Deutz D-06

Die Deutz D-06-Reihe ist eine Traktoren-Baureihe der Klöckner-Humboldt-Deutz AG aus Köln. Als Bestandteil der Marke Deutz-Fahr gehörte er zu den erfolgreichsten Baureihen des Herstellers. Die Baureihe wurde erstmals im Frühjahr 1968 in Köln-Deutz den Händlern vorgestellt. Später im Jahr 1968 wurde die Serie 06 der Allgemeinheit auf der DLG-Ausstellung in München präsentiert. Sie löste die Baureihe Deutz D-05 ab.

Geschichte 1968–1982

Details

Die Baureihe D-06 umfasste Traktoren von 22 bis 160 PS, die bis auf den D 16006 alle mit einem Direkteinspritzer-Dieselmotor der Baureihe FL912 motorisiert waren. Der D 16006 hat eine Ausnahmestellung inne, weil er ein von einem Radlader abgeleiteter Traktor mit Knicklenkung war und einen F8L413-Motor hatte. Das Einstiegsmodell war der D 2506. Er leistete 22 PS und war mit einem unsynchronisierten Getriebe mit 8 Vorwärts- und 2 Rückwärtsgängen ausgestattet. Eine Zapfwelle mit einer Drehzahl von 540 min−1 und Dreipunkthydraulik sowie ein gefederter und gepolsterter Fahrersitz waren bereits bei diesem Modell erhältlich.
Der D 3006 war mit einer Doppelkupplung ausgerüstet, d. h. Zapfwellen- und Fahrantrieb konnten über ein Pedal unabhängig voneinander gekuppelt werden.
Ab dem D 4006 stand ein Allradantrieb und auf Wunsch ein synchronisiertes Getriebe mit 8 Vorwärts- und 4 Rückwärtsgängen zur Verfügung. Auf Wunsch konnten die Traktoren auch mit einer unabhängigen Zapfwellenkupplung ausgerüstet werden, d. h. die Zapfwelle konnte über einen separaten Handhebel gekuppelt werden. Außerdem konnte der Traktor mit zwei verschiedenen Zapfwellendrehzahlen, 540 min−1 und 1000 min−1, ausgestattet werden. Die Ausrüstungsstufe des Getriebes wurde durch eine Buchstabenkombination hinter der Typenbezeichnung deklariert. SKULD bedeutete zum Beispiel: Schnellgang, Kriechgang, Unabhängige Zapfwellenkupplung, Leichtschaltung (Synchrongetriebe), Duo-Zapfwelle (540 und 1000 min−1).

Zubehör

Als Zubehör gab es weiterhin ein Balkenmähwerk an der rechten Seite (mit hydraulischer Aushebung und mechanischem oder vollhydraulischem Antrieb), eine Verdeckkabine (ab 1972 auch mit fester Fahrerkabine), einen Frontlader, Hydraulik-Zusatzsteuergeräte zum Antrieb von Frontladern, Kippanhängern, oder Drehpflügen, und vieles mehr.

Mit der Baureihe D-06 führte Deutz-Fahr ein Baukastensystem ein, daher waren die Bauteile der einzelnen Schleppertypen untereinander kompatibel, was die Ersatzteil-Lagerhaltung enorm vereinfachte. Die Motorenreihe F(x)L912 (x steht für die Zylinderanzahl) wurde weltweit in Baumaschinen, Aggregaten und Lastkraftwagen eingebaut und ist für Robustheit, Zuverlässigkeit, Lebensdauer und geringen Verbrauch bekannt.

Farbgebung

Von 1968 bis 1974 wurden die Traktoren in der „alten“ Deutz-Lackierung mit hellgrauem Motorblock und dunkelgrünem Blechkleid ausgeliefert, die Felgen waren rot lackiert. 1974 wurde beim Blechkleid auf das bis heute verwendete „Deutzgrün ’74“ gewechselt, der Block wurde dunkelolivgrün, die Felgen blieben rot. 1977/78 erfolgte der Übergang zum neuen Deutz-Farbschema mit blauschwarzem Motorblock und hellgrünen Blechteilen, die Felgenfarbe wurde silber. Spätestens ab 1976 ging man dazu über, den Auspuff neben der Motorhaube nach oben zu führen. Das hatte den Vorteil, dass man beim Ankuppeln von Anbaugeräten, Anhängern und ähnlichem (siehe Liste landwirtschaftlicher Geräte und Maschinen) nicht mehr in den Abgasen stand.

