Krumpholz Victor Hugo

Dreharbeiten und Filmmusik

Die Dreharbeiten fanden von Mitte April bis Ende Juni 2024 in der Normandie und im Paris Île-de-France statt, unter anderem am Gare Saint-Lazare und in den Studios de Bry in Val-de-Marne. Als Kameramann fungierte Alexis Kavyrchine, mit dem Klapisch ebenfalls bereits für Der Wein und der Wind und Das Leben ein Tanz zusammenarbeitete.

Die Filmmusik komponierte Robin Coudert.

Marketing und Veröffentlichung

Der erste Trailer wurde Anfang Mai 2025 vorgestellt.[7] Die Weltpremiere von Die Farben der Zeit erfolgte am 22. Mai 2025 bei den Filmfestspielen in Cannes. Dort wurde der Film außer Konkurrenz präsentiert.[8] Am gleichen Tag kam der Film in die französischen Kinos.[4] Ende Juni, Anfang Juli 2025 erfolgten Vorstellungen beim Filmfest München.[9] Die Kinopremiere in Deutschland war am 14. August 2025.[10] Im Januar 2026 wird der Film beim Palm Springs International Film Festival vorgestellt.[11]

Rezeption

Kritiken

Von den bei Rotten Tomatoes aufgeführten Kritiken sind 92 Prozent positiv.[12]

Simon Eberhard schreibt in seiner Kritik für outnow.ch, die Idee sei durchaus reizvoll, allerdings etwas enttäuschend umgesetzt. Die Tragikomödie komme nie richtig in die Gänge und schneide viele Themen an, ohne sie zu Ende zu erzählen. Der Geschichte fehle es an emotionaler Power, was auch an den vielen Protagonisten liege, zwischen denen der Film die Balance halten muss. Immerhin biete der Film für Kunst- und Fotografiefans den einen oder anderen Farbklecks.[3]

Kira Taszman erwähnt in ihrer Kritik in der taz, dass der Montmartre, auf den es die drei jungen Figuren verschlägt, damals noch ein sehr ländliches Flair hatte, was beim Publikum von heute für Erstaunen sorge. Zwar sei die Betrachtung des Paris von 1895 mit ihrer Prise Feminismus und ihrem Herzen für Künstler und Ausgestoßene eine recht heutige, doch die Identifikation mit Adèle samt Neugierde auf ihre Lebensentscheidungen funktioniere deutlich besser als die Zeichnung der Figuren von 2025. Regisseur Cédric Klapisch komme es vor allem auf die Parallelen zwischen den beiden Epochen an, und so erweise sich Die Farben der Zeit als doppelte Erforschung der Herkunft und als Reise in eine Zeit voller Déjà-vus. Der Film suggeriere, dass die Belle Époque eine ähnlich bahnbrechende Epoche gewesen sei wie die postanaloge Zeit heute. Der Twist am Ende wiederum wirke wie aus einem Groschenroman, wie man ihn heute kaum noch findet.[13]

Auszeichnungen

Aegean Film Festival 2025

  • Nominierung für den Publikumspreis
Commons: Die Farben der Zeit – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Freigabebescheinigung für Die Farben der Zeit. Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (PDF; Prüf­nummer: 271321).Vorlage:FSK/Wartung/typ nicht gesetzt und Par. 1 länger als 4 Zeichen
  2. Alterskennzeichnung für Die Farben der Zeit. Jugendmedien­kommission.
  3. a b c Simon Eberhard: Filmkritik: Auf ein Selfie mit Claude Monet. In: outnow.ch, 24. Mai 2025.
  4. a b c La Venue de l’Avenir von Cédric Klapisch, lief außer Konkurrenz bei den Filmfestspielen von Cannes 2025. In: sortiraparis.com, 16. Mai 2025.
  5. https://the-spot-mediafilm.com/reviews/review-kino-die-farben-der-zeit/
  6. https://www.synchronkartei.de/film/60945
  7. La Venue de l’avenir. In: allocine.fr. Abgerufen am 1. Juni 2025. (Französisch)
  8. La venue de l’avenir / Colours of Time. In: festival-cannes.com. Abgerufen am 31. Mai 2025.
  9. Die Farben der Zeit. In: filmfest-muenchen.de. Abgerufen am 18. Juni 2025.
  10. https://www.insidekino.com/DStarts/DStartplan.htm
  11. Ema Sasic: Palm Springs Film Festival lineup includes Oscar Isaac, Kim Novak movies. In: desertsun.com, 2. Dezember 2025.
  12. La venue de l'avenir. In: Rotten Tomatoes. Abgerufen am 29. November 2025.
  13. https://taz.de/Die-Farben-der-Zeit-franzoesische-Dramedy-auf-zwei-historischen-Ebenen/!6103097/