Deutsche Seniorenliga
| Deutsche Seniorenliga (ehem.) (DSL e.V.) | |
|---|---|
| Rechtsform | gemeinnütziger eingetragener Verein |
| Gründung | 1993 |
| Sitz | Bonn |
| Vorsitz | Gerhard Fieberg (letzter Vorsitzender, ausgeschieden), Erhard Hackler (Liquidator) |
Die Deutsche Seniorenliga e.V. (DSL) bestand seit 1993 als eingetragener, gemeinnütziger Verein.[1][2] Sie wurde am 19. April 2024 aufgelöst.[2] Sie vertrat die Interessen und verfolgte die Ziele der am stärksten wachsenden Bevölkerungsgruppe in Deutschland, der älteren Generationen und ihrer Angehörigen. Zur Finanzierung ihres laufenden Geschäftsbetriebes nahm die Deutsche Seniorenliga keine öffentlichen Mittel in Anspruch. Sie finanzierte ihre Arbeit durch Spenden und die Mitgliedsbeiträge von 1.800 natürlichen Personen.
Die Deutsche Seniorenliga war Mitglied des NGO-Committee on Ageing.[3]
Ziele und Aktivitäten
Derzeit leben in Deutschland fast 29 Millionen Menschen über 50. Im Jahr 2050 werden sie mehr als die Hälfte der Bevölkerung der Bundesrepublik ausmachen. Vor diesem Hintergrund trat die Deutsche Seniorenliga für eine Partnerschaft der Generationen ein und wendet sich gegen jede Form der Altersdiskriminierung. In Deutschland und auf europäischer Ebene engagierte sich der Verein für die Chancen und Bedingungen, gesund alt zu werden und kämpft gleichzeitig für die Rechte derer, die auf Hilfe und Pflege angewiesen sind. Die Deutsche Seniorenliga arbeitete zentral in Bonn. Sie unterstützte bereits etablierte Ansprechpartner, wie etwa Seniorenbüros, Ärzte, Apotheker und Angehörige pflegender Berufe sowie Repräsentanten aus dem Bereich der Kranken- und Pflegekassen. Der Verband realisierte regelmäßig Studien und Umfragen zu relevanten Themen einer alternden Gesellschaft.
Die Umsetzung dieser Ziele erfolgte durch
- Individuelle Hilfe und objektive Information
- Umfangreiches Informationsmaterial zu seniorenspezifischen Themen
- Interessenvertretung in vielen seniorenpolitischen, gesundheitspolitischen und medizinischen Bereichen auf Bundes- und Landesebene[4]
- Aktuelle Informationen über neueste Erkenntnisse von Wissenschaft und Forschung
- Förderung von Forschungsprojekten im medizinischen, sozialwissenschaftlichen und politischen Bereich
- Persönliche Beratung sowie Hilfe zur Selbsthilfe in den für Senioren relevanten Fragen durch das Referat Mitgliederbetreuung
- Regelmäßige und detaillierte Informationen durch das Magazin „aktiv“
- die direkte Abgabe von Informationsmedien an Apotheker und Ärzte zur Weitergabe an Patienten und Auslage im Wartezimmer
- Bekanntmachung von Informationen durch Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
- Internetpräsenz
Die Deutsche Seniorenliga engagierte sich bundesweit u. a. zu folgenden Themen
- Altersblindheit vermeiden[5]
- Medikamente im Alter[6]
- Verkehrsberatung für Senioren[7]
- Schwindel im Alter[8]
- Rollatornutzung (Deutscher Rollatortag)
- Familienpflegezeit
- Blasenschwäche[9]
- Verbraucherschutz[10]
- Bürgerschaftliches Engagement
- Innovationen aus Erfahrung, Co-Creation mit und für ältere Konsumente[11]
Im Jahre 2018 hatte die Deutsche Seniorenliga gemeinsam mit der SIGNAL-IDUNA GRUPPE den ersten Gründerpreis Demographie, den SENovation-Award[12] initiiert.
Publikationen
aktiv war das Magazin für Mitglieder, Freunde und Förderer der Deutschen Seniorenliga. Es erschien vierteljährlich und informiert ausführlich über aktuelle seniorenspezifische Themen.
Die Deutsche Seniorenliga veröffentlichte Informationsbroschüren zu seniorenspezifischen Themen aus den Bereichen Medizin, Gesundheit sowie Gesellschaft.
Wissenschaftliches Kuratorium
Das wissenschaftliche Kuratorium der Deutschen Seniorenliga sicherte die Qualität der Verbandsarbeit. Die Mitglieder des Kuratoriums standen dem Vorstand beratend und unterstützend zur Seite. Die Experten unterschiedlicher Fachrichtungen gaben Anregungen und Empfehlungen zu Initiativen und Projekten, die die Deutsche Seniorenliga im Interesse älterer Menschen in Deutschland durchführte.