Nachfolge

Die Zwei-, Drei- und Vierzylindermodelle wurden meist mit dem 1980/81 durch die Baureihe D-07, die Sechszylindermodelle 1978 durch die DX-Reihe abgelöst.

Auch heute, gut 50 Jahre nach Produktionsstart und 40 Jahre nach Produktionsende, sind noch viele dieser zuverlässigen Traktoren in Deutschland und Europa zu finden. Sei es als Zweit- oder Drittschlepper auf großen Bauernhöfen, als Alleinschlepper in kleinen bäuerlichen Betrieben oder als Hobbyfahrzeug. Nach Produktionsende in Deutschland wurden die Traktoren der Baureihe D-06 im ehemaligen Jugoslawien und in Algerien in Lizenz weiterproduziert.

Baureihe

Typ Bauzeit Leistung
(PS)
Motor[1] Hubraum sonstiges
  • 1968–1974
  • 1968–1979
  • 1969–1973
  • 1968–1982
  • 1968–1982
  • 1974–1981
  • 1968–1974
  • 1974–1981
  • 1969–1975
  • 1968–1974
  • 1974–1981
  • 1974–1981
  • 1970–1972
  • 1972–1974
  • 1974–1981
  • 1968–1971
  • 1970–1978
  • 1968–1970
  • 1970–1978
  • 1970–1972
  • 1972–1979
  • 1972–1975
  • 24
  • 30
  • 30
  • 35
  • 35
  • 40
  • 48
  • 51
  • 52
  • 62
  • 58
  • 68
  • 67
  • 70
  • 72
  • 75
  • 80
  • 92
  • 100
  • 120
  • 120
  • 160
  • F2L 912
  • F2L 912
  • F2L 912
  • F3L 912
  • F3L 912
  • F3L 912
  • F3L 912
  • F3L 912
  • F4L 912
  • F4L 912
  • F4L 912
  • F4L 912
  • F4L 912
  • F4L 912
  • F4L 912
  • F6L 912
  • F6L 912
  • F6L 912
  • F6L 912
  • BF6L 912
  • BF6L 912
  • F8L 413 V
  • 1884
  • 1884
  • 1884
  • 2826
  • 2826
  • 2826
  • 2826
  • 2826
  • 3768
  • 3768
  • 3768
  • 3768
  • 3768
  • 3768
  • 3768
  • 5652
  • 5652
  • 5652
  • 5652
  • 5652
  • 5652
  • 11300
  • -
  • -
  • Schmalspur[2]
  • Allradoption
  • Schmalspur[2]
  • Allradoption
  • Allradoption
  • Allradoption
  • Allradoption
  • Allradoption
  • Allradoption
  • Allradoption
  • Allradoption
  • Allradoption
  • Allradoption
  • Allradoption
  • Allradoption
  • Allradoption
  • Allradoption
  • Allrad
  • Allrad
  • Allrad

D 4206 V

Der 4206 V entstammt einer (geplanten) Zusammenarbeit von Deutz und Fendt und stellt im Prinzip einen Fendt-Plantagenschlepper mit Deutz-F3L912-Motor und Deutz-Verkleidungsblechen dar. Das V steht für „Vigneron“, sprich Weinbau. Das Fahrzeug kam über das Prototypenstadium nicht hinaus.

Bilder

Einzelnachweise

  1. Die Typenbezeichnung bei Deutz setzt sich so zusammen: F = Fahrzeugmotor, 2 = Zylinderanzahl, L = Luftgekühlt, 9 = Baureihe und 12 = 12 cm Hubhöhe des Kolbens
  2. a b das P steht für Plantage
Wikibooks: Deutz D-06 – Lern- und Lehrmaterialien
Commons: Deutz D-06 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien