Diakonissenhaus Zion (Aue)

Diakonissenhaus Zion

Gesamtansicht von Südosten, Jahr 2009

Daten
Ort Aue
Baumeister unbekannt
Baujahr 1893, 1970er und 1980er: Erweiterungen
Koordinaten 50° 35′ 39,3″ N, 12° 41′ 14,8″ O

Das Sächsische Gemeinschafts-Diakonissenhaus ‚Zion‘ in Aue ist eine soziale Einrichtung innerhalb der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsen und Mitglied im Diakonischen Werk Sachsen.[1] Es befindet sich in der Stadt Aue-Bad Schlema und gehört zum Bund Deutscher Gemeinschafts-Diakonissen-Mutterhäuser. Entstanden ist es aus einem Ende des 19. Jahrhunderts an dieser Stelle errichteten Privat-Sanatorium. Die gesamten Bauten auf dem Gelände, die vor 1990 errichtet worden sind, stehen seit den späten 1990er Jahren unter Denkmalschutz.

Lage

Das Bauensemble steht am nordöstlichen Rand des Zentrums vom Stadtteil Aue und hat die Adresse Schneeberger Straße 98. Die Verkehrswege Floßgrabensiedlung, Zion, Beethovenstraße (mit einem kleinen Park dazwischen) sowie ein namenloser Fußweg am südlichen Rand einer Kleingartenanlage begrenzen das bebaute Gelände, das sich in Hanglage befindet.

Geschichte

1893: Gründung eines Sanatoriums in Aue

Im Jahr 1893 ließ der Arzt Ernst Pilling[2] an der Schneeberger Straße in Aue eine Heilanstalt bauen, die den Namen Privat-Anstalt in Aue von Dr. Pilling und Dr. Köhler erhielt.[3][4] Johannes Paul Köhler war ein praktizierender Arzt mit Sitz in der Auer Bahnhofstraße[5], stieg aber offenbar als Kompagnon bald aus der Heilanstalt aus, denn im Jahr 1907 führt das Auer Adressbuch die Einrichtung nun als Orthopädische und Wasser-Heilanstalt Dr. Pilling.[2][6]

Die Heilanstalt war ein Sanatorium für bessere Gesellschaftsschichten, bestehend aus einem Haupthaus und drei kleineren einzelnen villenartigen Gebäuden samt Maschinenhaus und Heizanlage auf dem Gelände. Die Pillingschen Kurangebote umfassten Wasser-, Dampf-, Moor- und galvanische Bäder, gymnastische Übungen zur Mobilisierung versteifter Gelenke, Massagen, Diät- und Liegekuren. Um das Jahr 1900 wurde die Einrichtung folgendermaßen beschrieben: „Es ist dies eine allseitig freiliegende, von Staub und Ruß unbehelligte, inmitten eines großen Parks gelegene, sich an Wälder und Felder unmittelbar anschließende chirurgische Wasser-Heilanstalt.“[7]

Nach dem Ersten Weltkrieg und der folgenden Inflation kamen immer weniger Personen in das Sanatorium, es musste im Jahr 1924 verkauft werden und 1926 schließen. Für sein stadtbedeutendes Engagement mit dem Bau und der Führung des Sanatoriums erhielt Ernst Pilling den Titel Sanitätsrat, den Titel Ritter eines kaiserlichen Ordens und trug noch weitere Titel (=pp).[8][9]

1919: Gründung des Diakonissenhauses in Rathen

Das Diakonissenhaus hat seinen Ursprung in Rathen in der Sächsischen Schweiz und wurde auf Initiative des Vorstandes des Sächsischen Diakonissen-Gemeinschaftsverbandes am 20. November 1919 gegründet.[1] Der Gründung ging folgender öffentlicher Aufruf voraus: „Wir haben uns nach ernstem Gebet und reiflicher Überlegung entschlossen, ein eigenes Diakonissenhaus ins Leben zu rufen. Unser Volk braucht in seinen schweren Nöten (=die Zeit nach dem Ersten Weltkrieg und der Weltwirtschaftskrise) mütterliche Helferinnen.“ Daraufhin meldeten sich zunächst sieben Frauen, die in dieser Zion-Gemeinschaft tatkräftig mitarbeiten wollten. In der folgenden Zeit traten jährlich zwischen 25 und 30 Frauen dem neuen Diakonissenverein bei, der das Gebäude Friedensburg eingerichtet hatte. Der Platz in dem Heim in Rathen reichte bald nicht mehr und die Leitung suchte nach einer Unterkunft mit mehr Platz. Sie erfuhr von dem freiwerdenden Sanatoriumskomplex in Aue und kaufte 1924 die Anlage.[10][11]

