Die DNA des Ostens
Die DNA des Ostens[1] ist ein crossmediales Dokumentarprojekt, das sich mit den besonderen Prägungen und Erfahrungshorizonten ostdeutscher Generationen befasst. Ursprünglich vom Mitteldeutschen Rundfunk entwickelt, wurde das Projekt in den Jahren 2024/25 in enger Zusammenarbeit mit der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur erweitert und am 11. September 2025 in Leipzig unter dem Titel „Identitäten ohne Mauern. Auf der Suche nach der DNA des Ostens“ veröffentlicht.[2] Ziel des Projekts ist es, individuelle und kollektive Prägungen in Ostdeutschland nachzuvollziehen und dabei sowohl Unterschiede als auch verbindende Erfahrungen sichtbar zu machen.
Inhalt: Generationen
Das Projekt untersucht gesellschaftliche Erfahrungen, biografische Prägungen und kulturelle Identitäten von Ostdeutschen über mehrere Generationen hinweg. Die interaktive Online-Plattform ermöglicht Nutzerinnen und Nutzern, ihr Geburtsjahr einzugeben und die charakteristischen Merkmale ihrer Generation zu erkunden und mit anderen zu vergleichen.
Insgesamt werden neun Generationen – geboren zwischen 1950 und 2010 – typologisch beschrieben, denen aus der Soziologie entlehnt jeweils idealtypische Eigenschaften zugeschrieben werden. Jede Generation wird zudem mit historischen Schlüsselereignissen aus der Geschichte der DDR und Ostdeutschlands verknüpft, die auf einem interaktiven Zeitstrahl dargestellt sind. Grundlage der Darstellung ist die Generationenforschung, die davon ausgeht, dass Denken, Fühlen und Handeln eines Kollektivs durch gemeinsame altersspezifische Erfahrungen geprägt werden. Das Projekt stützt sich auf mehr als 100 wissenschaftliche Quellen, Studien und Erhebungen.
Inhalt: Interviews und Podcast
Im Zuge der Weiterentwicklung wurde das Projekt um mehr als 40 Interviews mit Ostdeutschen unterschiedlicher Generationen ergänzt. Die Interviewten – von Influencerinnen bis zum ehemaligen Bundespräsidenten – beantworten Fragen wie „Gibt es noch Unterschiede zwischen Ost und West?“ oder „Welche Bedeutung hat das Ostdeutschsein heute?“..[3]
Eine ergänzende Umfrage bietet Nutzerinnen und Nutzern die Möglichkeit, eigene Einschätzungen zu ihren Prägungen abzugeben oder sich selbst zu bestimmten Aspekten ihrer Biografie befragen zu lassen. Die Fragen sind so konzipiert, dass bewusst auch westdeutsche Interessierte eingeladen sind, an dem Austausch teilzunehmen.[4]
Darüber hinaus entstand ein begleitender Podcast, gehostet von Anna Thalbach und produziert vom MDR. In fünf Folgen werden die Themen der Website vertieft und persönliche Geschichten der Interviewten vorgestellt. Ausschnitte aus den Gesprächen sowie ergänzendes Bewegtbildmaterial erweitern das Online-Angebot und verleihen ihm zusätzliche Anschaulichkeit und Nähe.[5]
Produktion
Produziert wurde das Projekt von der Hoferichter & Jacobs GmbH. Das Vorhaben ist ein Nachfolgeprojekt von „Die Treuhand und die Folgen“, das 2024 für einen Grimme Online Award nominiert war.[6]
Weblinks
- Identitäten ohne Mauern. Auf der Suche nach der DNA des Ostens, Hauptseite
- DNA des Ostens, Portal beim MDR
- Podcast "DNA des Ostens"
Einzelnachweise
- ↑ https://dna-des-ostens.de/. Abgerufen am 10. Oktober 2025 (amerikanisches Englisch).
- ↑ Bundesstiftung Aufarbeitung Brand: Identitäten ohne Mauern. Auf der Suche nach der DNA des Ostens. 17. September 2025, abgerufen am 10. Oktober 2025.
- ↑ https://dna-des-ostens.de/interviews/. Abgerufen am 10. Oktober 2025 (amerikanisches Englisch).
- ↑ https://dna-des-ostens.de/umfrage/. Abgerufen am 10. Oktober 2025 (amerikanisches Englisch).
- ↑ DNA des Ostens. Abgerufen am 10. Oktober 2025.
- ↑ Die Treuhand und die Folgen. Abgerufen am 10. Oktober 2025 (deutsch).