- Ingo Füsgen, Vorsitzender des wissenschaftlichen Kuratoriums. Leiter des Medizinisch-Geriatrischen Schwerpunkts am Marienhospital Bottrop, Geriatrie der Universität Witten/Herdecke
- Siegfried Brockman, Leiter der Unfallforschung der Versicherer (UDV), Vizepräsident der Deutschen Verkehrswacht (DVW), Vorstandsmitglied des Deutschen Verkehrssicherheitsrates (DVR)
- Dirk Dressler, Facharzt für Neurologie und Psychiatrie, Klinik für Neurologie der Medizinischen Hochschule Hannover
- Arneborg Ernst, Facharzt für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Direktor der HNO-Klinik am Unfallkrankenhaus Berlin
- Markus Gaubitz, Facharzt für Innere Medizin, Rheumatologe, Geriater, Gastroenterologe, Niedergelassen in interdisziplinärer Praxisgemeinschaft
- Frank G. Holz, Ärztlicher Direktor der Universitäts-Augenklinik Bonn
- Uwe Kleinemas, Diplom-Psychologe, Geschäftsführer des Zentrums für Alternskulturen (ZAK) an der Universität Bonn
- Andreas Kurth, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie, Ärztlicher Direktor Fachkrankenhaus Ratingen, Zentrum für Orthopädie und Rheumatologie
- Torsten Lewalter, Chefarzt für Innere Medizin und Kardiologie, Peter Osypka Herzzentrum, Internistisches Klinikum München Süd
- Ursula Müller-Werdan, Fachärztin für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin und Geriatrie, Direktorin der Klinik für Geriatrie und Altersmedizin der Charité – Universitätsmedizin Berlin, Ärztliche Leitung des Evangelischen Geriatriezentrums Berlin
- Michael Noack, Zahnmediziner, Universitätsprofessor am Zentrum für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde sowie Direktor der Poliklinik für Zahnerhaltung und Parodontologie am Universitätsklinikum der Universität zu Köln.
- Frank Piller, Wirtschaftswissenschaftler, Professor der Betriebswirtschaftslehre, Schwerpunkt Technologie- und Innovationsmanagement an der RWTH Aachen
- Heinrich Ico Prinz Reuß, Rechtsanwalt, spezialisiert auf Erb- und Stiftungsrecht, Geschäftsführer der Deutschen Verwaltungstreuhand für Stiftungen GmbH (DVS)
- Wolfgang Schobersberger, Direktor des Instituts für Sport-, Alpinmedizin und Gesundheitstourismus an der Privaten Universität für Gesundheitswissenschaften, Medizinische Informatik und Technik Tirol und der TILAK Innsbruck
- Matthias Schuler, Facharzt für Innere Medizin, Geriatrie, spezielle Schmerztherapie, Physikalische Therapie, Palliativmedizin, Leitender Arzt der Klinik für Akutgeriatrie und Frührehabilitation im Diakoniekrankenhaus Mannheim
- Werner Siepe, Dipl. Hdl., Finanzmathematiker, Versorgungsberater, Autor
Kooperationen
AARP (American Association of Retired Persons). Seit 2007 gab es einen regelmäßigen Erfahrungsaustausch mit der US-amerikanischen gemeinnützigen und unabhängigen Mitgliederorganisation AARP, mit 37 Mio. Einzelmitgliedern der größte Seniorenverband der Welt. Die AARP unterstützt Menschen ab einem Alter von 50 Jahren in ihrer Unabhängigkeit sowie in ihrer Wahl- und Entscheidungsfreiheit.
OpenISA In Kooperation mit dem Projekt OpenISA realisierte die Deutsche Seniorenliga bisher insgesamt vier Ideenwettbewerbe. OpenISA ist eine offene Innovationsplattform für gesundheitsbezogene Dienstleistungen (DL) im Alter. Sie bildet den Raum für die Kreation neuer, hochwertiger DL und begleitende Services für Produkte unter Mitwirkung von Senioren als primäre Kundengruppe. Der Erfahrungsschatz und die Expertise dieser Bevölkerungsgruppe erweitern den Bedürfnis- und Lösungsraum für die bedarfsgerechte und erfolgreiche Leistungserstellung.[13]
Weblinks
- Auszug aus dem Vereinsregister zu Deutsche Seniorenliga e.V.[2]
- Gründerpreis SENovation-Award
Einzelnachweise
- ↑ Offizielle Website. Archiviert vom am 1. Dezember 2024; abgerufen am 3. Oktober 2025 (deutsch).
- ↑ a b c Vereinsregister Nr. 6394 des Amtsgerichts Bonn. In: Gemeinsames Registerportal der Länder. Ministerium der Justiz Nordrhein-Westfalen, 19. April 2024, abgerufen am 3. Oktober 2025 (Um den Eintrag zu erhalten, ist eine "Normale Suche" zu starten, dort der Name "Deutsche Seniorenliga" einzugeben und "Suchen" anzuklicken.).
- ↑ The New York NGO Committee on Ageing ( vom 2. Juni 2016 im Internet Archive)
- ↑ vde.com ( des vom 17. Januar 2012 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
- ↑ t-online: Grauer Star, Grüner Star und Makuladegeneration. Abgerufen am 14. Juli 2014.
- ↑ Deutscher PARITÄTISCHER Wohlfahrtsverband Landesverband Berlin e. V.
- ↑ WAZ: Erste Verkehrsberatung für Senioren: "Einstellungssache". Ehemals im (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 14. Juli 2014. (Seite nicht mehr abrufbar. Suche in Webarchiven)
- ↑ Ludwigsburger Kreiszeitung: Vor allem Ältere sind betroffen. Archiviert vom am 5. März 2016; abgerufen am 14. Juli 2014.
- ↑ Selbsthilfeverband Inkontinenz e.V. ( des vom 4. März 2016 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
- ↑ Verbraucherportal Baden-Württemberg
- ↑ PDMA co-creation award 2012 ( vom 24. Februar 2013 im Internet Archive)
- ↑ SENovation-award. 15. Mai 2017, abgerufen am 3. Oktober 2025 (deutsch).
- ↑ OpenISA | TL | RWTH Aachen University | DE. Abgerufen am 3. Oktober 2025.