Das erste Diakonissenhaus in Rathen, die Friedensburg, trug an seinem weithin sichtbaren runden Turm bis zum Verbot durch die Nationalsozialisten im Jahr 1937 die Aufschrift „Erholungsheim Zion“.[11][12][13][14] Das Gebäude ist erhalten, steht mittlerweile unter Denkmalschutz, und wurde bis 2014 vom Diakonissenmutterhaus ZION Aue als Gästehaus im Kurort Rathen weiter betrieben. Am 14. Oktober 2015 schlossen sich die Friedensburg und der Felsengrund, ein Gästehaus des Diakonissenmutterhauses Hensoltshöhe in Gunzenhausen, ebenfalls in Rathen, zur Stiftung Felsengrund und Friedenburg zusammen und agieren als GmbH weiterhin.[15]

1924: Umzug der Diakonissen nach Aue

Im Jahr 1924 waren alle Vorbereitungen für einen Umzug in das Erzgebirge abgeschlossen und die Schwesternschaft bezog in der Industriestadt Aue ihr neues Mutterhaus. So konnten nun wieder junge Diakonissenschülerinnen aufgenommen werden und die Schwestern führten ihre erweiterte Gästearbeit für täglich um 120 Gäste[12] fort: mit Seelsorge und Verkündigungsdiensten für Frauen, Mädchen und Kinder in Kirchgemeinden, als Krankenschwestern in Krankenhäusern, als Pflegerinnen in Alten- und Behindertenheimen sowie als Servicekräfte in der Gästebetreuung und in der Hauswirtschaft.[10][11]

Im Jahr 1926 hieß die Einrichtung laut Eintragung im Adressbuch Erholungsheim des Gemeinschaftsvereins im Freistaat Sachsen e. V.[16] Ende der 1920er Jahre war sie Erholungsheim und Diakonissenhaus „Zion“ des Gemeinschafts-Vereins e. V. Sachsen, Aue.[17] In diesem Namen kommt zum Ausdruck, dass die Sanatoriumsangebote in Form eines Erholungsheims weitergeführt wurden; die Anstalt warb mit „Vorzüglich geeignet für: Liegekuren im großen Park, Liegehallen und bequemen Liegestühlen. Badekuren, einfache und medizinische Bäder im Hause. Eigenes Badehaus“.[18]

Für die angebotenen Dienste waren zahlreiche Diakonissen, Schwestern und Diakonissenschülerinnen sowie Hilfskräfte in dem Gebäude einquartiert (mehr als 30 werden im Adressbuch 1926 namentlich aufgeführt.)[16]

1933 bis 1945: Gästearbeit und Zwischennutzung

In der Zeit des Nationalsozialismus wurde anfangs die Gästearbeit stark reduziert, die Einrichtung nannte sich schlicht nur noch Sächsisches Gemeinschafts-Diakonissenhaus Aue im Erzgebirge.[19] Die Zusätze Erholungsheim und Zion verschwanden nun aus dem Namen. Ab 1939 fand keine Gästearbeit mehr statt, weil das Haupthaus zu einem Hilfskrankenhaus umgewandelt wurde. Ab etwa 1941 wurde es zum Reservelazarett Oberschlema, Teillazarett Aue, dessen Chefarzt Dr. Ziegler war. Bis zu 200 Militärangehörige mit schwersten Verletzungen wurden hier operiert und gepflegt.[20]

Auf der Ansichtskarte aus dem Jahr 1943 wird nur auf das Sächsische Gemeinschafts-Diakonissenhaus verwiesen (siehe Bild). – In der gesamten Zeit hatten sich die 249 Diakonissen (Angabe aus dem Jahr 1946) in Nebenräumen und Nebengebäuden eingerichtet und ihre Aufgaben eingeschränkt. Sie führten beispielsweise nach einer Vereinbarung mit der evangelischen Kirchengemeinde St. Nicolai in Aue den Christenlehreunterricht für einen Ortsteil durch. Auch Kinderbibelwochen, Jugend- und Freizeitaktivitäten, Seminare und Schulungen sowie Gottesdienste wurden organisiert.[10][11]

1945 bis 1990: Kinderklinik und Diakonie

Nachdem der Zweite Weltkrieg zu Ende war, schloss das Lazarett. Im Jahr 1946 wurde dafür eine in Ostpreußen 1927 im Armenhaus der Stadt Tilsit gegründete und nun geflüchtete Kinderklinik in die Gebäude eingewiesen.[21]

Deren Leitung hatte der Kinderarzt Dr. Gabriel, die Einrichtung unterstand organisatorisch dem neuen Staat (Sowjetische Besatzungszone). Ab 1949 ging die Klinik in die Verantwortung der neu gegründeten DDR über. Die Kinderklinik belegte das ganze Haupthaus sowie das Haus Tabor (damals Sonnenscheinhaus, den Ostflügel).[20] Die Klinik etablierte sich hier, wurde stetig ausgebaut, technisch modernisiert und zog erst nach der deutschen Wiedervereinigung 1996 direkt in das Städtische Krankenhaus.[10][11]

Den Diakonissen stand der Westflügel mit dem Andachtssaal, der auch als Speisesaal diente, zur Verfügung. Wegen der Doppelnutzung musste ständig umgeräumt werden. In den oberen Etagen waren die Ruhestandschwestern untergebracht. Im damaligen Jugendhaus (heute Haus am Park) wohnten die jungen Schwestern und Schülerinnen.[20] – Trotz aller Probleme war es möglich, mit staatlicher Hilfe in den 1970er Jahren den Anbau eines Gebäudes, Haus Emmaus, zu realisieren.[11] 1985–1987 kam ein weiterer Anbau, Haus Bethanien mit Speisesaal und Gästezimmern hinzu. Anlass für die Bauarbeiten war, dass der Küchenanbau wegen nicht mehr ausreichender Tragfähigkeit der Fundamente erneuert werden musste.[20] Mit der 1987 erfolgten Einweihung entspannte sich die Situation sehr.[10] Die meisten Diakonissen arbeiteten und lebten außerhalb des Mutterhauses, einige wohnten mit im Jugendhaus oder im Westflügel, manche auch ganz außerhalb der Anlage (bei Privatpersonen).[20]

Seit 1990: Ausweitung der Diakonissentätigkeit nach dem Auszug der Kinderklinik

Die verbliebenen Diakonissen, die Schwesternschaft, erhielt im Jahr 1993 Zuwachs durch 19 junge Frauen, die den Zionsring gründeten, hier einzogen und mitarbeiteten. Nach dem Wegzug der gesamten Kinderklinik in das Klinikum Aue wurde das Haupthaus wieder frei und mithilfe von Zuschüssen des Freistaats Sachsen konnte es bis 1999 gründlich renoviert werden.[10]

Die eigenen älter gewordenen Diakonissen betreiben und belegen seit 1999 das Altenpflegeheim Abendfrieden für 50 Personen in zwei Gebäuden – dem Haus am Park sowie dem Haus am Floßgraben. Sie gründeten Anfang der 2000er Jahre einen ambulanten Pflegedienst. Alle Bewohnerinnen des Altenpflegeheimes können hier bis zu ihrem Lebensende wohnen bleiben und sind auch gern als Ehrenamtliche tätig. Im Jahre 2002 wurden vier Frauen als Diakonissen/Zionsschwestern neu aufgenommen.[10]

Im Jahr 2016 erfolgten Restaurierungs- und Ergänzungsarbeiten an den Gebäuden auf dem Gelände, beispielsweise wurden ein hoch über die Anlage verlaufender und gedeckter Verbindungssteg zwischen dem Haupthaus und dem Haus am Floßgraben errichtet sowie Putz- und Dacherneuerungsarbeiten ausgeführt. Schließlich haben die Diakonissen im Jubiläumsjahr ihrer Gründung, 2019, auch einen Hospizdienst eröffnet. Für die Betroffenen und ihre Angehörigen veranstalten die Schwestern für die Hospizgruppe Zion auch regelmäßig Letzte Hilfe-Kurse.[1][22]

Im Oktober 2022 hat sich das Management des Diakonissenhauses erfolgreich an einem vom Landkreis Erzgebirge ausgeschriebenen Ideenwettbewerb zur Anlage eines VaterUnser-Erlebnis- und Wanderweges auf dem eigenen Gelände und entlang des Floßgrabens beteiligt. Als Ziele wurden genannt: „Vermittlung christlicher Grundwerte, die jedermann zugänglich sind (vergl. Artikel 4 des GG), aber im Besonderen die christliche Bevölkerung Sachsens (rund 25 %) anspricht und auch der Konfirmandenarbeit dient“. Acht Stationen sollen errichtet werden, an denen künstlerisch gestaltete Skulpturen von erzgebirgischen Holzbildhauern aufgestellt werden. Neben jeder Stele soll ein kurzer Text die Nutzer des Weges über einen Abschnitt des Gebetes informieren. Zur Realisierung werden 10.000 Euro bereitgestellt.[23][24]

Organisatorisches

Geleitet wird das Diakonissenhaus Zion Aue von einer Oberin der Schwesternschaft (seit 2021: Karin Hezel), die zugleich Vorstandsvorsitzende des Sächsischen Gemeinschafts-Diakonissenhauses ZION e.V. ist. Außerdem gibt es den Einrichtungs- und Verwaltungsleiter (seit 2014: Michael Neubert), ebenfalls Mitglied des Vorstandes. Ihnen zur Seite stehen ein Diakon, eine Prädikantin und zwei Schwestern.[25] Im Jahr 2023 waren in dem Diakonissenhaus insgesamt 100 Personen beschäftigt.[26]

Baubeschreibung

Überblick

Die Immobilie besteht aus dem drei- bis viergeschossigen, dreiflügeligen Haupthaus (E-förmiger, ursprünglich symmetrischer Grundriss, zirka 42 m × 20 m), dem nordwestlichen Anbau (31 m × 9 m), den Gebäudeteilen Saron und Tabor, der einzeln stehenden Villa Pilling (quadratischer Grundriss, etwa 16 m Seitenlängen; Wohnhaus im Fachwerklook für die Familie des Sanatoriumsdirektors Pilling, Adresse Schneeberger Straße 100[2]), sowie weiteren Wirtschaftsbauten und den Freiflächen zwischen den Gebäuden.[27]

Die gesamte bauliche Anlage ist ein „repräsentatives Ensemble des Historismus mit medizinhistorischer Geltung“ und steht unter Denkmalschutz (Obj. 09304772).[28]

Zur Gesamtanlage, deren Hauptbauten in den Jahren 1893 bis 1896 errichtet wurden, gehör(t)en des Weiteren[28]:

  • ein dreigeschossiges Kutscherwohnhaus, umgestaltet zu einem Gästehaus (Haus Nazareth),
  • eine Remise, umgestaltet zu Garagen,
  • ein hölzerner Pavillon im Garten, im Okt. 2025 nicht zu sehen,
  • Maschinenhaus und Heizung,
  • Gewächshäuser,
  • eine vieretagige offene metallene Wendeltreppe zwischen zwei Gebäuden, die in der obersten Etage eine kleine Aussichtsplattform in Richtung Park und in das Tal bildet; erst Ende des 20. Jahrhunderts eingebaut.

Alle Dächer sind mit Schieferplatten wetterfest gedeckt. Die Dächer haben meist die Form eines Mansardwalmdaches.

Die Freiflächen zwischen den Häusern sind mit Kieswegen verbunden, mit Rasenflächen aufgelockert und häufig mit Blühsträuchern und Blumen gestaltet. Auf einem Rasenstück vor dem Haus Nazareth (auf dem Foto von 2009 noch vollflächig mit Rosen bepflanzt) wurde eine Holzskulptur des Bildhauers Robby Schubert aufgestellt, die im Jahr 2020 bei einem Stadtsymposium direkt für das Haus der Geborgenheit im Diakonissenhaus angefertigt wurde. Sie gestaltet mit künstlerischen Mitteln den Psalm 91,4 „Gott breitet seine Schwingen über dir. Unter seinen Flügeln findest du Zuflucht. Wie ein Schild schützt dich seine Treue, wie eine Schutzmauer umgibt sie dich“ (symbolisiert durch die zum Himmel geöffneten göttlichen Arme und durch die in der Mittel platzierte und geborgene hell-dunkel marmorierte Granitkugel).

Haupthaus

Das Haupthaus im Stil des Historismus ist ein viergeschossiger, ziegelsichtiger Bau mit ausgebautem Dachgeschoss in 15 Achsen. In einem Mittelrisaliten findet sich ein Rundbogenportal, eingefasst von zwei Ziersäulen. Alle Erdgeschossfenster zur Hangseite hin sind rundbogig. Die Fenster in der zweiten bis vierten Etage sind hochrechteckig und mit weißen Elementen umrahmt.[29] Das Haupthaus war das eigentliche Sanatorium mit den entsprechenden Behandlungsräumen und einer Veranda nach Osten.[11] Die Veranda wurde für den Anbau der 1980er Jahre abgetragen. Durch die Ausrichtung der Gebäude-Hauptachse von Nordwest nach Südost an der Hangschräge sind die oberen Teile des Hauses dreigeschossig, die unteren – wie oben dargelegt – viergeschossig.

Kapelle/Zionssaal

Die Kapelle befindet sich weiterhin direkt im Hauptgebäude auf der südöstlichen Seite. Sie bildet den Andachtsraum, auch Großer Zionssaal genannt. Er verfügt über glatte weiße Wände, die im oberen Bereich eine Reihe Fenster mit Tageslichteintritt aufweisen. Eine Fensterseite trägt blaues Fensterglas ohne gesonderten Schmuck. Die Altarseite auf einem durchgängigen Parkettfußboden-Podium ist mit einem Kruzifix an der Wand und einem einfachen Altartisch geschmückt. Für die Gottesdienste befindet sich daneben ein hölzerner, naturbelassener Ambo. Zwei Reihen hölzerne Stühle mit einem breiten Mittelgang stehen für die Besucher in acht Blöcken zur Verfügung. Die Decke der Kapelle wird von drei Paar leichten runden Säulen flächig gestützt, deren Schäfte rundherum mit schmalen Naturholz-Riemchen verblendet sind. Eine leichte Wölbung der Decke und die dort befestigten geometrisch geprägten weißen Schaumpolystyrol-Platten verhindern Halleffekte bei den Verrichtungen. Auf der linken Seite neben dem Eingang vom Treppenhaus ist an der südlichen Innenwand eine kleine Orgel aufgebaut.[29]

Speisesaal/Haus Bethanien

Der 1986 bis 1987 errichtete zweigeschossige Anbau an der südöstlichen Seite des Haupthauses enthält seit den letzten größeren Bauarbeiten den Küchenbereich und den Speisesaal für die Schwestern, Gäste und Angestellte. Er trägt den Namen Haus Bethanien, symbolisch benannt nach dem Ort Bethanien, an welchem Jesus bewirtet worden war. Zudem gibt es hier auch sieben Gästezimmer. Unmittelbar seitwärts am Gebäude wurde ein quadratisches Türmchen für die Aufnahme eines Meißner Porzellanglockenspiels errichtet. Die 17 Glocken, hier in Form des gekreuzigten Christus‘ in einer Mauernische im Dachbereich angeordnet, hatte der Zions-Pfarrer Schwartner im Jahr 1976 aus einer kirchlichen Einrichtung in Adorf gekauft, für welche sie im Jahr 1955 angefertigt worden waren. Täglich kurz vor 12 Uhr und kurz vor 18 Uhr spielt das Carillon und es wird mittlerweile mittels eines Computers ferngesteuert.[30]

[31] Dieser Raum samt Elektrik konnte 2015 mithilfe von Spendengeldern instandgesetzt werden.[32]

An der Innenwand lenkt ein größeres Wandbild, 1987 gestaltet von Matthias Klemm, die Aufmerksamkeit auf sich, es trägt den Titel Speisung der 5000 und bezieht sich auf die Bergpredigt.

Über dem Osteingang des Anbaus ist im Putz das Zitat aus dem Johannesevangelium „Wer an mich glaubt, der wird leben“ eingearbeitet. Der Bau ist etwa 14 Meter breit, 16 Meter lang, rund 6 Meter hoch und mit einem Flachdach abgeschlossen.

Haus Nazareth/Gästehaus

Das Haus Nazareth (im Einleitungsbild zweites von rechts) erhielt einen gesonderten Denkmalschutzstatus (Obj. Nr. 08957496). Das dreigeschossige Gebäude trägt auf der Hangseite Fachwerkbalkons und wird als Einzeldenkmal aus dem Baujahr 1893 geführt. Inzwischen verfügt das Haus über 20 Gästezimmer sowie 6 Gruppenräume und wird nur noch als Gästehaus genutzt; der Balkon konnte in den 2010er Jahren denkmalgerecht restauriert werden.[28][32]

Weitere Gebäude, Kunst, Sonstiges

  • Alters- und Pflegeheim: Haus Am Park und Haus am Floßgraben
  • Schulungs- und Tagungsräumlichkeiten
  • Spielplatzbereich mit Klettertürmchen, Rutsche und einem Tischtennisplatz
  • ein Springbrunnen auf dem kleinen Zufahrtsplatz vor dem Haupthaus, aus dem in der Sommerzeit aus einem großen Granit-Findling Wasser herabrieselt.

Seelsorge und Weiteres

  • Pfarrer
Das Diakonissenhaus ZION in Aue hat in seiner Struktur einen Leitungskreis und einen Vorstand. Die spirituelle Leitung liegt nicht in der Hand einer Einzelperson mit der Amtsbezeichnung "Pfarrer", sondern wird durch ein Team wahrgenommen, das die Gemeindearbeit und seelsorgerische Begleitung verantwortet. – Trotzdem gibt es einen Pfarrer, der auch die seelsorgerische Arbeit im städtischen Krankenhaus ausübt. Aktuell ist das Pfarrer Jörgen Schubert (Stand Oktober 2025).
  • Informationen
Regelmäßig wird ein Freundesbrief herausgegeben, der über aktuelles Geschehen im Diakonissenhaus wie Gedenken an Verstorbene aus der Einrichtung, über Feste, über Veränderungen in der Organisation, Finanzen usw. informiert.

Literatur

Commons: Diakonissenhaus Zion – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise und Kommentare

