Deutsches Tor (Landau in der Pfalz)
| Deutsches Tor | ||
|---|---|---|
Nordseite | ||
| Daten | ||
| Ort | Landau in der Pfalz | |
| Architekt | Sébastien Le Prestre de Vauban | |
| Baustil | Barock | |
| Baujahr | 1688–1691 | |
| Koordinaten | 49° 12′ 0,8″ N, 8° 6′ 55,1″ O | |
Das Deutsche Tor – alternativ Untertor genannt, früher als Porte d’Allemagne bezeichnet – ist ein Bauwerk in Landau in der Pfalz. Es steht unter Denkmalschutz.
Lage
Das Deutsche Tor bildet das nördliche Ende der Altstadt. Es besitzt die Adresse Neustadter Straße 2, das Wirtshaus im Deutschen Tor die Adresse Untertorplatz 3.[1] Unmittelbar südlich befinden sich der Untertorplatz und das Gefallenen-Ehrenmal.
Geschichte
Das Tor, das im Zeitraum von 1688 bis 1691 entstand, bildet zusammen mit seinem südlichen Pendant – dem übereinstimmend gestalteten Französischen Tor – eines von zwei erhaltenen Resten der Hauptmauer der Festung Landau. Bis weit ins 19. Jahrhundert bildete es lediglich eine von zwei Möglichkeiten, die Stadt zu verlassen beziehungsweise zu betreten. Unter anderem, da dies seit der Eröffnung der Bahnstrecke Neustadt–Wissembourg und dem Bahnhof der Stadt zunehmend zu einem Hindernis wurde, wurde die Festung 1871 aufgegeben und ein weiterer, östlicher Zugang in Form der heutigen Ostbahnstraße geschaffen.[2]
In den beiden Flügeln des Torbaus und im Obergeschoss befanden sich in den 1920er Jahren Wohnräume, früher Wachlokale und Magazine.[3] Nach anderer Nutzung und längerem Leerstand eröffnete im Herbst 2025 im Deutschen Tor eine Gaststätte.[4][1]
Architektur
Beim Bauwerk handelt es sich um eine barocke Anlage mit T-förmigem Grundriss, die aus einer ziemlich langen gewölbten Tordurchfahrt und einem stadtseitig im rechten Winkel dazu vorgelegten zweigeschossigen Torbau besteht. Dieser enthält in der Mitte eine dreischiffige Halle zu zwei Jochen mit quadratischen Pfeilern und Kreuzgewölben. Der Torbau hat an der Südfassade sieben Fensterachsen. Die drei mittleren von ihnen und die drei Torbögen des Erdgeschosses gehören zu einem leicht vorspringenden Risalit; darüber befand sich früher vermutlich ein Flachgiebel, der in den 1920er Jahren nicht vorhanden war, nun aber angebracht wurde. Die Ecklisenen und der Risalit des Erdgeschosses mit den Torbögen haben Rustikamauerwerk. Beim Dach handelt es sich um ein Walmdach.
An der stadtauswärts gerichteten Schauseite (Nordseite) flankieren je zwei auf einem Sockel ruhende Pilaster toskanischer Ordnung eine fast bis zum Gebälk reichende Blendnische, deren oberer Teil das Lilienwappen der Bourbonen ziert. Auf dem Abschlussgesims ruht ein Tympanon, dessen Feld inmitten reicher Ornamentik das Sonnenantlitz des französischen „Sonnenkönigs“ Ludwig XIV. und darüber eine Inschrift mit dem Wahlspruch Nec pluribus impar zeigt.[3]
Als verantwortlicher Architekt fungierte Sébastien Le Prestre de Vauban.
Literatur
- Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (Hrsg.): Nachrichtliches Verzeichnis der Kulturdenkmäler (PDF; 5,0 MB). Mainz 2025.
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ a b Wirtshaus im Deutschen Tor. In: www.wirtshaus-landau.de. Abgerufen am 8. Januar 2026.
- ↑ Heinz Sturm: Geschichte der Maxbahn 1855–1945. In: Modell- und Eisenbahnclub Landau in der Pfalz e. V. (Hrsg.): 125 Jahre Maximiliansbahn Neustadt/Weinstr.–Landau/Pfalz. 1980, S. 74.
- ↑ a b Felix Mader (Hrsg.): Die Kunstdenkmäler der Pfalz Teil: 2., Stadt und Bezirksamt Landau. Deutscher Kunstverlag, München / Berlin 1974, S. 69–70 (Erstausgabe: R. Oldenbourg, München 1928).
- ↑ Ali Reza Houshami: Deutsches Tor wird dauerhaft zum Wirtshaus. In: www.rheinpfalz.de. 2. September 2025, abgerufen am 8. Januar 2026.