Die Erziehung des Elefanten

Die Erziehung des Elefanten ist eine Geschichte aus Hundertundeine Nacht (→ Hundertundeine Nacht – Liste der Geschichten, HEN 15), dem kleinen Schwesterwerk von Tausendundeine Nacht (→ Tausendundeine Nacht – Liste der Geschichten). Sie ist eine Binnengeschichte von Die List und Tücke der Frauen (HEN 14).

Handlung

Einst gab es einen König, der Elefanten liebte. Einmal wurde ein Elefantenjunges gefangen und der König übergab es dem Wärter, auf das er es abrichte und erziehe. Schließlich war der Elefant ausgewachsen und trainiert und der König wollte auf ihm reiten. Doch kaum hatte er ihn bestiege, ging der Elefant wütend und tobend durch. Der König verlor das Bewusstsein.

Als er wieder zu sich kam, befahl er den Elefantenwärter zu töten, doch der Wärter bat ihn einzuhalten und zeigte ihm, dass der Elefant auf seine Anweisung hin gelernt hatte, glühendes Eisen anzufassen und erst wieder loszulassen, wenn es der Wärter befahl. Der Wärter folgerte daraus, dass er dem Wärter beigebracht hatte, was er mit seinen Füßen und seinem Mund zu tun hatte, aber nicht das Herz des Tieres erreichte.

Da ließ der König den Elefantenwärter leben.

Hintergrund

Die Geschichte spielt in der 57. Nacht von Hundertundeine Nacht.[1]

Für ihre Übersetzung griff die deutsche Arabistin Claudia Ott auf das Aga-Khan-Manuskript aus dem Jahr 1234 zurück, es ist die älteste erhaltene Handschrift der Geschichten aus Hundertundeine Nacht.[2]

Literatur

  • Claudia Ott: 101 Nacht, Manesse Verlag, Zürich 2012, S. 142 f.

Einzelnachweise

  1. Claudia Ott: 101 Nacht, Manesse Verlag, Zürich 2012, S. 142 f.
  2. Claudia Ott: 101 Nacht, Manesse Verlag, Zürich 2012, S. 241.