Die Falle (Brettschneider-Roman)

Die Falle ist ein von Andreas Brettschneider verfasster Jugendroman, welcher im Jahr 2024 beim Ueberreuter Verlag erschienen ist. Thema ist Zivilcourage[1] und wie man sich gegen Mobbing zur Wehr setzt[2], ohne sich selbst schuldig zu machen.

Inhalt

Der Roman spielt in einer nicht konkret genannten Kleinstadt in der deutschen Provinz. Victor geht in die zehnte Klasse und erlebt täglich, wie Bastian Jussem und seine Gefolgschaft die Schwächsten terrorisieren. Zu denen gehört Victor selbst zwar nicht, doch es ärgert ihn, dass er nichts gegen diese Ungerechtigkeiten unternimmt. Das ändert sich, als er mit Martin bei den Projekttagen einen Orientierungslauf durch den Knipprather Wald absolvieren muss. Denn dort packt der neue Mitschüler eine Bärenfalle aus, in die Bastian Jussem hineintreten soll. Es soll ein Denkzettel für ihn sein.

Nachdem Bastian Jussem in die Falle getreten ist und weil plötzlich auch ein Video kursiert, das ihn jammernd und klagend zeigt, wird er in der Folge zur Lachnummer in der Klasse. Victor und Martin können diesen Erfolg kaum glauben. Es wollen sich darüber hinaus weitere Mitschüler der neuen Widerstandsbewegung anschließen. Die Aktionen dieser Gruppe geraten jedoch bald außer Kontrolle. So wird für den Röger aus der Parallelklasse eine Kontaktanzeige in einem Schwulenmagazin veröffentlicht – die Gruppe hat natürlich nichts gegen Homosexualität, doch für so Leute wie den Jussem oder den Röger ist das Wort „schwul“ noch immer ein vernichtendes Urteil. Victor ist nicht wohl bei dieser Entwicklung und findet, das gehe alles zu weit. Als die Gruppe schließlich plant, den Hund vom Beckfeld aus der 10C zu erschlagen, distanziert sich Victor endgültig von ihr.

Lizzy, mit der er vor kurzem zusammengekommen ist, ermahnt ihn jedoch, dass er sich nicht einfach aus der Verantwortung stehlen kann. Den Mord am Hund muss man verhindern. Es gelingt den beiden, noch rechtzeitig vor der Tat vor Ort aufzutauchen und die Jungen davon abzuhalten, den Hund zu erschlagen. Erst jetzt erkennt Martin, dass er mit seiner Gruppe zu weit gegangen ist.[3]

Rezeption

Der Roman wurde von Feuilleton und Fachpresse durchweg positiv bewertet.

So schreibt Verena Hoenig in der Allgemeinen Zeitung: „‚Die Falle‘ ist ein mitreißender Roman über Mobbing und ‚Hackordnungen‘. Klar wird auch, dass gute Absichten durchaus verheerende Konsequenzen haben können. Darüber hinaus erfährt man, wie Zivilcourage im Idealfall aussieht.“ (Allgemeine Zeitung, Ausgabe 28.08.2024, Seite 7)

Charlotte Binder von Buch&Maus erklärt, der Roman sei „bemerkenswert erzählt und regt zum Nachdenken an: Wo liegen die Grenzen der Zivilcourage? Wie weit darf man für Gerechtigkeit gehen?“ (Buch&Maus, Ausgabe 6/2024, S. 34)

Auch Anita Westphal-Demmelhuber von Eselsohr hält den Roman für „alles andere als ein dröges Lehrstück. Da tobt im Kleinstadtleben das pubertäre Gefühlschaos samt einer lebensechten Liebesgeschichte! Andreas Brettschneider hat sich bestens in die Welt eines 16-Jährigen hineingedacht - und dazu auch eine coole, passgenaue Sprache gefunden. [...] Ein großartiger, spannender 'Denk'-Zettel!“ (Eselsohr, Ausgabe 05/2024, S. 26)

Der Roman wurde darüber hinaus vom Goethe-Institut Ägypten zur Übersetzung ins Arabische empfohlen.[4]

Für das Buchprojekt – noch unter dem Arbeitstitel Schlechte Verlierer – erhielt Brettschneider bereits 2022 ein Stipendium der Stadt Köln für Kinder- und Jugendliteratur. Zur Begründung erklärt die Jury: „Anhand eines eskalierenden Konfliktes in der Schule werden Fragen von Verantwortung und moralischem Handeln in einem authentischen Sound verhandelt.“[5]

Auszeichnungen

Einzelnachweise

  1. Texte. Abgerufen am 1. Januar 2026.
  2. Die Falle – GLAUSER-Preis 2025 in der Kategorie Jugendkrimi. Abgerufen am 1. Januar 2026.
  3. Andreas Brettschneider: Die Falle. 1. Auflage. Ueberreuter Verlag, Berlin 2024, ISBN 978-3-7641-7138-4.
  4. Die Falle - Goethe-Institut Ägypten. Abgerufen am 1. Januar 2026.
  5. Zwei Stipendien für Drei. Abgerufen am 1. Januar 2026.
  6. Imhoff-Stipendien für Kinder- und Jugendliteratur & Stipendien für Kinder- und Jugendliteratur der Stadt Köln. Abgerufen am 1. Januar 2026.
  7. KORBINIAN – PAUL MAAR-PREIS. Abgerufen am 1. Januar 2026.
  8. Andreas Brettschneider erhält den GLAUSER 2025 für seinen Jugendkrimi „Die Falle.“ Abgerufen am 1. Januar 2026.