Dickschwanz-Weißzahnspitzmaus

Dickschwanz-Weißzahnspitzmaus

Museumsexemplar

Systematik
Überordnung: Laurasiatheria
Ordnung: Insektenfresser (Eulipotyphla)
Familie: Spitzmäuse (Soricidae)
Unterfamilie: Crocidurinae
Gattung: Weißzahnspitzmäuse (Crocidura)
Art: Dickschwanz-Weißzahnspitzmaus
Wissenschaftlicher Name
Crocidura brunnea
Jentink, 1888

Die Dickschwanz-Weißzahnspitzmaus (Crocidura brunnea) ist ein auf den indonesischen Inseln Java und Bali endemisches Säugetier in der Gattung der Weißzahnspitzmäuse. Die Populationen der Südostasiatischen Spitzmaus (Crocidura fuliginosa) wurden von dieser Art abgespalten. Gelegentlich kommt es zu Hybriden mit der Orientalischen Weißzahnspitzmaus (Crocidura orientalis).[1][2]

Es werden zwei Unterarten unterschieden.[1][2]

  • C. b. brunnea, im Westen und Zentrum von Java.
  • C. b. pudjonica, im Osten Javas und auf Bali.

Merkmale

Dieser mittelgroße Gattungsvertreter erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von 72 bis 104 mm, eine Schwanzlänge von 42 bis 67 mm und ein Gewicht von 13 bis 17 g. Die Hinterfüße sind 13,5 bis 17 mm lang und die Länge der Ohren liegt bei 7 bis 10 mm. Beim dunkel- bis schwarzbraunem Fell der Oberseite sind die Spitzen der Haare leicht rötlich. Unterseits kommt etwas heller braunes Fell vor. Wie bei der Moschusspitzmaus (Suncus murinus) hat der Schwanz die Form einer Karotte mit dicker Basis. Bei ähnlich großen Weißzahnspitzmäusen ist der Schwanz dagegen rohrförmig. Auf dem Schwanz sind Haare und einige Borsten vorhanden, die nahe am Körper häufiger sind. Allgemein ist die Unterart C. b. pudjonica etwas kleiner als die Unterart im westlichen Java. Der diploide Chromosomensatz besteht aus 38 Chromosomen (2n=38). Allgemein sind sich die Crocidura-Arten der Sundainseln genetisch recht ähnlich.[1]

Lebensweise

Das Tier lebt im Hügel- und Bergland zwischen 730 und 1650 Meter Höhe und hat viele disjunkte Populationen um die höchsten Berge der Inseln. Ab etwa 1500 Meter Höhe tritt die Orientalische Weißzahnspitzmaus häufiger auf. Oberhalb 1650 Meter Höhe ersetzt sie die Dickschwanz-Weißzahnspitzmaus. Die Art bewohnt Wälder, häufig in breiten Tälern oder auf Hochebenen. Bei gutem Nahrungsangebot werden andere Insektenfresser im Revier geduldet. Dieses Tier frisst nicht näher bestimmte wirbellose Tiere. Manchmal werden Gärten besucht. Im September wurden trächtige Weibchen mit ein bis zwei Embryos, andere Weibchen mit aktiven Zitzen und Jungtiere gefunden. Vermutlich findet die Fortpflanzung auch in den angrenzenden Monaten statt.[1][3]

Gefährdung

In Regionen mit Forstwirtschaft und Ackerland kann das Tier vermutlich nicht leben. Die vorhandenen geeigneten Habitate sind recht groß und es wurden verschiedene Schutzgebiete eingerichtet. Die IUCN listet die Art als nicht gefährdet (least concern).[3]

Einzelnachweise

  1. a b c d Wilson, Lacher Jr. & Mittermeier (Hrsg.): Handbook of the Mammals of the World. 8 - Insectivores, Sloths and Colugos. Lynx Edicions, 2018, ISBN 978-84-16728-19-0, S. 477 (englisch, Crocidura brunnea).
  2. a b Don E. Wilson, DeeAnn M. Reeder (Hrsg.): Mammal Species of the World. A taxonomic and geographic Reference. 3. Auflage. 2 Bände. Johns Hopkins University Press, Baltimore MD 2005, ISBN 0-8018-8221-4 (englisch, Crocidura brunnea).
  3. a b Crocidura brunnea in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2019. Eingestellt von: Demos, T. & Kennerley, R., 2018. Abgerufen am 13. Januar 2026.