  1. a b c 100 Jahre Diakonissenhaus ZION. 2019, abgerufen am 5. Januar 2024.
  2. a b c Hilker's Adreßbuch umliegender Städte und Orte von Zwickau, Sa. > Aue > Dr. Pilling, Ernst > Adresse Schneeberger Str. 100. 1907, S. 659ff, abgerufen am 5. Januar 2024.
  3. Histor. Ansichtskarte aus dem Jahr 1899 mit dem Aufdruck „Heilanstalt in Aue i. S. von Dr. Pilling und Dr. Köhler“. Abgerufen am 10. August 2024.
  4. Ernst Pilling laut 1926er Adressbuch von Aue mit der Schneeberger Straße 100 im Wohnhaus auf dem Gelände der eh. Heilanstalt, zudem sind Ernst und Theodor Pilling angegeben, vermutlich Kinder des Sanatoriumgründers. Adreßbuch für den Bezirk der Amtshauptmannschaft Schwarzenberg.
  5. Ärzte > Dr. Köhler, Joh. Paul, Bahnhofstr. 16; in Adressbuch der Fabrikstadt Aue […], 1890/1893; abgerufen am 25. Januar 2024.
  6. Histor. Ansichtskarte mit der Abbildung der Privat-Heilanstalt von Dr. med. Pilling und des Zander-Instituts. Abgerufen am 14. Januar 2024 (mit den Hinweisen auf die behandelten Leiden: ‚Nervenleiden, Herz-, Magen-, Darmerkrankungen, Frauenleiden, konstitutionelle Leiden, Knochen- und Gelenkleiden‘; Behandlungsmethoden: ‚Hydrotherapie, Electricität, Massage, Zanderapparate, Röntgen; künstliche Gliedmaßen‘).
  7. zitiert in: Aue im Spiegel historischer Bilder. Industrie- und Stadtentwicklung im 19. Jahrhundert, Geiger-Verlag, Horb am Neckar, 1991, Seite 37 (mit Abb.), ISBN 3-89264-540-X.
  8. Adressbuch Aue 1926. Abgerufen am 7. August 2024 (Pilling, Sanitätsrat, Ritter pp).
  9. Erläuterung von „… Ritter pp“ im Forum Deutsch als Fremdsprache. Abgerufen im Jahr 2024.
  10. a b c d e f g Weg und Auftrag des Sächsischen Gemeinschaftshauses „Zion“ in Aue; Zuarbeit von Schwester Gisela Nowack an Benutzerin 44Pinguine. 1. Januar 2009 (eine Seite).
  11. a b c d e f g Geschichte und Auftrag der Schwesternschaft im Diakonissenhaus ZION. Abgerufen am 8. Januar 2024.
  12. a b Gründung der Zion-Schwesternschaft. 2019, abgerufen am 6. Januar 2024.
  13. Ansichtskarte Erholungsheim Friedensburg im Kurort Rathen. 1949, abgerufen am 30. Oktober 2025 (Nach dem Wegzug des Zion-Diakonissenheims wurde das Gebäude noch lange Jahre zu Erholungszwecken genutzt und behielt seinen Namen Friedensburg, sogar bis in die DDR-Zeit.).
  14. Geschichte der Gästehäuser Friedensburg und Felsengrund in Rathen
  15. Stidtung Felsengrund und Friedensburg. Abgerufen am 4. November 2025.
  16. a b Aue > Schneeberger Str. 98.
  17. Ansichtskarte 1929 vom Erholungsheim und Diakonissenhaus „Zion“, abgerufen am 5. August 2024.
  18. Ansichtskarte des Erholungsheims. Abgerufen am 5. August 2024 (Stempel von 1931).
  19. Ansichtskarte des Diakonissenhauses um 1940. Abgerufen am 5. August 2024 (Marke und Stempel entfernt).
  20. a b c d e Auf weitere Nachfragen von Benutzerin:44Pinguine an Schwester Gisela Nowack freundlicherweise von dieser weiter präzisiert; 14./15. Januar 2024.
  21. Kinderklinik am Standort Aue schaut auf 75 Jahre zurück. Abgerufen am 7. August 2024.
  22. Letzte-Hilfe-Kurse. Januar 2024, abgerufen am 11. Januar 2024 (Beispiel 4. März 2024).
  23. Ideenwettbewerb, simul+Mitmachfonds, Preisträger Modul "Projekt". 2010, abgerufen am 11. Januar 2024.
  24. Im Internet findet man mehrere derartige Wege in Deutschland und Österreich (Beispiel) und kann sich einen Eindruck davon verschaffen. Ob der Weg in Aue-Bad Schlema fertig ist, konnte ich (Benutzerin:44Pinguine) im Oktober 2025 bei einem Besuch nicht feststellen.
  25. Organisation des Hauses Zion in Aue. 2024, abgerufen am 28. Oktober 2025.
  26. Fachkräfteportal Erzgebirge mit Kurzinfos zum Gemeinschafts-Diakonissenhaus. Abgerufen im Januar 2024.
  27. Himmlische Herbergen. 2023, abgerufen am 4. August 2024.
  28. a b c Aus der Baudenkmalliste des Sächsischen Denkmalamtes.
  29. a b Sächsisches Gemeinschaftshaus Zion. Abgerufen am 8. Januar 2024 (18 Detailfotos von außen und innen).
  30. Das Glockenspiel im Zionhaus in Aue. In: facebook/youtube.com, Spieldauer 54 Sekunden. Abgerufen am 12. Januar 2024 (bei einem Konzert, begleitet mit Bläsern, anlässlich des 100jährigen Bestehens des Diakonissenhauses 2019).
  31. Informationen zum Speisesaal und zum Glockenspiel an der inneren Tür, gesehen und fotografiert im Oktober 2025.
  32. a b Haus Nazareth und Spenden. 2023, abgerufen am 8. Januar 2024.